Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 18-08022
Grunddaten
- Betreff:
-
Änderungsantrag zu Vorlage 18-07772: Augenscreening für Kindertagesstätten in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- AfD-Fraktion im Rat der Stadt / Wirtz, Stefan
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Gestoppt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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24.04.2018
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Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird gebeten, im Rahmen des Niedersächsischen Gesetzes über das Einladungs- und Meldewesens für Früherkennungsuntersuchungen von Kindern (NFrüherkUG) in den Einladungsschreiben zu U3 und wenigstens bis U8 die Eltern darauf hinzuweisen, dass bereits ihr Säugling und dann das Kleinkind täglich mindestens zwei Stunden am Besten im Freien das diffuse Tageslicht zu sehen bekommt. Denn nur durch Einfall von Tageslicht mit seinem Blauanteil, der im Kunstlicht nicht enthalten ist, entwickelt sich der Augapfel rund und normal. Andernfalls entsteht Kurzsichtigkeit infolge einer sich verlängernden Augenachse. - Natürlich bleiben andere Formen von Kurz- und Fehlsichtigkeit davon unberührt, die in Kindertagesstätten und Krippen bei einem Augenscreening auffallen und ebenfalls so früh wie möglich korrigiert werden sollten. Beispielsweise werden sie im Landkreis Gifhorn in einem umfassenden Augenscreening bestehend aus 13 Prüfpunkten erfasst.
Sachverhalt
Sachverhalt:
Frau Dr. Hanke schreibt in Ihrer Stellungnahme 18-07772-01 zum AfD-Antrag 18-07772 "Augenscreening für Krippen und Kindertagesstätten in Braunschweig", dass die U1 bis U8 in Braunschweig gut angenommen werden. "Insofern wird die Notwendigkeit eines Augenscreenings für Krippen und Kindertagesstätten bei Kindern bis zu einem Alter von 4 Jahren nicht für erforderlich gehalten." Das entspricht der U8 und beschreibt den Wissensstand etwa vor 15 Jahren. Inzwischen weiß man jedoch, dass sich der Augapfel nur dann rund und normal entwickelt, wenn er bereits in der frühkindlichen Phase speziell den Blauanteil des diffusen Tageslichts zu sehen bekommt. Wenn Kinder in Kunstlicht aufwachsen, verlängert sich dagegen die Augenachse und es kommt zu Kurzsichtigkeit, die man früher als angeboren und/oder mit höherer Intelligenz korreliert angesehen hat. Chinesen sind beispielsweise zu 80-90% kurzsichtig und Brillenträger. In England sind es ca. 50%, in Australien dagegen nur 20%, obwohl die Australier ausgewanderte Engländer sind und damit deutlich wird, dass keine genetischen Faktoren, sondern speziell das in Australien hellere Tageslicht die geringere Brillenträgerrate bedingt. Tierversuche an Küken in Tübingen haben die epidemiologischen Studien bestätigt. In China, wo die Kurzsichtigkeit ein nationales Problem ist, hat man daher die neuen Erkenntnisse auch schon in Handlungsanweisungen umgesetzt und in Singapur wurde bereits ein Medikament gegen diese Form von Kurzsichtigkeit entwickelt.
