Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 18-08137
Grunddaten
- Betreff:
-
Erinnerungspartnerschaft Braunschweig - Aiseau-Presles
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion BIBS im Rat der Stadt / Büchs, Wolfgang
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Beantwortung
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18.05.2018
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Sachverhalt
Sachverhalt:
2018 jährt sich das Ende des ersten Weltkrieges zum 100sten Mal. Als eine Konsequenz wurde in der Folge des Krieges der Völkerbund gegründet – Vorläufer der Vereinten Nationen – mit dem Ziel der Völkerverständigung und so den Weltfrieden möglichst dauerhaft zu sichern. In diesem Geiste hat Oberbürgermeister Markurth eine Erinnerungspartnerschaft mit der belgischen Gemeinde Aiseau-Presles angeregt, in deren Ortsteil Roselies Soldaten des Braunschweigischen 92er Infanterie-Regiments 1914 ihre „Feuertaufe“ im ersten Weltkrieg erhielten und dabei zugleich das Dorf niederbrannten, wie belgische und deutsche Quellen übereinstimmend berichten*. In diesem Geiste soll von belgischer Seite auch ein Denkmal errichtet werden, mit dem in weltoffen inklusiver Art nicht nur der belgischen und der mit Belgien alliierten französischen Opfer gedacht wird, sondern auch der damals getöteten Deutschen.
Daran anknüpfend, fragt die BIBS-Fraktion,
1.) wieweit die Vorbereitungen für die Einrichtung des Gartens der Erinnerung gediehen sind,
2.) wann mit der Fertigstellung und
3.) wann mit der Einweihung der Anlage gerechnet werden kann?
Um einen Sachstandsbericht wird gebeten.
*Eine vom Landesmuseum beauftragte Studie berichtet zusammenfassend von
„massiven Kriegsverbrechen, die Soldaten des IR 92 in Roselies und Tergnée verübten: Plünderungen, Zerstörung von zivilem Eigentum ohne direkten militärischem Nutzen, Schießen auf flüchtende Zivilisten mit Todesfolge und die Erschießung von zehn Geiseln und zwei französischen Soldaten. Alle genannten Verbrechen waren weder durch das Kriegsrecht gedeckt, noch geschahen sie aus Unachtsamkeit – alle Verbrechen wurden vorsätzlich und in voller Kenntnis der Handlungen begangen.“
gez. Dr. Dr. Wolfgang Büchs,
BIBS-Fraktionsvorsitzender
