Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 20-12754

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Zuletzt berichtete die Verwaltung am 15. März 2019 in einem Zwischenfazit nach dem ersten Projektjahr von den Ergebnissen des Projekts "Regionales Innovationsscouting" (RIS). Mit der vorliegenden Mitteilung informiert die Verwaltung über das zweite Projektjahr sowie über die Entwicklungen im Projekt, hervorgerufen durch geänderte Rahmenbedingungen im Wissens- und Technologietransfer bzw. der Innovationsberatung im regionalen Maßstab.

 

Projekthintergrund

Das Konzept des RIS verfolgt den Grundgedanken, Transparenz für die Transferangebote der TU BS zu schaffen, Unternehmen u. a. hinsichtlich Fördermittelakquisition und Innovationsmanagement zu beraten bzw. zu unterstützen sowie Vorteile einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft aufzuzeigen bzw. diese zu initiieren.

 

Am 13.12.2017 unterzeichneten die Kooperationspartner Stadt Braunschweig, Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter (WIS) und Technische Universität Braunschweig (TU BS) die Kooperationsvereinbarung, welche das Projekt zunächst auf drei Jahre beschränkte. Der Projektstart erfolgte bereits am 01.12.2017, das Projektende wurde daher in der Vereinbarung für den 01.12.2020 terminiert. Die Stadt Braunschweig beteiligt sich jährlich mit 36.000 € zur Refinanzierung des Personalaufwands für den Innovationsscout - die Stelle wurde bei der Technologietransferstelle (TT-Stelle) an der TU BS geschaffen.

 

Das erste Projektjahr verlief positiv - die Anzahl der angestrebten Unternehmensbesuche zur Innovationsberatung wurden erreicht und es entstanden mehrere Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschule.

 

Bilanz des zweiten Projektjahres

Das positive Ergebnis konnte im zweiten Projektjahr fortgesetzt werden, insgesamt besuchte der Innovationsscout 31 Unternehmen, davon 19 in Braunschweig und 12 in Salzgitter - zu neun dieser Unternehmen bestand danach weiterführender Kontakt. Folgende Projekterfolge aus dem zweiten Jahr seien exemplarisch angeführt:

- Aufbauend auf die erfolgreiche Beantragung von Projektfördermitteln aus dem ersten Projektjahr konnte für ein KMU eine Folgeförderung mit Instituten der TU über ein Volumen von rund 400.000 Euro erzielt werden - das Vorhaben startet im Sommer 2020.

- Darüber hinaus unterstützte der Innovationsscout bei zwei Anträgen auf ZIM-Förderung (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des BMWI) - ein Antrag wurde bereits positiv beschieden, der andere befindet sich noch in der Bearbeitung.

- Der erfolgreiche Antrag führte bspw. dazu, dass ein Unternehmen im Bereich Schlacke-Aufbereitung ein innovatives, in Korea entwickeltes, Aufbereitungsverfahren implementieren wird.

- Im Rahmen der Nachwuchsförderung bzw. Fachkräftevermittlung wurden Unternehmen mit dem Career Service der TU Braunschweig, Instituten bzw. Studierenden (z. B. Abschlussarbeiten) oder mit Start-Ups aus der Region vernetzt.

 

Weiterentwicklung des Konzepts

Insgesamt war das Projekt so erfolgreich, dass die Hochschulen Ostfalia und TU BS das RIS als Modell in ein neues Projekt, das von der Landesregierung mit ca. 1,5 Mio. € in den nächsten fünf Jahren gefördert wird, eingebracht haben. In diesem Projekt mit dem Namen TransferHub38 geht es im Kern darum, den Zugang für Unternehmen zu beiden Hochschulen und darüber hinaus zu weiteren Partnern aus der Wissenschaft über eine einzige Anlaufstelle (One-Stop-Agency) zu ermöglichen. Der Zugang soll jedoch nicht einfach passiv zur Verfügung gestellt werden, sondern mit Aktivitäten untermauert und aktiv gefördert werden. In diesem Punkt wird das RIS als Vorbild dienen und die Aktivitäten, die zunächst in den Städten Braunschweig und Salzgitter begonnen wurden, auf die gesamte Region ausgeweitet.

 

Auswirkungen auf das RIS und Übergang zum TransferHub38 - Fazit

Mit dem Start des Transferhub38-Projekts kam es zu einem Personalwechsel: Die als Innovationsscout für das Projekt eingesetzte Person an der TT-Stelle wechselte zum 01.01.2020 zum neuen TransferHub38. Hierüber informierte der Leiter der TT-Stelle die Stadt Braunschweig und die WIS, es folgten Sondierungsgespräche zwischen Wirtschaftsförderung, TT-Stelle und WIS zur Erörterung der Handlungsoptionen für das dritte Projektjahr des RIS. Vor dem Hintergrund der neuen Angebote des Transferhub38 und einer nicht aussichtsreichen kurzfristigen Nachbesetzung und Einarbeitung des Innovationsscouts wurde die Entscheidung getroffen, die Kooperationsvereinbarung vorzeitig zu beenden und auf die Angebote des TransferHub38 zu setzen.

 

Somit wird ein Innovationsscouting unter etwas geänderten Rahmenbedingungen weiterhin angeboten - jedoch ohne weiteren finanziellen Auffand für die Kommunen. Die Erfahrungen, die in den letzten zwei Jahren mit dem Innovationsscouting gesammelt wurden, werden in das neue Projekt TransferHub38 einfließen und dazu führen, dass das RIS in einem erweiterten Wirkungsfeld und mit zusätzlichen Partnern aus der Region in der gesamten Region fortgeführt wird. Offene Beratungsvorgänge aus dem RIS-Projekt werden im Transferhub38 weiterbetreut.

Somit ist der finanzielle Anschub, der durch die Stadt Braunschweig und die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH geleistet wurde, nachhaltig, eine wertvolle Investition in die Zukunft des Wissens- und Technologietransfers und damit in die Innovationskraft der Region.

 

Die Verwaltung der Stadt Brauschweig bzw. die Braunschweig Zukunft GmbH werden den TransferHub38 bei seiner Arbeit unterstützen - bspw. durch Kontaktvermittlung oder begleitende Kommunikationsmaßnahmen zu den angebotenen Leistungen - und somit auch künftig wie bisher am Wissens- und Technologietransfer in Braunschweig mitwirken.

Die Ergebnisse aus dem ersten und zweiten Projektjahr des RIS wird die Verwaltung zeitnah aufarbeiten und zu einem späteren Zeitpunkt als Projektabschluss im Wirtschaftsausschuss präsentieren. Aufgrund der verkürzten Projektlaufzeit des RIS werden die ursprünglich vorgesehenen Mittel nicht mehr durch die TU BS abgerufen.
 

 

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