Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 20-12853
Grunddaten
- Betreff:
-
Projekt "Stolpersteine 2020"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt
|
Entscheidung
|
|
|
|
28.04.2020
| |||
|
|
23.06.2020
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig
vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte
über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.
Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.
Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen
ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:
Marstall 1-2
Bruno Baruch Rittner
Geboren: 08.06.1890 in Chartanowce/Galizien in Polen
Lebenslauf/ Schicksal: Er diente im ersten Weltkrieg in der österreichischen Armee und wurde dort schwer verwundet. Am 12.07.1910 zog er von Kassel nach Braunschweig, dort zog er mehrere Male pro Jahr um, bis er am 11.07.1922 in den Marstall 1-2 zog. Mit seiner Frau Rosalie Rittner hatte er zwei Töchter, Eva und Marga Rittner.
Ausbildung/ Beruf: Kaufmann/Reisevertreter
Wohnort: Marstall 1-2
Grund der Verfolgung: Jude
Verfolgung: Bruno Baruch Rittner trug ab dem 19.09.1941 den „Judenstern“. Von 1939 bis 1942 musste er zwangsweise in ein „Judenhaus“ ziehen. Am 31.12.1942 wurde er nach Warschau deportiert und ist im Ghetto umgekommen. Am 31.12.1945 wurde er für tot erklärt.
Verlegungsort: Marstall 1-2
Grund der Verlegung Recherche: Schüler*innen der IGS Franzsches Feld
Rosalie Rittner (geb. Isaak)
Geboren: 05.01.1893 in Mehren/Westerwald
Lebenslauf/ Schicksal: Sie war Hausfrau und Mutter von zwei Kindern.
Ausbildung/ Beruf: keine Informationen
Wohnort: Marstall 1-2
Grund der Verfolgung: Jüdin
Verfolgung: 1939 musste Rosalie Rittner in ein „Judenhaus“ ziehen. Am 31.03.1942 wurde sie nach Warschau ins Ghetto deportiert und am 31.12.1945 für tot erklärt.
Verlegungsort: Marstall 1-2
Grund der Verlegung Recherche: Schüler*innen der IGS Franzsches Feld
Marga Rittner
Geboren: 29.01.1927 in Braunschweig
Lebenslauf/ Schicksal: Sie besuchte die Schule in Braunschweig von 1939 bis 1942.
Ausbildung/ Beruf: Mit 12 Jahren ging sie auf die „Israelitische Gartenbauschule Ahlem“ in Hannover.
Wohnort: Marstall 1-2
Grund der Verfolgung: Jüdin
Verfolgung: Am 31.03.1942 wurde sie ins Ghetto Warschau deportiert und am 31.12.1945 für tot erklärt.
Verlegungsort: Marstall 1-2
Grund der Verlegung Recherche: Schüler*innen der IGS Franzsches Feld
Eva Blitz (geb. Rittner)
Geboren: 18.11.1921 in Braunschweig
Lebenslauf/ Schicksal: Im Jahre 1939 gelang ihr mit 18 Jahren die Flucht nach England mit einem Kindertransport (27.03.1939 oder 13.03.1939). Ihre vermutliche Unterkunft war das Rowledge-House-Hostel nahe Manchester und das vermutliche Ziel ihrer Flucht Palästina/Israel. 1944 heiratete sie Benno Blitz, mit dem sie zwei Söhne hatte.
Ausbildung/ Beruf: keine Informationen
Wohnort: Marstall 1-2
Grund der Verfolgung: Jüdin
Verfolgung: Sie gelang über einen Kindertransport im Jahr 1939 nach England.
Verlegungsort: Marstall 1-2
Grund der Verlegung Recherche: Schüler*innen der IGS Franzsches Feld
