Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 19-10391
Grunddaten
- Betreff:
-
Ergebnisse der Rammkernsondierungen auf der Jasperallee
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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12.03.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Mit Antrag der BIBS-Fraktion „Bäume der Jasperallee“, DS 19-10080, wurde die Verwaltung gebeten, die Ergebnisse der durchgeführten Rammkernsondierungen auf dem Mittelstreifen der Jasperallee in Form einer Präsentation und einer schriftlichen Mitteilung zu bewerten.
Vorstellung und Bewertung der Ergebnisse der Rammkernsondierungen
Durch die Firma Biolab Umweltanalysen GmbH wurden im Auftrag der Stadt Braunschweig am 17. Januar 2019 Rammkernsondierungen (RKS) auf dem Mittelstreifen der Jasperallee zwischen Theater und Ring durchgeführt.
Diese Arbeiten dienten dazu, im Vorfeld der Vergabe der Leistungen des Bodenaushubs und
-abtransportes durch ein zu beauftragendes externes Unternehmen alle erforderlichen chemischen Parameter zu ermitteln, um den Boden einer Kategorie nach LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) zuordnen zu können. Die Probennahme hatte nicht das Ziel, bodenmechanische oder bodenphysikalische Kennwerte wie bspw. die Lagerungsdichte des anstehenden Bodens oder eine Korngrößenverteilung mittels Sieb- und Schlämmanalyse zu ermitteln.
Entnommen wurden drei Proben im kurzen Abschnitt am Theater (Abschnitt 1), acht Proben im Abschnitt zwischen Moltke- und Kasernenstraße (Abschnitt 2), zehn im Abschnitt zwischen Kasernen- und Steinbrecherstraße (Abschnitt 3) sowie weitere acht Proben im Abschnitt am Ring (Abschnitt 4).
Für jede der insgesamt 29 Proben wurden jeweils zwei Tabellenblätter angelegt. Das erste Tabellenblatt enthält jeweils Angaben zur Witterung, zum Probennahmegerät, Probenahmezeitpunkt usw., das zweite Tabellenblatt jeweils Angaben zur Bodenart einschließlich Beimengungen, zur geologischen Bezeichnung, Entnahmetiefe usw. Sämtliche 58 Tabellenblätter sind im A3-Format zur Sitzung im Rahmen einer Präsentation einsehbar ebenso wie ein Übersichtsplan über die Lage der einzelnen Sondierungspunkte.
Überwiegend sind bei den Sondierbohrungen als Bodenart Sande mittlerer Körnung mit Beimengungen von Ziegelresten und Schlacken aufgetreten. Die geologische Benennung ist durchgehend „Auffüllung“. Dies korrespondiert mit der Einschätzung der Fachverwaltung, die den anstehend Boden als „Füllboden“ bezeichnet hat.
Die Proben wurden zu Mischproben zusammengeführt, gemahlen, getrocknet und der Trockenrückstand sowie pH-Wert ermittelt.
Das Eluat (umweltchemischer Begriff: Stoffgemenge nach dem Herauslösen von adsorbierten Stoffen) wurde auf Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Zink, Quecksilber), Kohlenwasserstoffe (C10-C20, C22-C40, C10-40), polyzyklische Kohlenwasserstoffe (Naphtalin, Acenaphtylen, Fluoren, Phenanthren, Anthracen, Fluoranthen, Pyren, Benzo[a]anthracen, Chrysen, Benzo[b]fluorathen, Benzo[k]fluorathen, Benzo[a]pyren, Dibenzo[a,h]anthracen , Benzo[g,h,i]perylen, Indeno[1,2,3-c,d]pyren, Summe PAK (16 nach EPA)) untersucht. Der pH-Wert der Mischproben liegt zwischen 8,0 und 8,5, also im alkalischen Bereich.
Auf der Basis dieser chemischen Analyse konnte der anstehende Boden nach den „Technischen Regeln, Stand 5. November 2004, Boden, Tabelle II, 1.2-1, Zuordnungswerte Boden unspez. Verdacht Feststoff u. Eluat“ wie folgt zugeordnet werden:
Mischprobe 1 aus Abschnitt 1, RKS 1-3:Z 0
Mischprobe 2 aus Abschnitt 2, RKS 4-11:Z 2 (PAK)
Mischprobe 3 aus Abschnitt 3, RKS 12-21:Z 2 (PAK)
Mischprobe 4 aus Abschnitt 4, RKS 22-29:größer Z 2 (PAK).
Je nach Belastungsgrad wird das Material in eine der LAGA-Einbauklassen eingestuft, aus welchen sich die weitere Verwendung des Materials ergibt. Eine Verwertung erfolgt in den Einbauklassen 0 (uneingeschränkter Einbau), Einbauklasse 1 (eingeschränkter offener Einbau) und Einbauklasse 2 (eingeschränkter Einbau mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen).
Der Boden im 2. Abschnitt des Mittelstreifens der Jasperallee zwischen Staatstheater und Ring ist der Einbauklasse 2 zuzuordnen und weist erhöhte Werte bei den Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf.
