Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 18-07989-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Mobilitätsverknüpfungspunkt Bahnhof Gliesmarode
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat; 10 Fachbereich Zentrale Dienste
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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Entscheidung
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30.05.2018
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
„Der Planung und dem Ausbau des Mobilitätsverknüpfungspunktes im Umfeld des Bahnhofs Gliesmarode gemäß Drucksache 18-07989 wird zugestimmt.
Ergänzend werden auf beiden Seiten der Hans-Sommer-Straße Bring- und Abholbereiche (Kiss&Ride) im Bereich der ehemaligen Busbuchten angelegt.
Zur weitergehenden Stärkung der E-Mobilität werden Leerrohre zu den künftigen Taxiplätzen und Car-Sharing-Plätzen und bestehenden Stellplätzen am Straßenrand vorgesehen. Mögliche Betreiber von Ladeinfrastruktur werden von der Verwaltung aktiv angesprochen und gebeten, sich hier weitergehend zu engagieren.“
Sachverhalt
Sachverhalt:
Anlass:
Die Stadtbezirksräte 120, 112 und 331 haben im Rahmen der Anhörung der Drucksache
18-07989 vom Verwaltungsvorschlag abweichende Beschlüsse gefasst, auf die die Verwaltung mit dieser Ergänzungsvorlage reagiert.
Beschlüsse der Stadtbezirksräte 120 und 112:
Der Stadtbezirksrat 120 Östliches Ringgebiet in seiner Sitzung am 2. Mai 2018 und der Stadtbezirksrat 112 Wabe-Schunter-Beberbach in seiner Sitzung am 16. Mai 2018 haben zur Drucksache 18-07989 folgende geänderte Beschlüsse gefasst:
„1. Der Planung und dem Ausbau des Mobilitätsverknüpfungspunktes im Umfeld des Bahnhofs Gliesmarode wird unter Berücksichtigung der Anregungen und Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger in der Informationsveranstaltung am 10. April 2018 zugestimmt.
2. Der Stadtbezirksrat Östliches Ringgebiet empfiehlt nachdrücklich, dass die Stadt bei der Deutschen Bahn AG bezüglich der Installation eines Aufzuges interveniert.“
Beschluss des Stadtbezirksrats 331:
Der Stadtbezirksrat 331 Nordstadt in seiner Sitzung am 24. Mai 2018 hat folgenden geänderten Beschluss gefasst:
„1. Der Planung und dem Ausbau des Mobilitätsverknüpfungspunktes im Umfeld des
Bahnhofs Gliesmarode wird unter Berücksichtigung folgender Anregungen und Einwände
aus der Stadtbezirksratssitzung vom 24.05.2018 zugestimmt:
- Die Kurzhaltemöglichkeit für PKW, die Reisende zum Bahnhof bringen (Kiss&Ride-Zone) soll näher als bisher vorgesehen am Bahnhof eingerichtet werden.
- Es sind bewirtschaftete Parkplätze (Parkpalette) in direkter Nähe zum Bahnhof zu schaffen.
- Die Radwegeverbindung vom Ringgleisweg aus Norden kommend Richtung Böcklinstraße ist zu überarbeiten, insbesondere der Bereich eines gemeinsamen Geh- und Radwegs an der Verknüpfungshaltestelle.
- Die Lichtsignalanlagen und ihre Schaltungen sind zu überprüfen, um den Individualverkehr noch ausreichend abfließen lassen zu können.
2. Der Stadtbezirksrat Nordstadt empfiehlt nachdrücklich, dass sich die Stadt Braunschweig
bei der Deutschen Bahn AG für die zusätzliche Installation eines Aufzugs einsetzt."
Weitere Hinweise und Wünsche aus den Stadtbezirksräten:
Neben den Beschlüssen wurden in den Sitzungen der Stadtbezirksräte die folgenden Hinweise und Wünsche vorgetragen, auf die diese Ergänzungsvorlage ebenfalls eingeht:
- Warum gibt es kein städtebauliches Gesamtkonzept für die Planung?
- Wie viele Fahrradabstellanlagen sind vorgesehen?
- Ist der Behindertenbeirat eingebunden?
- Elektromobilität soll nicht nur für private Elektroautos, sondern auch für Car-Sharing-Fahrzeuge, Taxen und eBikes angeboten werden.
- Die entfallende Busbucht in der Hans-Sommer-Straße kann als Kiss&Ride-Anlage genutzt werden. Wünschenswert wäre jedoch die Kiss&Ride-Anlage möglichst nah zur Gleisanlage zu platzieren.
- Die Fahrradverbindung zwischen dem Ringgleisweg (aus Norden kommend) und der Böcklinstraße soll verbessert werden.
- Die Lichtsignalanlage an den Kreuzungen der Abtstraße (an Hans-Sommer-Straße und an Gliesmaroder Straße) soll aufgrund der Staubildung geprüft werden.
- Es sollen bewirtschaftete Parkplätze unmittelbar am Zugang zu den Gleisen geschaffen werden.
Stellungnahme der Verwaltung:
Zu den Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger aus der öffentlichen Informations-veranstaltung am 10. April 2018 wurde in der Ursprungsvorlage bereits Stellung genommen.
Die Beschlüsse der Stadtbezirksräte aufgreifend, hat sich die Verwaltung beim Regionalverband und der Deutschen Bahn AG (DB) für die Installation eines Aufzuges eingesetzt und wird dies auch in weiteren Abstimmungsgesprächen vorbringen. Die DB hat dazu mitgeteilt, dass ein Aufzug als Ergänzung zu der geplanten barrierefreien Rampe grundsätzlich möglich wäre, die Kosten für Bau und Betrieb aber von der Stadt zu tragen wären. Kosten konnte die DB dazu nicht benennen. Eine Kostenübernahme durch die Stadt, die auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich liegen würde, hat die Verwaltung in den Abstimmungen mit der DB und dem Regionalverband ausgeschlossen. Auf die jetzt zum Beschluss vorliegenden städtischen Planungen hat die Frage, ob die DB einen Aufzug baut oder nicht keinen Einfluss.
Zu den weiteren Hinweisen und Wünschen aus den Stadtbezirksratssitzungen:
1. Die dargestellte Umgestaltung des Umfeldes am Bahnhof Gliesmarode ist ein erster Planungsschritt. Aufgrund der zwingend notwendigen Gleiserneuerung der Verkehrs-GmbH auf der Berliner Straße im Jahr 2019 soll zeitgleich das Umfeld am Bahnhof Gliesmarode umgebaut werden. So wird es im Zeitraum der Umbaumaßnahmen auf der Berliner Straße und am Mobilitätsverknüpfungspunkt am Bahnhof Gliesmarode nur eine Betriebsunterbrechung der Stadtbahn auf dieser Strecke geben. Qualitätseinbußen und Kosten werden vermieden.
Ein städtebauliches Gesamtkonzept wird im Zuge der Jugendplatzplanung und der Weiterführung des Ringgleisweges vorgestellt. Hierzu werden derzeit Abstimmungsgespräche geführt und Planungsvarianten geprüft. Nach Festlegung der Rahmenbedingungen werden Politik und Öffentlichkeit über die Planung informiert.
2. Im Zugangsbereich zu den Gleisen der Deutschen Bahn AG werden ca. 30 Fahrradabstellbügel platziert. Auf der Platzfläche zwischen der Hans-Sommer-Straße und der Gliesmaroder Straße werden östlich ca. 50 überdachte Fahrradabstellanlagen aufgestellt. Auf der westlichen Seite der Platzfläche werden zusätzlich ca. 50 abschließbare Fahrradabstellanlagen platziert. Eine Zählung hat ergeben, dass derzeit ca. 40 Fahrräder am Bahnhof Gliesmarode abgestellt werden. Mit der Neuplanug stehen somit mehr als dreimal so viele Abstellmöglichkeiten zur Verfügung wie derzeit genutzt werden. Der Bedarf an Fahrradabstellanlagen wird auch nach dem Ausbau beobachtet. Bei weitergehendem Bedarf werden im Platzbereich weitere Fahrradständer ergänzt.
3. Dem Behindertenbeirat wurde in einem gemeinsamen Termin mit dem Regionalverband sowohl die Planung der DB AG als auch die verwaltungsseitige Planung vorgestellt. Hierbei wurde die Rampenlösung besonders diskutiert. Die verschiedenen Lösungsvarianten für eine Verbesserung der geplanten Zugangssituation wurden erörtert und die Planungshintergründe der bisherigen Planung erläutert. Die Variante, zusätzlich zu der Rampe einen Aufzug zu integrieren, wird von der Deutschen Bahn AG aus finanziellen Gründen abgelehnt. Die Verwaltung ist aber weiterhin in Gesprächen mit dem Regionalverband, der die Planungen mit der DB vorantreibt.
4. Zur weitergehenden Stärkung der E-Mobilität werden Leerohre zu den Taxiplätzen, den Car-Sharing-Plätzen und zu weiteren Stellplätzen am Straßenrand vorgesehen. Mögliche Betreiber von Ladeinfrastruktur werden von der Verwaltung aktiv angesprochen und gebeten, sich hier weitergehend zu engagieren. Für den Fahrradverkehr sind Schließfächer mit Lademöglichkeiten vorgesehen.
5. Auf beiden Seiten der Hans-Sommer-Straße befinden sich derzeit Busbuchten, die zukünftig nicht mehr benötigt werden. Hier werden Kiss&Ride-Zonen entstehen. Auf der südlichen Straßenseite der Hans-Sommer-Straße wird hierfür die Radverkehrs- und Grünflächenplanung angepasst. Der Zugang des Bahnhofs ist dann in wenigen Metern zu erreichen.
6. In Verlängerung der Karlstraße liegt eine städtische Parzelle, die derzeit überbaut ist. Eine Geh- und Radwegeverbindung als Durchstich zwischen Bahnhofsvorplatz und Böcklinstraße wäre möglich, da diese Fläche bereits jetzt als Geh- und Radweg im B-Plan festgesetzt ist. Im Zuge der Umsetzung des Jugendplatzes wird auch dieser Durchstich hergestellt, sodass die Radfahrer zukünftig nicht mehr den gemeinsamen Geh- und Radweg parallel zur Verknüpfungshaltestelle nutzen müssen, sondern unmittelbar vom Ringgleisweg durch diese Wegeverbindung auf die Fahrradstraße Karlstraße gelangen.
7. Im Zuge der weiteren Planungen wird die Schaltung der Lichtsignalanlage angepasst. Die zukünftigen Verkehrsmengen und Notwendigkeiten aller Verkehrsmittel werden dabei berücksichtigt.
Die vorhandene Planung bezieht sich auf die öffentlichen Verkehrsanlagen. Die weitere Planung bezüglich der Platzfläche sind hierbei noch offen und werden mit der Jugendplatzplanung ab 2019 konkretisiert.
