Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 18-08160

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

In der Sitzung am 19. Mai 2017 wurden die Mitglieder des AfKW letztmalig über den Planungsstand zu dem mit Ratsbeschluss vom 21. Februar 2017 erfolgten Auftrag an die Verwaltung, ein Konzept zur Errichtung einer dauerhaften Form der Erinnerung an die Euthanasieopfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zu entwickeln, informiert.

 

Wie seinerzeit bereits angekündigt, konzentriert sich das Konzept auf die vertiefende Forschung zu dem Thema, nachdem die Projekte „Denkmal Grauer Bus“ der „Initiative Grauer Bus in Braunschweig“ und „Stele für die auf dem Hauptfriedhof beigesetzen Euthanasie-Opfer“ des Vereins „Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig e. V.“ bereits wichtige Recherchen und vor allem breitenwirksame Vermittlungsformate initiiert haben. Mit der Übergabe der Opferstele auf dem Hauptfriedhof am 31. Mai 2018 wird auch ein dauerhafter Ort des Erinnerns für Euthanasieopfer in Braunschweig eingerichtet werden.

 

Vor diesem Hintergrund stellt das Konzept den Krankenmord und die Zwangssterilisierungspolitik in den Fokus einer integrativen Studie zum öffentlichen Gesundheitswesen im Nationalsozialismus in Braunschweig. Vorgesehen ist folgende Schrittfolge:

 

  1. Erinnerungspolitischer Runder Tisch „Nationalsozialistischer Krankenmord“, 3. Quartal 2018

 

Hierzu werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ergänzend zu den bereits mit der Thematik befassten Vereine und Initiativen (Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig e.V., Initiative Grauer Bus in Braunschweig), eingeladen: der Arbeitskreis Andere Geschichte e. V., das Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig, der Verein Axon e.V., das AWO-Zentrum für Psychiatrie, die Stiftung Neuerkerode, die Historiker Christoph Beyer und Hansjörg Pötzsch vom Historischen Seminar der TU Braunschweig sowie das Institut für Regionalgeschichte der TU Braunschweig. Die Verwaltung (Referat Stadtarchiv, Fachbereich Kultur) wird ebenfalls an dem Runden Tisch teilnehmen.

 

  1. 1-Tages-Fachtagung Nationalsozialistischer Krankenmord und kommunales Gesundheitswesen: Forschungsstand und -perspektiven, 4. Quartal 2018 (vorauss. Ende Oktober)

 

Hierzu sollen ausgewiesene Wissenschaftler eingeladen werden. Kontakte wurden bereits aufgenommen zu: Hans-Walter Schmuhl: Überblick; Oliver Seifert: Leben und Sterben in der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol; Annemone Christians: Kommunale Gesundheitspolitik in München; Oskar Dohle: Die Landesnervenklinik Salzburg im Normalbetrieb von Behandlung und Ausmerzung; Manfred Grieger: Desiderate der NS-Medizingeschichte in Braunschweig.

 

 

  1. Erstellung eines Projektkonzepts „Nationalsozialistische Medizinverbrechen und kommunales Gesundheitswesen in Braunschweig“, Nov. 2018 bis Jan. 2019

 

Unter Einbeziehung der Ergebnisse der ersten beiden Projekt-Bestandteile werden die Bedarfe für eine weitere Bearbeitung und angemessene Vermittlungsformate in einem abschließenden Konzept formuliert. Denkbar sind als Vermittlungsformate weitere Forschungsaufträge in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen sowie eine öffentliche Tagung.

 

Für die wissenschaftliche Begleitung des Gesamtprojektes wurde Dr. Manfred Grieger gewonnen: Manfred Grieger ist Historiker und war bis 2016 Chefhistoriker der Volkswagen AG. Seit 2007 ist er als Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u. a. die Zeit der Nationalsozialismus, Zwangsarbeit, Umweltgeschichte, Versorgungswirtschaft, Mobilitätsgeschichte. Dr. Grieger ist Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, des Beirates des Braunschweiger Geschichtsvereins und des Arbeitskreises für kritische Unternehmens- und Industriegeschichte.

 

Finanzierung:

Zur Umsetzung des o. g. Konzeptes stehen einmalig im Haushalt 2018 30.000 € zur Verfügung. Diese Mittel sind für die Durchführung der Veranstaltungen und die weiterführende Konzepterstellung inkl. der Aufwandsentschädigungen für externe Referentinnen und Referenten sowie die Projektorganisation vorgesehen.
 

 

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