Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 20-14631

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Dem Beschlussvorschlag wird mit den folgenden Änderungen (bezogen auf Punkt 1 der Vorlage) zugestimmt:

Die Planung für den als „Teilbereich Brunnen“ benannten Bereich (Anlage 2, Folie 37-40) wird wie folgt geändert:

1. Die existierende Rasenfläche mit den natursteingepflasterte Wegen bleibt im Wesentlichen erhalten.

2. Die noch vorhandenen Robinien werden nicht gefällt, sondern in die neue Gestaltung des Platzes integriert.

3. Die ursprünglich vorhandene Anzahl an Bäumen wird durch Nachpflanzen von mindestens 37 Bäumen klimaresistenter, einheimischer Arten (bei heute üblicher, ausreichender Tiefe der Pflanzgrube) wiederhergestellt.

4. Die Übergänge vom begrünten Bereich hin zu den einheitlich gestalteten Randbereichen und Verkehrsflächen werden behutsam gestaltet.

5. Bei der Entwicklung des Lichtkonzeptes wird insbesondere Wert darauf gelegt, dass bei Dunkelheit den Platz querenden Personen Sicherheit vermittelt wird.

6. Die weiteren in der Vorzugsvariante enthaltenen Maßnahmen (Blühpflanzen, Fahrradabstellanlagen, zusätzliche Bänke) bleiben in dem in der Vorzugslösung vorgesehenen Maße bestehen.

Die anderen Teile/Konzepte der Vorzugslösung bleiben so bestehen, wie in der Vorlage 20-14454 beschrieben.

 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

-    Mit dem Hagenmarkt besitzt die Stadt eine 1983 preisgekrönte Anlage mit parkähnlicher Gestaltung in der Innenstadt. Es ist die einzige dieser Art innerhalb des Wallringes. Sogar eine funktionierende Entwässerung ist vorhanden. Ein Teil der Investition ließe sich also einsparen.

-    Stadtklimaanalyse von 2017: Bereits auf den Karten für den Ist-Zustand ist der Hagenmarkt als grüne Oase in einem stark überhitzten Umfeld deutlich erkennbar. Zudem formuliert der FB Stadtplanung und Umweltschutz unter „AUSBLICK: STADTKLIMATISCHE MASSNAHMEN“: „Soweit möglich sollte der Grünanteil im Stadtgebiet erhöht werden, insb. in thermisch belasteten Bereichen (Pocket-Parks, großflächige Grünanlagen). Im Vergleich zu wärmespeichernden städtischen Baumaterialien kühlen Grünflächen nachts deutlich schneller ab und können (ab einer gewissen Größe) als Kaltluftentstehungsgebiete auf ihr (nahes) Umfeld wirken. Gleichzeitig erfüllen sie viele weitere Funktionen wie die Möglichkeit zur Erholung, die Erhöhung der Biodiversität und Synergieeffekten zum Niederschlagsmanagement (Versickerung) und Luftreinhaltung (Deposition von Luftschadstoffen). Neben ihres Potenzials zur Verringerung der thermischen Belastung am Tage und in der Nacht (Schattenwurf, Verdunstung, etc.), übernehmen Bäume (und Sträucher) im Straßenraum die Funktion der Deposition und Filterung von Luftschadstoffen und verbessern dadurch die Luftqualität.“ (Stadtklimaanalyse Braunschweig 2017, Teil I, S. 38)

Ein Fällen der vorhandenen alten Bäume, eine Verringerung der Gesamtzahl der Bäume und ein Entfernen der Rasenfläche zugunsten einer wassergebundenen Decke würden diesem Ziel zuwiderlaufen.

-    Lt. Haushaltsbeschluss 2020 sind für 2020/2021 650 000 Euro für einen Pocket-Park in der Innenstadt vorgesehen.
Dass gleichzeitig eine bestehende, parkähnliche Anlage in einen Platz mit wassergebundener Decke umgewandelt werden soll, ist nicht erklärbar.

-    Zudem sind im Haushaltsentwurf 2021 für das Referat 0617 „Stadtgrün-Planung und Bau“ u. a. die folgenden strategischen Ziele formuliert: „2. Erhalt und Aufwertung sowie Schaffung zusätzlicher Freiräume zur Abmilderung der negativen klimatischen Veränderungen (Überhitzung etc.) im innerstädtischen Bereich und Förderung aller von grünbestimmten Maßnahmen (Gehölzpflanzungen etc.) ausgehenden Wohlfahrtswirkungen (Temperaturminderung, Staubbindung, Sauerstoffproduktion, Erholungsnutzung u. a.)“, „Bereitstellung neuer Parkanlagen und Pocket Parks als Ankerpunkte einer multifunktionalen „grünen Infrastruktur“ im Stadtgefüge“.

-    Kleinere Bäume entfalten ihren Beitrag zum Stadtklima (CO2-Bindung und Schattenspende) erst nach Jahrzehnten. Die noch vorhandenen Robinien sollen daher so lange wie möglich erhalten werden.

-    Um zusätzlich zur Verbesserung des Stadtklimas einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten, sollen mindestens in dem in der Vorzugsvariante vorgesehenen Maße Blühpflanzen in die Platzgestaltung integriert werden.

-    Als Ergebnis der Bürgerbeteiligung, Werkstatt I, wurde u. a. festgehalten: „Versiegelung soll möglichst gering gehalten werden; Mehr Grün(-flächen) und Erhalt des Bestands gewünscht“. In Werkstatt III lagen genau zwei Konzepte für den Teilbereich Brunnen“ vor, die sich in den in diesem Änderungsantrag aufgeführten Fragen kaum unterschieden und von denen keine als klarer Favorit hervorging. Man kann dem Ergebnis also nicht entnehmen, dass sich eine Mehrheit der Teilnehmenden gegen die Rasenfläche und die Bäume entschieden hätte.

 

 

 

 

 

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