Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 19-10243
Grunddaten
- Betreff:
-
Status Quo "Regionales Innovationsscouting"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 0800 Stabsstelle Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Kenntnis
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15.03.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Im November 2017 erfolgte ausgehend von der fachlichen Vorberatung im Wirtschaftsausschuss und Beschlussfassung im Verwaltungsausschuss zur Beteiligung der Stadt Braunschweig am Projekt „Regionales Innovationsscouting“ (Vorlage 17-05217) dessen Projektstart. Hierfür stehen über eine Projektlaufzeit von 36 Monaten insgesamt 108.000 € (36.000 € p. a.) zur Verfügung.
Im Folgenden informiert die Verwaltung über den Projektstand und gibt eine erste Einschätzung über den Verlauf und Zielerreichung ab.
Projektziele
Nachhaltige, kontinuierliche und breit angelegte Innovationsaktivitäten sind elementare Voraussetzungen für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Braunschweigs und der ansässigen Unternehmen. Hierbei spielt der Transfer von Technologie und Wissen eine zentrale Rolle und wird daher seitens der Wirtschaftsförderung prioritär bearbeitet.
Aus diesem Grund wurde das Projekt „Regionales Innovationsscouting“ initiiert, mit dem die Partner Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH, TU Braunschweig und Stadt Braunschweig auf dem Gebiet des klassischen Wissens- und Technologietransfers, speziell in Bezug auf Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, enger zusammenzuarbeiten.
Die zentrale Zielsetzung ist dabei die Identifikation von Innovationspotenzialen in den Unternehmen am Standort, die Fördermittelberatung sowie Anbahnung von Kooperationsprojekten zwischen Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen.
Rahmenbedingungen
Im Wesentlichen ist die TU Braunschweig mit der Durchführung der Projektaufgaben befasst. Im Vordergrund stehen dabei Unternehmensbesuche, welche zur Erreichung der zuvor genannten Zielsetzungen dienen. Durch den (mehrmaligen) persönlichen Kontakt des Innovationsscouts, welcher bei der Technologietransferstelle (TT-Stelle) der TU Braunschweig beschäftigt ist, sollen Ansätze für innovative Ideen und Projekte herausgearbeitet und wenn möglich unter Begleitung der TU Braunschweig oder auch anderer Forschungsreinrichtungen umgesetzt werden.
Vorrangig werden dabei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Startups besucht und in ihren Innovationsvorhaben begleitet. Die Braunschweig Zukunft GmbH, welche die inhaltliche Begleitung des Projektes für die Stadt Braunschweig übernommen hat, und die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH unterstützen dabei.
Evaluation: Zwischenergebnisse
Da das Stellenbesetzungsverfahren für den Innovationsscout erst nach Beschluss und Vertragsunterzeichnung erfolgen konnte, konnte der operative Projektstart erst im April 2018 erfolgen. Die Zeit bis dahin wurde durch die TT-Stelle und die Wirtschaftsförderungen genutzt, um bereits Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, Projektstrukturen aufzubauen und Kommunikationsmaßnahmen anzuschieben.
Wie zuletzt berichtet, besteht die quantitative Zielsetzung der Projektpartner darin, jährlich ca. 45 Unternehmensbesuche (inkl. entsprechender Vor- und Nachbereitung) durchzuführen. Diese verteilen sich auf ca. 30 Besuche in Braunschweig und 15 in Salzgitter.
Trotz der unterjährigen Aufnahme der Tätigkeiten durch den Innovationsscout konnten mit Stand 31.01.2019 bereits 31 Unternehmensbesuche sowie daran anknüpfend weitere 7 Folgebesuche durchgeführt werden.
Daraus leiteten sich 15 konkrete Arbeitsaufträge für die TT-Stelle der TU Braunschweig ab. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt.
- Eine Firma wird durch das Institut für Fabrikbetriebslehre in der Erstellung eines Digitalisierungs- und Logistikkonzepts begleitet.
- Es wurde für eine Firma ein Workshop zum Thema Künstliche Intelligenz in der Datensicherung und -übertragung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Nachrichtentechnik durchgeführt.
- Ein KMU konnte erfolgreich mit einem Startup aus dem Bereich Energy Harvesting vernetzt werden. Aus dieser Anbahnung generierten sich bereits mehrere Aufträge für das Startup.
- Aufgrund des Fachkräftemangels eines Unternehmens aus dem Bereich Zerspanung wurde durch die TT-Stelle eine Unterstützung zur Fachkräftegewinnung angeboten – entsprechende Stellenausschreibungen werden universitätsintern verteilt und auch an die Ostfalia weitergeleitet.
- Ein Unternehmen aus dem Logistikbereich erstellt derzeit einen Anforderungskatalog für die Durchführung von Studien- bzw. Abschlussarbeiten im Unternehmen und plant, diese in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig zu realisieren.
Darüber hinaus wurden mehrere Fördermittelberatungen durchgeführt, die zum derzeitigen Stand schließlich in zwei erfolgreichen Beantragungen von Fördermitteln mündeten. Darüber hinaus sollen im März dieses Jahres zwei weitere Anträge auf Mittel aus dem Förderprogramm „KMU innovativ“ eingereicht werden.
Ausblick
Es ist absehbar, dass bis April 2019 (Ende des operativen ersten Projektjahres) die avisierte Zahl von ca. 45 Unternehmensbesuchen erreicht wird.
Ausgehend von den Erfahrungen aus dem ersten Projektjahr prüft die Technologietransferstelle derzeit die Möglichkeiten zur Entwicklung eines Instruments, um Möglichkeiten und Relevanz von Innovationen in KMU abzuschätzen und dieses für das Innovationsscouting einzusetzen.
Es ist vorgesehen, dass die Projektpartner das Angebot gemeinschaftlich über unterschiedliche Kanäle (Pressearbeit, Online-Marketing, Bewerbung auf Veranstaltungen) weiter bekanntmachen und kommunikativ begleiten.
Fazit
Der Erfolg des Projekts lässt sich nicht nur quantitativ an der baldigen Zielerreichung der avisierten Anzahl an Unternehmensbesuchen, den initiierten Kooperationsansätzen oder eingereichten bzw. angebahnten Fördermittelanträgen ablesen.
Das Regionale Innovationsscouting zahlt auch unmittelbar und erfolgreich auf die eingangs erwähnten qualitativen, „weichen“ Zielsetzungen ein.
Die Ergebnisse zeigen bereits nach effektiv 9 Monaten Durchführungszeitraum der Unternehmensbesuche, dass die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft durch das Projekt gestärkt und ausgebaut werden kann. Die Unternehmen, welche an dem Programm teilnehmen, profitieren davon, dass ihnen Möglichkeiten für unterschiedlichste Kooperationsansätze mit der TU Braunschweig aufgezeigt oder ihnen Kontakte zu anderen KMU bzw. Startups vermittelt werden.
Diese Vernetzung von Akteuren unterschiedlicher Branchen bzw. Fachrichtungen trägt aktiv zum Wissens- und Technologietransfer bei, fördert das Innovationspotential in den Unternehmen und stärkt darüber hinaus die TU Braunschweig als wichtige Säule unseres Innovationsstandorts.
Es ist vorgesehen, den Wirtschaftsausschuss zum Ende des zweiten Projektjahres erneut über den Projektfortschritt zu informieren.
