Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 20-14086-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Fledermäuse in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 68 Fachbereich Umwelt
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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18.09.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der CDU-Fraktion im Rat der Stadt vom 25. August 2020, Fledermäuse in Braunschweig (Drs. 20-14086), nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Zu 1.)
Im Stadtgebiet von Braunschweig sind aktuell 16 Fledermausarten nachgewiesen. Somit können die Vorkommen von allen im Artenschutzkonzept von 2008 aufgeführten Fle-dermausarten weiterhin bestätigt werden. Mit der Mopsfledermaus ist sogar noch eine weitere Art hinzugekommen. Die meisten Arten wurden in den verschiedenen Braunschweiger Waldgebieten nachgewiesen, was die besondere Bedeutung der Waldgebiete für die Fledermausfauna bekräftigt.
In Niedersachsen sind Vorkommen von insgesamt 19 Fledermausarten bekannt. Bundesweit gibt es 25 Arten. Somit sind allein in Braunschweig 76 % aller landesweit vorkommenden Fledermausarten vertreten, was als sehr erfreulich zu beurteilen ist und einen Beleg für die grundsätzlich gute Biotopausstattung darstellt.
Fledermäuse sind Biotopkomplexbewohner, die auf gut strukturierte Landschaften mit vielen verschiedenen Biotopen wie Wald, Halboffenland, Grünland, naturnahe Fließ- und Stillgewässer angewiesen sind. Darüber hinaus werden zu den unterschiedlichen Jahreszeiten verschiedene Quartiermöglichkeiten benötigt. Als Quartiere dienen Spalten, Fugen, Ritzen jeglicher Art, aber auch diverse Höhlungen. Diese können sowohl natürlichem als auch anthropogenen Ursprungs sein.
Zu 2.)
Tatsächlich nehmen in innerstädtischen Bereichen geeignete Quartiere für Fledermäuse zunehmend ab. Die gebäudebewohnenden Fledermäuse erfuhren in der Vergangenheit einen erheblichen Rückgang durch direkten Quartierverlust. Gebäudesanierungen und moderne Bauweisen bieten keine geeigneten Quartierstrukturen für die spaltenbewohnenden Arten.
Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren extra Quartiermöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen. So gibt es inzwischen 10 potentielle Winterquartiere. Dabei handelt es sich um unterirdische Räume mit Größen von 5 bis 240 m2, die frostfrei und feucht sind. Darin wurden Niststeine für Fledermäuse installiert, die eine Vielzahl unterschiedlicher Quartiermöglichkeiten zum Winterschlaf bieten. Teilweise erfolgte der Umbau von alten Bunker- oder Kelleranlagen, aber es wurden auch schon spezielle Winterquartiere nur für diesen Zweck errichtet.
Bei den jährlichen Kontrollen wurde festgestellt, dass erfreulicherweise bereits fünf der neu geschaffenen Quartiere von Fledermäusen angenommen wurden. Gerade Winterquartiere sind in unserer Region kaum bekannt und von besonderer Bedeutung für die lokale Fledermausfauna.
Darüber hinaus werden seit 2018 im Rahmen der Bauleitplanung regelmäßig Nisthilfen für Fledermäuse in die Fassaden integriert und somit vor allem weitere Sommer-, Balz- und Einzelquartiere geschaffen.
Weiterhin erfolgt u.a. durch die verschiedenen Renaturierungsmaßnahmen an Braunschweiger Fließgewässern eine Steigerung der Biodiversität und damit auch des Insektenreichtums, welches wiederum den Fledermäusen als Nahrungsgrundlage dient.
Zu 3.)
Eine Aktualisierung der Homepage zum Thema Fledermäuse noch in diesem Jahr kann in Aussicht gestellt werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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35,4 kB
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