Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 20-12963-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Schwalben stärker fördern
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz
- Beteiligt:
- DEZERNAT III - Bau- und Umweltschutzdezernat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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zur Kenntnis
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11.03.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zu der Anfrage der SPD-Fraktion im Rat der Stadt vom 27. Februar 2020 (Drucksache
20-12963) wird wie folgt Stellung genommen:
Vorbemerkung:
Die in der Anfrage angeführten Gründe fehlender Nistmöglichkeiten bzw. fehlenden Nistmaterials sind ein Hauptaspekt des Bestandsrückganges von Schwalben im Stadtgebiet. Verstärkt wird dies darüber hinaus auch durch den zu beobachtenden Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage.
Die Verwaltung hat bereits ein Verfahren installiert, um die Entwicklung der Schwalbenpopulation verfolgen zu können. So erfolgte 2014/2015 ein öffentlicher Aufruf zur Meldung von Niststätten. Die Möglichkeit zur Meldung von Vorkommen ist bis heute über die Homepage der Stadt gegeben.
Aktuell sind der Verwaltung ca. 100 Standorte von Nestern der Mehlschwalbe und etwa 10 Vorkommen der Rauchschwalbe im Stadtgebiet bekannt. Das größte Vorkommen der Rauchschwalbe befindet sich derzeit in den Stallungen der Polizei-Reiterstaffel.
Dies vorausgeschickt werden die Fragen wie folgt beantwortet:
Zu 1.:
Grundsätzlich können Lehmpfützen überall dort angelegt werden, wo geeignete Bodenverhältnisse anzutreffen sind. Die Verwaltung verfolgt u.a. im Rahmen der Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, wo immer sinnvoll und möglich, bereits die Umnutzung von Flächen, um so auch neue Lebensräume bzw. Voraussetzungen für neue Lebensräume zu schaffen.
Zu 2.:
Die Verwaltung nimmt die Anfrage auf und wird als Anregung für Hausbesitzer eine informierende Pressemitteilung erarbeiten.
Unabhängig davon geht die Verwaltung im Bereich der Lebensraumsicherung und Lebensraumschaffung bereits mehreren Ansätzen nach.
Zunächst ist es das Ziel, vorhandene Nester/Neststandorte zu sichern. Insoweit ist allerdings in vielen Fällen fehlende Akzeptanz von Hauseigentümern und/oder Hausbewohnern (Stichwort: Verschmutzung) festzustellen.
Dieser Ansatz ist insbesondere relevant im Zusammenhang mit den zahlreichen Projekten zur Sanierung bestehender Gebäude und betrifft alle Gebäudebrüter, also vor allem auch den Mauersegler. Die Kommunikation und Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften ist insoweit als gut zu bezeichnen.
Ferner wird das Thema regelmäßig auch bei den aktuellen Bebauungsplänen berücksichtigt. Dies erfolgt durch entsprechende Festsetzungen zur Installierung neuer Nisthilfen, soweit es fachlich geboten ist.
Bei der Rauchschwalbe fehlt es jedoch oft an den früher bevorzugt aufgesuchten Scheunen und Ställen im städtischen Bereich. Diese sind in den vergangenen Jahrzehnten häufig dem landwirtschaftlichen Strukturwandel und den damit einhergehenden Veränderungen in den Ortschaften zum Opfer gefallen. Dieser Negativtrend lässt sich auch nicht mit einfachen Mitteln umkehren.
Diese Situation aufgreifend hat die Verwaltung hilfsweise als Pilotprojekt eine Nisthilfe an der neuen Okerbrücke Berkenbuschstraße angebracht.
Eine Besiedlung konnte allerdings noch nicht festgestellt werden. Daraus lässt sich jedoch noch keine Tendenz erkennen, da es nach den vorliegenden Erfahrungswerten längere Zeiten in Anspruch nehmen kann, bis ggf. eine Besiedelung erfolgt.
