Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 20-12575

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

Für das Jahr 2020 ist der Neubau der Biberwegbrücke an der Uferstraße als Okerquerung vorgesehen.

Die Art der technischen Ausführung wurde von der Verwaltung den beiden zuständigen Bezirksräten am 29.08.2019 vorgestellt. Bereits hier wurden durch Mitglieder der Bezirksräte Hinweise gegeben, dass die Art und Ausführung der geplanten Beleuchtungsanlage unbedingt zu überarbeiten sei, da diese für den vorgesehenen naturnahen Standort überdimensioniert sei und nicht nach Umweltgesichtspunkten geplant wurde. Bei der Art der vorgestellten technischen Ausführung (durchgehendes Lichtband auf beiden Seiten, abstrahlend bis auf die Wasseroberfläche) handelt es sich um eine lichttechnische Designerbrücke, die nichts in einer Parkanlage, wo ansonsten eher Dunkelheit herrscht, verloren hat.

Sehr gut kann man sich dies bei der bereits fertiggestellten Hoheworthbrücke anschauen.

 

Die Stadt Braunschweig möchte insektenfreundlich werden. Eine Beleuchtung dieser Art an solchen naturnahen Orten ist eine unpassende Lichtfalle für Insekten.

Die Brücken überspannen ein Gewässer, was zur Verstärkung der insektenanlockenden Wirkung führen kann. (Nur Spinnen und Fledermäuse haben hier menschgemachte Nahrungsvorteile).

Auch aquatische Kleinstlebewesen und Fische, die oftmals dämmerungs- oder nachtaktiv sind, können nicht mehr ungehindert wandern, da die geplante Beleuchtung massiv auf die Wasseroberfläche strahlt und somit eine Barriere darstellt.

Insgesamt ist dies nicht mit den Zielen einer insektenfreundlichen und nachhaltig umweltgerechten Stadtplanung zu vereinbaren.

 

Eine derartige Beleuchtung führt auch nicht zu mehr Sicherheit, da die Zuwegung nur partiell ausgeleuchtet ist. Das Gegenteil ist der Fall. Personen, die die Brücke passieren, können durch die enorme Helligkeit auf der Brücke perfekt ausgespäht werden, während fremde Personen im dunklen Hintergrund nicht wahrgenommen werden.

Die bisherige Brücke am Biberweg funktionierte über viele Jahre, ohne dass Beschwerden bezüglich einer mangelnden Ausleuchtung bekannt wurden.

 

Wir bitten daher die Verwaltung um folgende Auskunft:

 

  1. Wurden die ursprünglich (September 2019) im Bezirksrat kommunizierten Bedenken gegen die massive Beleuchtung der Brücke bei der späteren Überplanung eingearbeitet?

 

  1. Gibt es eine Stellungnahme der Abteilung Umweltschutz/Umweltplanung zur Ausführung der Beleuchtungsanlage und wie lautet diese?
     
  2. Wie sieht die derzeitig geplante Beleuchtungsanlage in ihren technischen und physikalischen Ausführungsparametern aus?

 

 

In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals folgende Hinweise geben und bitten diese bei der Planung zu berücksichtigen.
Weiterhin bitten wir um eine Rückmeldung und Bewertung der gemachten Hinweise durch die Abteilung Umweltschutz/Umweltplanung.

 

 

  1. Wenn im Eingangsbereich der Brücke bereits Bestandsbeleuchtungen stehen, soll geprüft werden, ob diese ausreichend sind und den geforderten Insektenschutz erfüllen.

 

  1. Ein durchgehendes Lichtband wie es geplant ist, ist überflüssig und dient lediglich dem lichttechnischen Design der Brücke.
     
  2. Wenn die Brücke, bzw. Brücken allgemein unbedingt dauerbeleuchtet werden sollen, sollte eine stark reduzierte Beleuchtung zum Einsatz kommen (wenige Lux reichen aus)

 

  1. Ein optimaler Kompromiss wäre es, die beiden Enden (und ggf. die Mitte) der Brücke zu beleuchten. Hierbei reichen wenige LUX Leuchtstärke vollkommen aus.

 

  1. Es sollte eine Lichtfarbe mit möglichst geringen Blauanteilen eingesetzt werden, etwa LEDs mit Farbtemperaturen unter 2700 K, optimal wäre PC-Amber.

 

  1. Komplettbeleuchtung oder Teilbeleuchtung der Brücke sollte über Bewegungsmelder, zeitlich befristet sein.

 

  1. In den späten Nachtstunden (z.B. 24:00 bis 05:00 Uhr) könnten Teile der Beleuchtung reduziert (mehr als 50 %) oder abgeschaltet werden.

 

Die gemachten Informationen basieren unter anderem auch auf einem direkten Austausch mit Herrn Dr. Andreas Hänel, anerkannter Experte zum Thema Lichtverschmutzung sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Niedersachsen e.V..

 

gez.

Rochus Jonas
 

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Erläuterungen und Hinweise