Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 20-14141
Grunddaten
- Betreff:
-
Erhalt von Grünflächen und offenen Bereichen in der Nordstadt als Naherholungsgebiete
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat 331
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 331 Nordstadt
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Entscheidung
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10.09.2020
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Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Stadtbezirksrat Nordstadt wendet sich gegen eine weitere Bebauung des Bereichs zwischen Freyastraße und Wodanstraße. Gleiches gilt für eine weitere bauliche Entwicklung im Bereich Ottenroder Straße/ Beethovenstraße. Allenfalls im Bereich Freyastraße Süd könnte eine niedrige Randbebauung in Frage kommen.
Die vorhandenen Grünflächen und offenen Bereiche sind zu erhalten und sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Aus Sicht des Bezirksrats Nordstadt sind daher die Voraussetzungen zu schaffen, dass der Bereich Freyastraße/Wodanstraße auf Basis des vorhandenen Bebauungsplanes wie auch der Bereich östlich der Endhaltestelle Ottenroder Straße durch Schaffung entsprechenden Planungsrechts der Allgemeinheit dauerhaft als naturnahe Erholungsgebiete zur Verfügung gestellt werden können.
Sachverhalt
Sachverhalt:
Seit vielen Jahren hat die Stadt Braunschweig eine Analyse des Stadtklimas durchführen lassen. 2017 wurde erstmals auch der Klimawandel in die Analyse einbezogen.
In den Schlussfolgerungen des Ergebnisberichts ist zu lesen:
"Aus den bisherigen Ergebnissen der Stadtklimaanalyse kann festgehalten werden, dass es in Braunschweig thermisch belastete Siedlungsbereiche gibt, deren bioklimatische Situation mindestens erhalten, möglichst durch geeignete Maßnahmen verbessert werden sollte. Weite Teile des Stadtgebiets werden über die aufgezeigten Kaltluftleitbahnen bzw. kleinräumigen Ausgleichsströmungen durchströmt, doch nimmt die Durchlüftung in Richtung des Stadtkerns ab und fällt dort nur noch gering aus bzw. ist teilweise nicht mehr gegeben. Eine ausreichende Belüftung kann nicht nur die thermische Belastung mildern, sondern sich auch positiv auf die [..] Luftqualität auswirken. Entsprechend sollte die Erhaltung bzw. Verbesserung der Durchlüftung durch geeignete Maßnahmen im Vordergrund stehen".
Die Analysen haben gezeigt, dass für die Kaltluftversorgung des Siegfriedviertels insbesondere der Bereich südlich der Freyastraße bis zur Wodanstraße sowie der Bereich östlich der Endhaltestelle Ottenroder Straße eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben.
Aus diesem Grund muss vor der absehbaren weiteren Zunahme heißer bis sehr heißer Sommermonate eine Verdichtung dieser genannten Bereiche unterbleiben um die mikroklimatischen Belastungen der Einwohnerinnen und Einwohner durch den Klimawandel zu mildern.
Daher wendet sich der Stadtbezirksrat Nordstadt gegen einer weitere Bebauung des Bereichs zwischen Freyastraße und Wodanstraße. Gleiches gilt für eine weitere bauliche Entwicklung im Bereich Ottenroder Straße/ Beethovenstraße. Allenfalls im Bereich Freyastraße Süd könnte eine niedrige Randbebauung in Frage kommen.
Die vorhandenen Grünflächen und offenen Bereiche müssen nicht nur erhalten, sondern der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, denn durch die derzeitige Verdichtung mit einhergehender Zunahme der Wohnbevölkerung müssen die Möglichkeiten der Naherholung stärker in die Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung der Nordstadt einbezogen werden.
Aus Sicht des Bezirksrats Nordstadt sollten daher die Grundlagen geschaffen werden, dass der Bereich Freyastraße/Wodanstraße wie auch der Bereich östlich der Endhaltestelle Ottenroder Straße der Allgemeinheit dauerhaft als naturnahe Erholungsgebiete zur Verfügung gestellt werden.
Die derzeitige Situation gibt die Chance, die Notwendigkeiten des Grünflächenerhalts für das Stadtklima mit den unabweisbaren Naherholungsbedürfnissen der Wohnbevölkerung zu verbinden. Durch die Gestaltung z.B. als Naturerlebnispark mit zunehmender Naturnähe von West nach Ost beginnend mit einem Kleingartenpark westlich der Spargelstraße bis hin zu Bereichen, die weitgehend der Natur überlassen werden, können Kinder und Erwachsene mitten in der Stadt NaturWiederErLeben. Informationstafeln und pädagogische Aktionen könnten und sollten das Angebot ergänzen. Auch ein Jugendplatz sollte in den Bereich eingebettet werden.
gez. Jens Dietrich
(Vorsitzender der SPD-Fraktion)
