Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 18-09315-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Braunschweig als "Hauptstadt des fairen Handels"?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 0800 Stabsstelle Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Kenntnis
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02.11.2018
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der BIBS-Fraktion vom 19. Oktober 2018 wird wie folgt Stellung genommen:
Grundsätzlich ist es möglich, dass die Fairtrade-Stadt Braunschweig an dem Wettbewerb der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bei der Engagement Global GmbH teilnimmt.
Bereits im Jahr 2016 hatte sich die Steuerungsgruppe Fairtrade der Stadt Braunschweig mit dem Wettbewerb und einer möglichen Teilnahme Braunschweigs eingehender beschäftigt. Die Steuerungsgruppe hatte sich seinerzeit in die Bewerbungsunterlagen eingelesen und Informationen über die vorangegangenen Preisträger und deren ausgezeichnete Projekte ausgewertet.
In Braunschweig war zu dem Zeitpunkt gerade die in Zusammenarbeit zwischen dem Verein Fair in Braunschweig e. V. und der Braunschweig Stadtmarketing GmbH erstellte Informationsbroschüre herausgegeben worden und der erste BraunschweigFAIRsteht-Schöpfungstag hatte stattgefunden. Dies wurde in der Steuerungsgruppe als guter Anfang bewertet, jedoch als nicht ausreichend für die Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb. In der Steuerungsgruppe herrschte Einigkeit, zunächst mehr inhaltlich zu arbeiten.
Mit dem Titel wird der Gewinnerstadt ein explizit dafür entwickeltes Gütesiegel verliehen, welches für Stadtmarketingaktivitäten genutzt werden kann und sich insbesondere für Pins, Fußbälle, Tassen, Stofftaschen und dergleichen eignet. Zudem erhält die jeweilige Stadt für die Auszeichnungsdauer von zwei Jahren eine Trophäe als Ausstellungsobjekt für ihr Rathaus. Nicht zuletzt erhält die Siegerstadt ein Preisgeld. Insgesamt waren für den Wettbewerb zuletzt Preisgelder in Höhe von 250.000 € ausgelobt. Dazu könnte die Auszeichnung im besten Fall als Initialzündung für eine signifikante Ausweitung des bürgerschaftlichen Engagements, auf das die Stadt Braunschweig bei der Ausgestaltung des Fairtrade-Gedankens in der Stadtgesellschaft und Umsetzung entsprechender Maßnahmen setzt, dienen.
Mittlerweile sind in Braunschweig weitere Aktivitäten unternommen worden und die Stadt Braunschweig hat einen Fairtrade-Fonds zur finanziellen Förderung von Projekten, insbesondere Bildungsprojekten im Themenkomplex des Fairen Handels aufgelegt. Braunschweig hat sich als Fairtrade-Stadt weiterentwickelt und in der Stadt konnten zwischenzeitlich einige erwähnenswerte Projekte verwirklicht werden. Mit Blick auf eine Teilnahme am Wettbewerb ‚Hauptstadt des Fairen Handels‘ wäre zu hinterfragen, ob die Erwartungshaltung, die mit einem solchen Titel verbunden ist, erfüllt werden kann. Auch ist der mit einer qualifizierten Bewerbung verbundene, hohe Arbeitsaufwand, der von allen beteiligten Fairtrade-Akteuren geleistet werden müsste, zu bedenken und abzuwägen.
Die nächste Preisverleihung steht turnusgemäß 2019 an.
Die Steuerungsgruppe Fairtrade der Stadt Braunschweig wird sich in ihrer nächsten Sitzung im November 2018 mit dem Thema befassen.
