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Mitteilung - 19-11285

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Sachverhalt

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Es gehört zu den strategischen Zielen des Dezernats IV, das Kulturangebot für Kinder und Jugendliche zu erweitern, außerschulische Lernorte auszubauen und zu fördern und ein Bildungsnetzwerk mit anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen in Stadt und Region zu initiieren.

Eine der Maßnahmen, diese Ziele konkret umzusetzen, ist eine Kooperation zwischen der TU Braunschweig und dem Städtischen Museum Braunschweig. Im Rahmen des Seminars „Lernorte“ bei Frau Prof. Dr. Gabriele Graube im Wintersemester 2018/19 untersuchten Bachelor-Studierende das Städtische Museum Braunschweig (SMBS) unter verschiedenen Aspekten als „außerschulischen Lernort“ und forschten nach Möglichkeiten, die Vermittlungs-arbeit des Lernorts Museum zu optimieren.

 

Eine offizielle Anerkennung durch eine behördliche Stelle, wie es sie bei Lernorten im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gibt, ist bislang für Kultureinrichtungen wie das Städtische Museum Braunschweig nicht vorgesehen. Insofern sind für diesen Bereich auch keine verbindlichen Anforderungskriterien durch eine behördliche Stelle formuliert.

 

Da sich die TU-Braunschwieg im Seminar „Lernorte“ von Frau Prof. Dr. Gabriele Graube mit der Thematik außerschulischer Lernorte befasst, bot es sich an, die Fortentwicklung des Lernortes Städtisches Museum Braunschweig in Anlehnung an die vorhandenen Kriterien für außerschulische Lernorte im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen einer Kooperation mit der TU Braunschweig zu erarbeiten. Hierdurch wurde sichergestellt, dass die Entwicklung des Städtischen Museums Braunschweig als außerschulischer Lernort entsprechend der aktuellen Erkenntnisse aus Forschung und Lehre professionell begleitet wird.

 

Einen besonderen Schwerpunkt bildete hierbei die Ethnologische Abteilung des Hauses. Untersucht wurde u.a., inwieweit die im Jahr 2012 eingerichtete Dauerausstellung den Kriterien des „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen Museumsbundes aus dem Jahr 2018 entspricht. Ergebnis war, dass die Ausstellung ihre Qualität als außerschulischer Lernort besser entfaltet, wenn im Sinne des „Leitfadens“ einzelne kulturhistorische Leitgedanken konsequent herausgegriffen werden, die Provenienzgeschichte stärker in die Präsentation eingebunden wird und das Thema Kolonialismus historisch kontextualisiert wird. Darüber hinaus werden kinderfreundliche Sektionen in der Ausstellung empfohlen. Die Ethnologische Abteilung des SMBS wird in den nächsten Jahren inhaltlich grundlegend umgestaltet werden. Die Ergebnisse des Seminars lassen sich so unmittelbar in die konzeptuelle Arbeit des Museums einbinden.

 

Ein zweites Thema betraf die „Lernortverknüpfung des SMBS mit dem Bildungsprogramm der Volkshochschule“. Die Studierenden loteten in Interviews mit beiden Institutionen eine Lernortverknüpfung aus, um Neuzugewanderten in VHS Kursen den Zugang zur deutschen Sprache und Kultur zu erleichtern. In Anbetracht der großen Aufgeschlossenheit beider Partnerinstitutionen einer Kooperation gegenüber wird die Zusammenarbeit empfohlen.

 

Drittes Thema war „Das Museum als schulischer Bildungspartner“. Durch Interviews wurde die Vernetzung des Museums mit den Schulen untersucht. Zur Optimierung des Netzwerkes wurde eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro der Stadt Braunschweig empfohlen.

 

Genauso wie die Forschungen zur Ethnologischen Ausstellung lassen sich auch die beiden letztgenannten Themenkreise in die Arbeit des Städtischen Museums integrieren.

Nach der erfolgreichen Seminararbeit wurde eine weitere Zusammenarbeit zwischen der TU und dem SMBS im Rahmen des Masterstudienganges „Organisation, Governance, Bildung“ geplant. Die nächsten Seminarveranstaltungen sollen sich auf das Vermittlungskonzept der Ausstellung des SMBS im Altstadtrathaus beziehen.

 

Die Ergebnisse der Lehrveranstaltungen dienen dazu, das Städtische Museum als Lernort zu optimieren. Darüber hinaus leisten die Seminare der TU Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum prinzipiell übertragbare Forschungsarbeit, die für die Weiterentwicklung und Förderung außerschulischer Lernorte insgesamt nutzbar gemacht werden kann.

 

 

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