Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 19-10611

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Sportausschuss / Rat der Stadt Braunschweig wird gebeten, zu beschließen:

Die Verwaltung wird gebeten, künftig bei der Planung, Installation und Sanierung von Kunstrasenplätzen auf die bisher verwendeten Kunststoffverfüllungen zu verzichten. Stattdessen sollen auf den städtischen Sportanlagen ausschließlich ökologische Alternativen (wie z. B. Kork oder andere biologische Verfüllungen) zum Einsatz kommen. 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:
 

Kunststoffe in der Umwelt haben massive ökologische Konsequenzen. Der Naturschutzbund geht davon aus, dass jährlich ca. 100.000 Meeressäuger und ca. eine Million Vögel an Plastik verenden. Dabei ist Plastik im Meer ein besonders großes Problem.

 

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat für Deutschland valide Zahlen zu Mikroplastik und Makroplastik in der Umwelt vorgelegt. Es stellt dabei fest, dass Sportplätze mit ihrem Kunststoffgranulat der fünftgrößte Emittent von Plastik in die Umwelt sind. Umgerechnet 10.873,5 Tonnen primäres Mikroplastik verlieren sie in Deutschland jährlich an die Umwelt. Mikroplastik aus Kosmetik, welches hierzulande stark kritisiert wurde, liegt mit 1.567,5 Tonnen deutlich darunter. Die Umweltverschmutzung durch Kunstrasenplätze mit Kunststoffgranulat ist demnach ein erhebliches Umweltproblem, das behoben werden muss.

 

Diese Umweltverschmutzung geschieht hauptsächlich durch das Kunststoffgranulat, das oben auf den Platz gestreut wird, um ihm bessere Eigenschaften zu verleihen. Die Kunststoffteilchen bleiben aber nicht alle auf dem Platz, sondern verteilen sich: Sie bleiben an Schuhen und Kleidung haften, werden vom Wind verweht oder von Regenwasser fortgespült.

 

In Braunschweig wird aktuell größtenteils der Kunststoff EPDM für Granulat verwendet, auf fünf Plätzen wird aber noch auf SBR-Recyclat gespielt, das aus Altreifen hergestellt wird. Nur wenige Plätze sind lediglich mit Quarzsand verfüllt, der allerdings schlechtere Spieleigenschaften aufweist.

 

Als Alternative für das Kunststoffgranulat verwendet man aktuell sowohl in Skandinavien als auch in Deutschland z.B. Kork als Verfüllmaterial. In Norddeutschland werden bereits die ersten Kunstrasenplätze mit Kork verfüllt, so z.B. in Hamburg beim SC Victoria Hamburg. Hier berichten die Verantwortlichen von hoher Spielqualität und nur geringem Mehraufwand für die Wässerung. Im bisher einjährigen Betrieb gab es keine nennenswerten Komplikationen. Andere biologische Verfüllungen sind auch auf dem Markt, z.B. Saltex BioFill.

 

Um diese Umweltverschmutzung künftig zu vermeiden, sollte künftig bei der Erneuerung oder dem Neubau von Kunstrasen auf Kunststoffgranulat verzichtet werden.

 

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