Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 19-10690
Grunddaten
- Betreff:
-
Entwicklung geschützter Tierarten im Stadtgebiet - Sachstand und Öffentlichkeitsarbeit Anfrage der SPD-Fraktion
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz
- Beteiligt:
- DEZERNAT III - Bau- und Umweltschutzdezernat; 0600 Baureferat; 0130 Referat Kommunikation
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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zur Kenntnis
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07.05.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der SPD-Fraktion im PlUA vom 30. Januar 2019, Entwicklung geschützter Tierarten, teilt die Verwaltung Folgendes mit:
A Grundlagen
Grundlagen für den Schutz und die Unterstützung der Entwicklung von Tierarten im Stadtgebiet sind die verschiedenen dazu bestehenden städtischen Planungen und Konzepte.
Der übergeordnete Biotopverbund ist im Landschaftsrahmenplan der Stadt Braunschweig dargestellt, welcher im Jahr 2000 aufgestellt und 2014 aktualisiert wurde. Bei dieser Aktualisierung sind die Erkenntnisse des Artenschutzkonzeptes von 2008 mit eingeflossen. Darüber hinaus gibt es das Amphibienschutzkonzept von 1992, welches aktuell überarbeitet wird sowie das Feldhamsterschutzkonzept aus dem Jahr 2000.
Die Schutzbemühungen konzentrieren sich zuvörderst auf die streng geschützten Arten, deren Bestände meist unterschiedlichen Gefährdungskategorien unterliegen, die aber gleichzeitig aufgrund ihrer Habitatanforderungen einen Schirmeffekt für viele weitere Arten ausüben und daher sogenannte „Zielarten“ sind. Sofern also die Habitatbedingungen für anspruchsvolle Zielarten erfüllt werden, ergeben sich auch günstige Bedingungen für diverse andere Arten, die geringere Ansprüche an ihren Lebensraum stellen.
B Einzelübersicht
Zu der Entwicklung bzw. zu dem Sachstand geschützter Tierarten in Braunschweig führt die Verwaltung im Einzelnen Folgendes aus:
1. Fischotter und Biber
Die Entwicklung beider Arten ist positiv zur beurteilen. Über Oker und Schunter erfolgt eine zunehmende Besiedlung des Stadtgebietes durch den Fischotter. Im Jahr 2018 gelang auch der Erstnachweis des Bibers an der Schunter. Durch die umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen der Verwaltung im Bereich der Schunter von Thune, Hondelage und Dibbesdorf wurden Strukturen geschaffen, die beiden Arten wieder gute Lebensbedingungen bieten.
2. Feldhamster
Der Feldhamster ist eine typische Art der offenen Kulturlandschaft, wobei in Niedersachsen bevorzugt Ackerflächen mit guter bis sehr guter Bonität in der naturräumlichen Region „Börden“ besiedelt werden. Insbesondere durch die Beeinträchtigung des Lebensraumes und der Nahrungsgrundlage sind die Bestände innerhalb der letzten 30 Jahre massiv zurückgegangen. Auch auf dem Gebiet der Stadt Braunschweig hat sich die Ausdehnung des Lebensraumes vom Feldhamster um mehr als die Hälfte reduziert. Bundesweit ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht, wobei die Hildesheimer und Braunschweiger Börde zu einem der wenigen verbliebenen Verbreitungsschwerpunkte gehört, woraus eine besondere Verantwortung für die Art in unserer Region resultiert.
Durch den starken Bedarf an Wohneinheiten und die dadurch notwendigen städtischen Planungen wurde und wird in der Folge der Lebensraum des Feldhamsters weiter reduziert. Dies ist neben der intensiven, landwirtschaftlichen Flächenbewirtschaftung ein Hauptgrund für die Bestandsbedrohung.
Die Verwaltung hat daher ein eigenes Konzept mit der Anlage von sogenannten „Kernbiotopflächen“ entwickelt, das über Kompensationsmaßnahmen gelebt wird, bereits gute Erfolge zeigt und sich daher bewährt hat.
Auf diesen hamstergerecht bewirtschafteten Kernbiotopflächen von mindestens 5 ha Größe haben sich in Lamme und Broitzem dauerhaft gute Bestände mit einer hohen Besiedlungsdichte etabliert.

Durch diese Maßnahmen kann allerdings nur der aktuelle Zustand gehalten werden. Es sind demnach weitere Maßnahmen erforderlich, um einen besseren Erhaltungszustand des Feldhamsters zu erreichen.
Aus diesem Grund wurde von der Verwaltung ein weitergehendes Feldhamsterschutzprogramm entwickelt, in dem u. a. durch Vertragsnaturschutz Schutzstreifen für den Feldhamster auf Ackerflächen angelegt werden. In Zusammenarbeit mit der ÖNSA (Ökologische NABU-Station Aller/Oker) wird ferner in regionaler Abstimmung mit benachbarten Kommunen an Schutz- und Entwicklungsbemühungen für den Feldhamster gearbeitet.
3. Fledermäuse
Im Stadtgebiet von Braunschweig sind aktuell 16 Fledermausarten nachgewiesen. Somit können die Vorkommen von allen im Artenschutzkonzept von 2008 aufgeführten Fledermausarten weiterhin bestätigt werden. Mit der Mopsfledermaus ist sogar noch eine weitere Art hinzugekommen.
Die meisten Arten wurden in den verschiedenen Braunschweiger Waldgebieten nachgewiesen, was die besondere Bedeutung der Waldgebiete für die Fledermausfauna bekräftigt.
In Niedersachsen sind Vorkommen von insgesamt 19 Fledermausarten bekannt. Bundesweit gibt es 24 Arten. Somit sind allein in Braunschweig 84 % aller landesweit vorkommenden Fledermausarten vertreten, was als sehr erfreulich zu beurteilen ist und einen Beleg für die grundsätzlich gute Biotopausstattung darstellt.
Fledermäuse sind Biotopkomplexbewohner, die auf gut strukturierte Landschaften mit vielen verschiedenen Biotopen wie Wald, Halboffenland, Grünland, naturnahe Fließ- und Stillgewässer angewiesen sind. Darüber hinaus werden zu den unterschiedlichen Jahreszeiten verschiedene Quartiermöglichkeiten benötigt.
Gerade an geeigneten Quartieren für Fledermäuse mangelt es allerdings zunehmend. Die gebäudebewohnenden Fledermäuse erfuhren in der Vergangenheit einen erheblichen Rückgang durch direkten Quartierverlust. Gebäudesanierungen und moderne Bauweisen bieten keine geeigneten Quartierstrukturen für die spaltenbewohnenden Arten.

Fransenfledermaus
Vor diesem Hintergrund wurden durch die Verwaltung in den letzten Jahren extra Quartiermöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen. So gibt es inzwischen 10 potentielle Winterquartiere. Bei den jährlichen Kontrollen wurde festgestellt, dass bereits fünf der neu geschaffenen Quartiere von Fledermäusen angenommen wurden. Gerade Winterquartiere sind in unserer Region kaum bekannt und von besonderer Bedeutung für die lokale Fledermausfauna.
Darüber hinaus werden seit 2018 im Rahmen der Bauleitplanung regelmäßig Nisthilfen für Fledermäuse in die Fassaden integriert und somit vor allem weitere Sommer-, Balz- und Einzelquartiere geschaffen. Diese werden auch angenommen (siehe nachfolgende Abbildung).

Kolonie der Fransenfledermaus in einer Nisthilfe
4. Brutvögel
Hinsichtlich der Bestandssituation der Brutvögel wird zwischen den Feldvögeln und den Gebäudebrütern differenziert.
a) Feldvögel
Die Bestandssituation der Feldvögel hat sich bundesweit insbesondere in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Ehemals weit verbreitete Arten wie Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche weisen starke Rückgänge auf. Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes erfolgte eine Erfassung der Feldvögel im Stadtgebiet von Braunschweig. Diese zeigt noch eine gute bis sehr gute Artenzusammensetzung. Jedoch sind die Bestandsdichten der meisten Arten eher gering. Dies bedeutet ein hohes Risiko für ein Verschwinden einzelner Arten.
Sehr gut ausgeprägte Lebensgemeinschaften der Feldvögel finden sich in Bereichen, in denen Naturschutzmaßnahmen durchgeführt wurden (Renaturierung von Wabe, Schunter Sandbach und Fuhsekanalaue) oder in denen noch eine abwechslungsreich strukturierte Agrarlandschaft vorhanden ist (Gemarkungen Lamme, Lehndorf, Völkenrode und Harxbüttel).
Kiebitz und Rebhuhn sind als Leitarten der offenen Feldflur von besonderer naturschutzfachlicher Relevanz und im Stadtgebiet noch vorhanden. Um die Bestände zu erhalten und wieder zu entwickeln sind gezielte habitatverbessernde Maßnahmen erforderlich. Die bereits durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen der Auen von Fließgewässern haben eine gute Wirkung entfaltet. Weitere Maßnahmen sind in der offenen Agrarlandschaft erforderlich. Hierzu gehört die weitere Umsetzung von Blühstreifen auf Ackerflächen. Auch die Schutzstreifen für den Feldhamster werden von Feldvögeln gut angenommen.
Positiv zu erwähnen sind die u. a. als Folge der biotopverbessernden Maßnahmen der letzten Jahre eingetretenen Erfolge z. B. beim Weißstorch (aktuell vier Brutpaare) und die Neuansiedlung des Bienenfressers (siehe nachfolgende Abbildung).

b) Gebäudebrüter
In den letzten Jahrzehnten haben die Bestände von Gebäudebrütern wie Mehlschwalbe, Rauchschwalbe und Mauersegler dramatisch abgenommen. Ursachen dafür sind fehlende Lehmpfützen zum Nestbau, Abbruch von Altgebäuden, Gebäudesanierungen mit oft zum Brüten ungeeigneten Fassaden, Wärmedämmung aber auch der Rückgang und Rückzug der Landwirtschaft mit Viehhaltung aus den Ortschaften.
Um einen Überblick zum Vorkommen von Gebäudebrütern aber auch von Fledermausquartieren im Stadtgebiet zu gewinnen, erfolgten 2013/14 Aufrufe zur Meldung von Nist- und Ruhestätten an Gebäuden. Dies ist auch weiterhin im Internet auf www.braunschweig.de/artenschutz unter der Rubrik „Gebäudebrüter“ über einen Meldebogen möglich.
Insgesamt kann nach den bisherigen Ergebnissen von mindestens 300 Brutpaaren der Mehlschwalbe und 90 Brutpaaren des Mauerseglers ausgegangen werden. Siedlungsschwerpunkte des Mauerseglers sind die höheren Gebäude in der Innenstadt, während Mehlschwalben eher in den Stadtrandbereichen vorkommen. Von der Rauchschwalbe, die bevorzugt in Ställen brütet, gibt es aufgrund geringer Vierhaltung im Stadtgebiet nur noch wenige Nachweise.
Darüber hinaus wird seitens der Verwaltung kostenloses Informationsmaterial zum Thema Artenschutz an Gebäuden, etwa bei Sanierungsarbeiten, auf der vorgenannten Internetseite zur Verfügung gestellt.
Um Gebäudebrütern mehr Nistmöglichkeiten zu bieten, werden im Rahmen der Bauleitplanung seit 2018 seitens der Verwaltung regelmäßig Nisthilfen für entsprechende Vogelarten vorgesehen.
5. Reptilien
Von den Reptilien ist die Zauneidechse als streng geschützte Art von besonderer Relevanz. Im Jahr 2005 gab es vereinzelte Nachweise aus vier Bereichen im Stadtgebiet, während es mittlerweile nur noch ein Vorkommen gibt. Die Verwaltung hat daher in diesem Bereich Pflegemaßnahmen zum Erhalt und zur weiteren Entwicklung des Lebensraumes konzipiert.
Für die Zauneidechse gibt es derzeit im Stadtgebiet nur noch relativ kleine geeignete Restlebensräume, die zudem stark isoliert sind, so dass perspektivisch nicht von einer Erholung des Bestandes auszugehen ist.
6. Amphibien
Für die Artengruppe der Amphibien werden durch die Verwaltung aktuell mehrere Maßnahmen und Projekte durchgeführt, bei denen die Habiatverbesserung und die Vernetzung von Populationen im Vordergrund stehen. Im Rahmen des Projekts „Auenamphibien“ wurden bzw. werden in Kooperation mit dem NABU-Landesverband von 2016 bis 2023 insgesamt 50 Stillgewässer im Bereich der Oker- und Schunteraue angelegt.
Weiterhin werden durch das Projekt „atlantische Sandlandschaften“ in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Laichgewässer und Landlebensraum für die Knoblauchkröte und den Kammmolch in den Bereichen Wabe/Mittelriede geschaffen.
Von besonderer Bedeutung ist die Betreuung der Amphibienwanderung in Zusammenarbeit mit dem NABU-Braunschweig. Auf dem gesamten Stadtgebiet werden 21 Amphibienwechsel durch Ehrenamtliche und städtische Mitarbeiter betreut. An 11 Wechseln sind bereits feste Leiteinrichtungen verbaut. Die Verwaltung strebt an weitere feste Leiteinrichtungen mit Durchlässen zu schaffen. Dies soll überwiegend durch Förderprogramme finanziert werden.
Der Moorfrosch und die Knoblauchkröte weisen über die Jahre gute Bestände im Bereich Riddagshausen auf. Durch regelmäßige Pflegemaßnahmen der Verwaltung erfolgt eine dauerhafte Sicherung der Laichbiotope und Landlebensräume. Weiterhin unterstützt die Verwaltung aktuell die Neuansiedlung des Moorfrosches im Bereich der Schunter durch den FUN-Hondelage.

Moorfrösche mit blauer Balzfärbung.
Die Bestandssituation des Laubfrosches entwickelt sich aufgrund von Ansiedlungsprojekten und Maßnahmen zur Habitatverbesserung erfreulich positiv. Nach Ansiedlungsmaßnahmen in den Jahren 2006/07 in Riddagshausen wurden 2017 über 100 rufende Männchen festgestellt. Weitere Nachweise der Art liegen aus der Braunschweiger Okeraue vor, mit ca. 80 rufenden Männchen im Jahr 2018. Aktuell erfolgt zudem ein Ansiedlungsversuch in der Fuhsekanal-Aue westlich von Broitzem.
Die Bestandssituation des Kammmolchs entwickelt sich ebenfalls positiv. Die Art profitiert von vielen neu geschaffenen Stillgewässern, was durch Forschungsvorhaben der TU Braunschweig und Erfassungen für B-Pläne sowie Monitorings bestätigt wurde.
7. Fische
Die durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern und Anlagen von zahlreichen Stillgewässern haben die Fischfauna insgesamt gefördert. Stichprobenhafte Untersuchungen zum Schlammpeitzger im Jahr 2018 belegen beispielsweise eine Ausbreitung der Art. Auch von weiteren geschützten Arten wie Groppe und Bitterling existieren aktuelle Fundmeldungen aus wieder besiedelten Bereichen.
8. Libellen
Zwischen 1980 und 2009 wurden auf dem Gebiet der Stadt Braunschweig 51 Libellenarten sicher nachgewiesen. Von den 51 Arten sind 30 als mäßig häufig bis sehr häufig eingestuft, 13 Arten als selten und von acht Arten lagen nur Einzelfunde vor. Vier Arten sind seltener geworden, während fünf Arten einen positiven Bestandstrend aufweisen.
Besonders hervorzuheben ist die Grüne Keiljungfer, welche sich in Oker, Schunter und den Nebengewässern gut ausgebreitet hat. Weiterhin ist die Große Moosjungfer von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung. Gewässer mit Vorkommen dieser Art werden regelmäßig gepflegt und weitere Stillgewässer angelegt, um deren Entwicklung zu fördern.


Große Moosjungfer (links) und Grüne Keiljungfer (rechts).
Die Lebensräume für Libellenarten, die auf temporäre Stillgewässer bzw. Überschwemmungsflächen angewiesen sind, hatten abgenommen. Auch hier haben die Renaturierungsmaßnahmen an Schunter und Wabe dazu geführt, dass wieder mehr geeignete Habitate zur Verfügung stehen.
9. Insekten
Die Gruppe der Insekten umfasst Heuschrecken, Tagfalter, Käfer, Hautflügler, diverse Wasserinsekten und vieles mehr. Diesen Artengruppen kommen insbesondere die verschiedensten Kompensationsmaßnahmen zugute, durch die Anlage von Grünland, Hecken, Feldgehölzen, Extensivierung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und den großflächigen Renaturierungen der Fließgewässer mit ihren Auen. Darüber hinaus sind Alt- und Totholz Lebensraum einer Vielzahl unterschiedlicher Insektenarten. Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren diverse Habitatbäume angekauft und führt dies weiterhin fort.
Vom Naturerlebniszentrum Haus Entenfang wurden umfangreiche Aktionen zur Bereitstellung von Nistplätzen und Verbesserung des Nahrungsangebots im NSG Riddagshausen, insbesondere für Wildbienen durchgeführt. Hierbei wurde immer auch der Umweltbildungsaspekt mitverfolgt. So wurden viele Maßnahmen als „öffentliche Aktionen“ unter der Mitwirkung von Freiwilligen umgesetzt, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und die Lebensbedingungen für Wildbienen in den vielen Braunschweiger Privatgärten zu verbessern.
C Fazit
Insgesamt konnten seitens der Verwaltung schon viele Maßnahmen des Artenschutzkonzeptes umgesetzt und dadurch auch die gewünschten Erfolge erzielt werden. Dies wird durch die positiven Bestandstrends von verschiedenen Zielarten belegt.
Die Darstellung macht deutlich, dass die Umsetzungen der städtischen Konzepte zur Verbesserung des Artenbestandes in Braunschweig in der Vergangenheit erfreulich funktioniert haben. Hervorzuheben sind hier die umfassenden Renaturierungsmaßnahmen die vielschichtige positive Auswirkungen auf den Artenbestand zur Folge hatten bzw. haben. Aber auch die vielen verhältnismäßig kleineren Maßnahmen, wie z. B. die Fledermausquartiere, zeigen die gewünschte Wirkung. Wichtig ist auch die kreative und interessengerechte Integration konzeptioneller Ansätze in die Bauleitplanung, wie dies z. B. bereits bei der Integration von Nisthilfen für Gebäudebrüter erfolgt. Auf diese Weise können mit verhältnismäßig geringem Aufwand Habitatstrukturen in Bereichen geschaffen werden, in denen sonst kaum Lebensraum für die entsprechenden Arten mehr gegeben wäre.
Allerdings wird deutlich, dass neben den erzielten Erfolgen noch viele weitere Handlungsmöglichkeiten und Erfordernisse existieren, um die Stadt Braunschweig auch als Lebensraum für eine möglichst große Anzahl und Breite von Arten attraktiv zu machen.
Weiterer Handlungsbedarf besteht beispielsweise in der Vernetzung der Vorkommen seltener Arten bzw. von deren Lebensräumen, um den Bestand dauerhaft zu sichern. Weiterhin bestehen zwingende Erfordernisse bei den Arten der Agrarlandschaft (vor allem Feldvögel und Feldhamster). Insbesondere hier sind zukünftig weitere Anstrengungen erforderlich, um deren Habitate wieder zu verbessern und den negativen Bestandstrend umzukehren.
Anlagen
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