Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 20-14619
Grunddaten
- Betreff:
-
Weiteres Verfahren zur Umgestaltung des Hagenmarktes nach dem Bürgerforum II - Änderungsantrag zu DS 20-14454
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion Bündnis 90 - DIE GRÜNEN im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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Entscheidung
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04.11.2020
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28.04.2021
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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11.05.2021
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Beschlussvorschlag
1. Die dargestellte Vorzugslösung (Anlage 2) wird zur planerischen Grundlage für die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung. Dabei werden im Verlauf des weiteren Planungsprozesses insbesondere die folgenden Aspekte berücksichtigt:
- Es ist zu prüfen ob weitere Baumstandorte auf dem Platz des Hagenmarktes vorgesehen oder zumindest einzelne Robbinien erhalten und in das Konzept integriert werden können. Dabei soll der Grundsatz gelten, dass eine möglichst große Anzahl an Bäumen vorzusehen ist, ohne die Vorzugsvariante grundsätzlich in Frage zu stellen.
- Bei der Bepflanzung des Hagenmarktes sind Bäume zu wählen, deren Größe von Anfang an einen möglichst grünen und kompletten Eindruck des Platzes erzeugt.
- Die Baumscheiben um die Bäume herum sind nach dem Vorbild des Bankplatzes möglichst großzügig anzulegen und mit blühenden Stauden oder einer Blumenmischung zu bepflanzen, um insektenfreundliche Inseln auf dem Platz zu schaffen und einen Beitrag zur Biodiversität in der Innenstadt zu leisten.
- Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen sind ausreichend Sitzgelegenheiten auf dem Platz vorzusehen. Dabei sollen auch Bänke mit Rücken- und Armlehnen ausgewählt werden.
- Um Passanten und Gäste in der Außengastronomie vom ständigen und aufdringlichen Suchen nach Fressbarem der am Hagenmarkt ansässigen Stadttauben zu entlasten, wird in unmittelbarer Nähe ein betreuter Taubenschlag nach den Empfehlungen des Landes Niedersachsen errichtet.
- Für eine bessere Hundekotentsorgung werden verschlossene Abfallbehälter angebracht und Hinweisschilder aufgestellt.
- Eine insektenfreundliche Beleuchtung ist im gesamten Planungsbereich vorzusehen.
- Um Konflikte zwischen dem fußläufigen Verkehr und dem Radverkehr zu minimieren, sind die Radwege so zu gestalten, dass sie sich in Farbgebung und Belag deutlich von den Flächen, die auch von Fußgänger*innen genutzt werden, unterscheiden. Dabei sind insbesondere bei den Breiten der Radwege die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen ebenso zu berücksichtigen wie die Vorgaben des "Ziele- und Maßnahmenkatalogs 'Radverkehr in Braunschweig'" sowie ggf. des neuen Radverkehrskonzeptes, das gerade erarbeitet wird.
- Die Flächen um die Katharinenkirche herum sollen möglichst zeitnah ebenfalls umgestaltet werden. Dabei soll auch hier zum einen eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität zum anderen ein möglichst großer ökologischer Wert im Vordergrund stehen. Um diesen Bereich möglichst schnell umgestalten zu können, wird die Verwaltung gebeten, weitere intensive Gespräche mit der Kirche zu führen. Sollte eine schnelle Umsetzung an den finanziellen Mitteln der Kirche scheitern, sollen Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung der Kirche durch die Stadt Braunschweig geprüft und vorgestellt werden. Dabei soll durchaus auch ein Ankauf der Flächen durch die Stadt Braunschweig erwogen werden.
2.: unverändert.
Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Hagenmarkt ist nach der Vorzugsvariante aus guten und nachvollziehbaren Gründen als multifunktionaler städtischer Raum geplant. Das bedeutet auch, dass viele verschiedene Gesichtspunkte, Wünsche und Notwendigkeiten berücksichtigt werden müssen. Dies führt dazu, dass die Umgestaltung des Hagenmarkts im Ergebnis immer ein Kompromiss zwischen all diesen verschiedenen Anforderungen sein wird und muss.
Konkret bedeutet das für uns, dass der Hagenmarkt natürlich eine hohe Qualität für all diejenigen haben muss, die sich dort einfach nur aufhalten und im Schatten der Bäume verweilen wollen. Dies soll auch möglich sein, ohne die kommerziellen Angebote der umliegenden gastronomischen Betriebe nutzen zu müssen. Und dazu gehört aus unserer Sicht zwingend eine möglichst weitgehende Begrünung des Platzes durch eine möglichst große Anzahl an Bäumen und attraktiv gestalteten Bereichen mit blühenden Blumen und Stauden. Der Bankplatz ist aus unserer Sicht ein gutes Beispiel für eine gelungene Gestaltung.
Daneben wird der Hagenmarkt aber auch seine Funktion als Verkehrsfläche weiter erfüllen müssen. Diese wird sich allerdings grundlegend verändern. Durch den Wegfall der Fahrspuren und die Umsetzung des Stadtbahnausbaukonzeptes ist eine Verlagerung der Verkehre vom MIV hin zum ÖPNV und - damit verbunden - auch zum fußläufigen Verkehr zu erwarten. Der Hagenmarkt wird einer der zentralen Knotenpunkte für den ÖPNV in der Innenstadt werden. Die fußläufigen Verkehre zu und von den neuen Haltestellen der Stadtbahn werden zum großen Teil über den Platz des Hagenmarktes führen. Dies spricht aus unserer Sicht zum einen durchaus dafür, in diesem Bereich eine wassergebundene Decke vorzusehen. Zum anderen sind aber auch Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr zu erwarten, die durch eine vorausschauende Planung aus unserer Sicht auf ein Minimum reduziert werden können.
Im Fokus der Öffentlichkeit steht verständlicherweise die eigentliche Platzfläche des Hagenmarktes. Das von der Verwaltung vorgelegte Konzept geht aber deutlich darüber hinaus und bezieht auch die Flächen rund um die Katharinenkirche in dieses Konzept mit ein. Gerade hier sollen neue Grünflächen geschaffen bzw. die vorhandenen in Richtung von Pocket-Parks aufgewertet werden. Allerdings gibt es im Moment noch keine Aussage dazu, wann dieser Teil des aktuell überplanten Bereiches baulich umgestaltet werden kann. Aus unserer Sicht sollte dies nicht auf die lange Bank geschoben werden. Falls dafür weitere finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssen, sollte die Verwaltung dies den politischen Gremien zur Entscheidung vorlegen.
