Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 20-14025

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

Die 45 abgängigen Straßenbäume (Wildbirnen) der Uhlandstraße werden ab Oktober 2020 gefällt und durch klimagerechte Neupflanzungen ersetzt.
 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Mitarbeiter der Verwaltung haben nach einer visuellen Untersuchung der 45 Straßenbäume in der Uhlandstraße festgestellt, dass nahezu der gesamte dortige Baumbestand abgängig ist. Es handelt sich hierbei um chinesische Wildbirnen bzw. Zierbirnen der Sorte ‚Chanticleer‘ (bot.: Pyrus calleryana ‚Chanticleer‘). In ihrer gesunden Wuchsform entwickelt dieser kleinwüchsige Baum in der Regel eine schmale bis kegelförmige Krone und kann unter günstigen Bedingungen bis ca. 12 m hoch werden.

 

Die ursprünglich 47 Wildbirnen der Uhlandstraße wurden vor 15 Jahren im Zuge der Sanierung der früher baumlosen Straße in einer üblichen Pflanzqualität (Stammumfang 18-20 cm, Höhe 3,5 m) an neu angelegten Baumstandorten gepflanzt.

 

Leider wurden in der Folge die Wildbirnen der Uhlandstraße vom Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) befallen. Hierdurch wurde eine Schwächung der Bäume hervorgerufen, die eine Verringerung des jährlichen Dicken- und Höhenwachstums zur Folge hatte sowie eine nahezu vollständige Wachstumsstagnation und Kronenrückbildungen herbeiführte. Die Wildbirnen sind daher fast allesamt viel zu klein für ihr Alter (10 Jahre Baumschulkultur + 15 Jahre am Standort). In Verbindung mit den langanhaltenden Trockenperioden der Jahre 2018/2019 und dem trockenen April 2020 haben sich die beschriebenen Vorschäden zu erhebliche Absterbeerscheinungen entwickelt: neben einzelnen vollständig abgestorbenen Bäumen sind fast alle Bäume von abgestorbenen Kronenteilen geprägt. Eine Revitalisierung der Bäume z. B. durch Mittel der Standortoptimierung ist nach Auffassung der Verwaltung nicht möglich.

 

Daher sollen alle Wildbirnen der Uhlandstraße durch eine mittelkronige Baumart (Eisenholzbaum, bot: Parrotia persica ‚Vanessa‘) auf der westlichen sowie eine kleinkronige Baumart (Blumenesche, bot: Fraxinus ornus ‚Rotterdam‘) auf der Ostseite ersetzt werden. Dieses dient der Erhöhung der Biodiversität, zumal Blumeneschen Bienennährgehölz sind.

Beide Baumarten gehören zu den sogenannten Klima- oder Zukunftsstadtbaumarten, die an die sich ändernden klimatischen Bedingungen im urbanen Bereich wie beispielsweise ausgedehnte Hitze- und Trockenheitsperioden besser angepasst sind als in der Vergangenheit verwendete Baumarten.

 

Die Kosten für diese Maßnahme (Baumeinkauf, -pflanzung inkl. Substrataustausch, technischen Einbauten, Fertigstellungs-und Entwicklungspflege) werden auf 80.000 bis 95.000 € geschätzt. Mit der Durchführung der Maßnahme soll unter Beachtung der notwendigen Vergabefristen voraussichtlich noch im Herbst 2020 begonnen werden.

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