Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 20-13997
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand zum finanzwirksamen Haushaltsantrag zum Ergebnishaushalt 2019 Nr. 112 "Fahrradwegweisung überarbeiten"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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zur Kenntnis
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04.11.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Anknüpfend an die Mitteilung außerhalb von Sitzungen „19-12364 Umsetzung von Haushaltsanträgen zum Haushaltsjahr 2019“ kann wie folgt über die Umsetzung des Haushaltsantrags zum Ergebnishaushalt 2019 Nr. 112 „Fahrradwegweisung überarbeiten“ berichtet werden:
Ausgangslage
Der Radverkehr ist klimapolitisch zielführend und nimmt weltweit große Bedeutung in der Stadtentwicklung ein. Die Stadt Braunschweig kann hier als durchaus vorbildlich angesehen werden: es gibt ein umfangreiches Radwegenetz, viele ausgewiesene Fahrradstraßen und mit dem kürzlich fertiggestellten Ringgleisweg ist ganz aktuell eine attraktive Wegeverbindung mit Signalkraft entstanden.
Zur Förderung des Radverkehrs wurde in der Stadt Braunschweig im Jahr 2009 eine wegweisende Beschilderung eingerichtet. Diese Wegweisung wurde über die Jahre punktuell erweitert (z. B. Wasserwelt, Jugendherberge, Ringgleis) und umfasste zum Start der Überprüfung Ende 2019 ca. 1000 Standorte mit ca. 2000 Schildern.
Aufgrund veränderter Verkehrsführungen, Baumaßnahmen sowie „Abnutzungserscheinungen“ wie Vandalismus und Verschmutzungen ist eine Überarbeitung nach über 10 Jahren sinnvoll und notwendig.
Im Herbst 2019 konnte das Verkehrs-Planungsbüro „Plan A“ beauftragt werden. Bestandteil der Leistungsbeschreibung war, den Status Quo vollumfänglich zu erfassen und die Routenführung sowie Wegweisung unter Berücksichtigung der gültigen Richtlinien (Straßenverkehrsordnung, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)) zu überarbeiten und ggf. anzupassen.
Vorgehen im Rahmen der Überarbeitung
Das Büro hat in einem ersten Schritt vor Ort sämtliche Standorte per Rad angefahren, fotografisch dokumentiert und in einem neuen Kataster digitalisiert. Jeder Standort wurde mit Fotos und Skizzen erfasst und entsprechend den aktuellen FGSV-Richtlinien geprüft. Die Kilometrierung und Zielkontinuität wurde überprüft sowie Standard-Zielpiktogramme (wie z. B. Bike+Ride, Tourist-Information, Hallenbad) und neue Ziele integriert.
In gemeinsamen Arbeitstreffen mit den beteiligten Mitarbeitenden aus dem Fachbereich 66 wurden detailliert alle Streckenabschnitte, Verbesserungen und Neuplanungen besprochen. Die Stadt durchlaufende Themenrouten/touristische Routen (Städtepartnerschaftsweg Braunschweig-Magdeburg, Weser-Harz-Heide-Radweg, Rund um den Elm, Pilgerweg) und das Ringgleis wurden ebenso beachtet und in die Wegweisung integriert wie die zukünftige Lessing-Radroute.
Einige Routenverbindungen, der in 2009 entwickelten Fahrradwegweisung, mussten angepasst werden. Sie führten entlang von Wegen der Feldmarkinteressenschaften (FI), die sich in der Vergangenheit teilweise gegen eine Beschilderung ihrer Wege ausgesprochen hatten. In diesen Bereichen wurden alternative Verbindungen geplant.
Alle Veränderungen im Netz sowie der aktuelle Planungsstand wurden durch das Büro in verschiedenen Plänen dargestellt. In diesen Plänen sind u. a. die bestehenden Radrouten, veränderte und neugeplante Routen sowie das neue Ringgleis und auch die FI-Wege kenntlich gemacht.
Im weiteren Verlauf wurden detaillierte Montageanweisungen erstellt, anhand derer die Mängel beseitigt und Neuplanungen vor Ort realisiert werden können.
Ergebnis der erfolgten Bestandsaufnahme
Durch die Mängel und die veränderten Gegebenheiten, die in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden sind, besteht Handlungsbedarf bei ca. 900 Standorten.
Im Vergleich zum beschilderten Netz von 2009 sind 36 Netzkilometer entfallen und dafür 40 Kilometer neu geschaffen worden, so dass sich die Gesamtnetzlänge kaum verändert. Gleichwohl steigt die Anzahl der Wegweiserstandorte um ca. 15 % (inkl. Ringgleis). Dieser Anstieg ist damit zu erklären, dass die neu beschilderten Streckenabschnitte größtenteils in verdichteten Gebieten mit entsprechend vielen Netzknoten liegen, während die entfallenen Abschnitte im eher ländlichen Raum verortet sind (FI-Wege).
Geplante Umsetzung des vorliegenden Ergebnisses
Der festgestellte Handlungsbedarf an den 900 Standorten soll in sukzessive aufeinander folgenden Arbeitspaketen durch die Bellis umgesetzt werden. In einem ersten Schritt sollen alle Standorte, bei denen ausschließlich Wartungsarbeiten (Schilder reinigen, beschädigte Schilder austauschen, Pfosten befestigen, Schilder korrekt ausrichten) notwendig sind, korrigiert werden.
Im Anschluss werden die restlichen Standorte, bei denen es sich um „Neuplanungen“ (Anpassungen der Kilometrierung und Ziele, neue Schilderstandorte) handelt, in die bestehende Fahrradwegweisung integriert.
