Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 20-12852
Grunddaten
- Betreff:
-
Projekt "Stolpersteine 2020"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 132 Viewegsgarten-Bebelhof
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Entscheidung
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25.03.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig
vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte
über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.
Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.
Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen
ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:
Leonhardstraße 63
Julius Bockemüller
Geboren: 10.10.1895 in Thedinghausen
Ausbildung/ Beruf: Bis zur 4. Klasse besuchte Julius Bockemüller die Bürgerschule. Im Jahr 1906 wechselte er auf das „Herzögliche Wilhelm Gymnasium“ (heute: Wilhelm-Gymnasium), an dem er 1915 die Reifeprüfung ablegte. Er leistete 4 Jahre Militärdienst im Ersten Weltkrieg. Danach absolvierte er ein Medizinstudium in Marburg und Düsseldorf, mit Promotion im Jahr 1921. 1931 eröffnete er eine eigene Praxis in Sickte. 1932 heiratete Julius Bockemüller Erika Bosse. Das Paar bekam zwei Töchter: Inge (geb. 1933) und Jutta (geb. 1934). 1941 starb Erika Bockemüller an einem Lungenabszess. Im gleichen Jahr starb auch der Vater von Julius Bockemüller.
Wohnort: Sickte
Grund der Verfolgung: Julius Bockemüller war Sohn einer jüdischen Mutter, ein sogenannter Halbjude und er äußerte kritische Äußerungen über das Naziregime im privaten Kreis.
Verfolgung: Er wurde am 27.07.1942 verhaftet und wegen Gefährdung der Widerstandskraft des deutschen Volkes sowie Hören (BBC) und Verbreiten feindlicher Propaganda angeklagt. 28.10.1942 begann die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof.
Im November 1942 erfolgte eine Hausdurchsuchung. Im folgenden Januar erhielt er das Todesurteil. Julius Bockemüller wurde am 21.04.1943 in Berlin – Plötzensee hingerichtet.
Verlegungsort: Leonhardstr. 63 (Wilhelm-Gymnasium)
Grund der Verlegung: Recherche: Schüler*innen des Wilhelm-Gymnasiums
