Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 19-11531
Grunddaten
- Betreff:
-
Klimaanpassung: Langfristige Sicherung der Wasserversorgung in der Stadt Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion Bündnis 90 - DIE GRÜNEN im Rat der Stadt / Dr. Mühlnickel, Rainer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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zur Beantwortung
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04.09.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Bekanntlich bezieht die Stadt Braunschweig den überwiegenden Teil ihres Trinkwassers über eine indirekte Beteiligung an den Harzwasserwerken aus dem Harz. Im Dürresommer 2018 wurde in mehreren Zeitungsartikeln darauf hingewiesen, dass die Wasserstände in den Talsperren im Harz aufgrund der ausbleibenden Niederschläge zum Teil dramatisch gesunken sind. Allerdings, so wurde zum damaligen Zeitpunkt betont, sei es gelungen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Trinkwasserversorgung zu sichern. So könne z.B. Wasser aus dem Harzer Wasserregal zur Trinkwassergewinnung umgeleitet werden.
In den letzten Monaten gab es wiederum weitere Medienberichte, nach denen der Klimawandel den Harz stärker getroffen hat, als bislang angenommen wurde. Unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen in den Sommermonaten könnten nicht - wie zunächst erwartet - durch stärkere Regen- bzw. Schneemengen in den Wintermonaten ausgeglichen werden. Der Harz, so das Fazit, werde immer trockener, was sich bereits auf den Zustand der Wälder im Harz sehr negativ auswirkt.
Am 22.06.209 berichtete die Braunschweiger Zeitung darüber, dass eine neue Studie zu den Klimafolgen in Niedersachsen vorgestellt wurde. Nach dieser Studie, die von Umweltminister Olaf Lies präsentiert wurde, ist die Wasserversorgung in Niedersachsen im Untersuchungszeitraum zwar gesichert. Allerdings könne es durchaus notwendig werden, die Abgabe von Trinkwasser zu Priorisieren und z.B. die Wasserabgabe an die Landwirtschaft auf eine neue Grundlage zu stellen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Hält die Verwaltung es für notwendig bzw. sinnvoll, dass die Stadt Braunschweig ihren Einfluss auf die zukünftige Trinkwasserversorgung ausweitet, z.B. in dem eigene Anteile an den Harzwasserwerken erworben werden?
2. Im Jahre 2011 wurde das Wasserwerk Lamme, in dem zum damaligen Zeitpunkt nur noch geringe Mengen Wasser gefördert wurden, stillgelegt und die entsprechende Wasserschutzgebietsverordnung wurde außer Kraft gesetzt. Welche Schritte wären notwendig, um dieses Wasserschutzgebiet zu reaktivieren und zur zukünftigen Wassergewinnung nutzen zu können?
3. Welche planungs- bzw. baurechtlichen Instrumente ermöglichen z.B. bei der Planung neuer Wohn- oder Gewerbegebiete einen möglichst schonenden Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser?
