Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 19-12290

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:


„Die Idee aus der Ideenplattform „mitreden“ zum Bau einer Ampel auf der Gliesmaroder Straße wird aufgegriffen. An der Kreuzung Gliesmaroder Straße/Wilhelm-Bode-Straße wird eine Lichtsignalanlage mit Fußgängerfurten geplant.“
 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Anlass:

 

Über die Ideenplattform im Beteiligungsportal „mitreden“ wurde folgende Idee für die Gliesmaroder Straße eingebracht:

 

„Neue Ampel in der Mitte der Gliesmaroder Straße

Zum Einzugsgebiet der Grundschule Heinrichstraße gehören u. a. die nördliche Straßenseite der Gliesmaroder Straße sowie Richard-Strauß-Weg, Mozartstraße, Beethovenstraße und Lortzingstraße. Kinder, die hier wohnen, müssen auf dem Schulweg die Gliesmaroder Straße überqueren. Ampeln gibt es allerdings nur an der Kreuzung Hagenring und an der Kreuzung Böcklinstraße. Der Abstand zwischen den beiden Ampeln beträgt 900 m.

Um die Gliesmaroder Straße sicher an einer Ampel überqueren zu können, müssten Kinder, die z. B. im Richard-Strauß-Weg wohnen, rund 400 m zur Ampel gehen, dort die Straße überqueren und dann wieder rund 400 m zurückgehen, um den Schulweg z. B. über die Wilhelm-Bode-Straße fortzusetzen. Dieser Umweg ist den Kindern nicht zumut- bzw. vermittelbar.

Daher möchten wir anregen, in der „Mitte“ der Gliesmaroder Straße eine weitere Ampel aufzustellen oder einen Zebrastreifen anzulegen, z. B. im Bereich zwischen der Wilhelm-Bode-Straße und der Beethovenstraße. Eine solche Ampel/Zebrastreifen würde sowohl für die Kindern und Erwachsenen des oben genannten Einzugsgebiets einen Gewinn für die Verkehrssicherheit bedeuten, als auch für die zahlreichen neuen Bewohner des Baugebietes Langer Kamp und Schwanberger Bogen.

 

Die Idee hat die erforderliche Mindestunterstützerzahl von 50 erreicht.

 

Die Gliesmaroder Straße ist eine Straße von überbezirklicher Bedeutung. Der zuständige Fachausschuss für diese Idee, die eine straßenplanerische Maßnahme vorsieht, ist der Planungs- und Umweltausschuss.


Verfahren zur Ideenplattform:

 

Das Verfahren zum Umgang mit Ideen aus der Ideenplattform ist in der Vorlage zur Einführung des Beteiligungs-Portals (DS-17-03606, beschlossen in der Fassung der Vorlage 17-03606-01) wie folgt beschrieben:

„Vorschläge, die diese Voraussetzung [Anmerkung: ausreichende Unterstützerzahl] erfüllen, werden durch die fachlich zuständigen Organisationseinheiten inhaltlich geprüft und einer Bewertung durch den zuständigen Stadtbezirksrat (bei bezirklichen Vorschlägen) oder den zuständigen Fachausschuss zugeführt. Bezirkliche Vorschläge können im Rahmen der Budget-Hoheit der Stadtbezirksräte umgesetzt werden. Auch bei anderen Vorschlägen könnte – nach einem positiven Votum des Fachausschusses – eine Umsetzung sofort erfolgen, wenn die Finanzierung aus vorhandenen Ansätzen möglich ist.

Falls notwendige Haushaltsmittel nicht vorhanden sind, ist eine abschließende Entscheidung innerhalb des nächsten Haushaltsplanaufstellungsverfahrens grundsätzlich erforderlich.“

 

Prüfung und Bewertung:

 

Die Idee, in der Mitte der Gliesmaroder Straße eine Lichtsignalanlage (LSA) anzuordnen, ist nicht gänzlich neu und wurde von der Verwaltung in der Vergangenheit bereits geprüft. Hierzu wurde neben Beobachtungen des Verkehrsablaufs vor Ort auch eine Zählung der querenden Fußgängerinnen und Fußgänger vorgenommen. Das Fußverkehrsaufkommen war jedoch in der Vergangenheit stets nicht ausreichend hoch, um die Errichtung einer LSA zu rechtfertigen. Ein Bürger hat die Erforderlichkeit einer LSA in der Mitte der Gliesmaroder Straße aus einem Vergleich mit der Kastanienallee hergeleitet, welche über eine Fußgänger-LSA etwa auf halber Länge verfügt. Im Zuge der bisherigen Prüfungen konnte dieser Vergleich insbesondere aufgrund des vergleichsweise geringeren Geschäftsbesatzes – und damit einhergehend des geringeren Querungsbedarfes – entlang der Gliesmaroder Straße nicht bestätigt werden.

 

Die Einreichung über die Ideenplattform mit der notwendigen Unterstützung hat die Verwaltung zum Anlass genommen, eine erneute Prüfung sowohl der Idee der Errichtung einer LSA als auch der Idee der Anordnung eines Fußgängerüberwegs („Zebrastreifen“) vorzunehmen und hierbei insbesondere die Schulwege, aktuelle städtebauliche und weitere Entwicklungen im Umfeld sowie Veränderungen im lokalen und allgemeinen Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen:

 

Fußgängerüberweg:

 

Die Anordnung eines Fußgängerüberwegs kommt in der Gliesmaroder Straße nicht in Betracht, da an diesen Stellen neben dem Kfz-Verkehr auch die Stadtbahn den querenden Fußgängerinnen und Fußgängern Vorrang gewähren müsste, was mit erheblichen Beeinträchtigungen der Geschwindigkeit, der Pünktlichkeit und des Komforts der Stadtbahn verbunden wäre. Darüber hinaus sind Fußgängerüberwege im Bereich von Stadtbahnen auch nicht zulässig.

 

Schulwege:

 

Der bestehende Schulwegplan der Grundschule Heinrichstraße sieht Überquerungsmöglichkeiten der Gliesmaroder Straße an den Kreuzungen mit der Bindestraße und mit der Grabenstraße vor. Signalisierte Fußgängerfurten bestehen dort jedoch nicht. Auch an anderer Stelle bestehen auf der Gliesmaroder Straße zwischen der Kreuzung Hagenring und der Kreuzung Böcklinstraße keine gesicherten Querungsmöglichkeiten. Das Überqueren der Gliesmaroder Straße ist gemäß Schulwegplan in diesem Abschnitt als besonders gefährlich eingestuft.


 

Entwicklung des Verkehrsaufkommens:

 

Neben einem in den letzten Jahren auch allgemein gestiegenen Verkehrsaufkommen weist die aktuelle Verkehrsmengenkarte der Stadt Braunschweig auch in dem betreffenden Abschnitt der Gliesmaroder Straße ein gesteigertes Verkehrsaufkommen auf. Der Vergleich mit der Kastanienallee zeigt, dass die Gliesmaroder Straße im am stärksten befahrenen Abschnitt 8.700 Kfz pro 24 Stunden aufweist, was 82 % des Verkehrsaufkommens des am stärksten befahrenen Abschnitts der Kastanienallee entspricht (10.600 Kfz pro 24 Stunden). Die durchschnittliche Verkehrsmenge des betreffenden Abschnitts der Gliesmaroder Straße (ca. 6.900 Kfz pro 24 Stunden) entspricht 70 % des durchschnittlichen Verkehrsaufkommens der Kastanienallee im Abschnitt zwischen Altewiekring und Herzogin-Elisabeth-Straße (ca. 9.900 Kfz pro 24 Stunden).

 

Städtebauliche und Umfeldentwicklungen:

 

Wie in der Idee bereits ausgeführt, gab es mit dem Schwanberger Bogen und dem Baugebiet Langer Kamp in den vergangenen Jahren umfangreiche Neubauvorhaben, welche zum Teil noch nicht vollständig abgeschlossen sind und im Zuge des weiteren Ausbaus noch um einen neuen Lebensmitteleinzelhändler sowie weitere gewerbliche Nutzungen erweitert werden. Weiterhin wurden verschiedene, an der Gliesmaroder Straße gelegenen Grundstücke neu bebaut oder umfassend saniert und um zusätzliche Wohneinheiten erweitert. Der bestehende Geschäftsbesatz im Verlauf der Gliesmaroder Straße hat bisher noch nicht den Umfang der Kastanienallee angenommen. Die bestehenden Geschäfte halten sich jedoch in der Regel bereits seit vielen Jahren. Gelegentlich werden auch in Bestandsgebäude neue Geschäfte eröffnet. Insgesamt erfährt das Umfeld der Gliesmaroder Straße derzeit eine sehr positive Entwicklung. Es ist zu erwarten, dass diese mit weiteren Zuzügen sowie steigenden Einwohner- und Passantenzahlen einhergehen wird.

 

Fazit:

 

Auch wenn die bisherigen Fußgängerzahlen die Errichtung einer LSA nicht zwingend erforderlich machen, empfiehlt die Verwaltung vor dem Hintergrund sicherer Schulwege und eines zukünftig höheren Fußgängeraufkommens die Errichtung einer Fußgänger-LSA an der Kreuzung Gliesmaroder Straße/Wilhelm-Bode-Straße.

 

Kosten und Finanzierung:

 

Die geschätzten Kosten i. H. v. 200.000 € können aus dem Haushaltsansatz 2021 für das Projekt „Knotenpunktoptimierung“ finanziert werden.

 

Weiteres Vorgehen:

 

Nach erfolgter Beschlussfassung wird die Verwaltung die Detailplanung für die Anpassung der Verkehrsflächen und die LSA in die Wege leiten und dem Planungs- und Umweltausschuss im kommenden Jahr zur Beratung und abschließenden Beschlussfassung vorlegen. Der Bau erfolgt in 2021.
 

 

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