Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 20-14681

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Anlass:

 

In seiner Sitzung am 21.02.2017 hat der Rat die Planung für das Zielnetz Stadtbahn 2030 einschließlich der dafür notwendigen Zwischenschritte beschlossen (17-03594-01). Gleichzeitig wurden mit diesem Beschluss die Verwaltung und die Verkehrs-GmbH beauftragt, alle notwendigen Schritte zur Vorbereitung der baulichen Umsetzung des Zielnetzes Stadtbahn 2030 durchzuführen und die Öffentlichkeit bei allen Planungen intensiv zu beteiligen.

 

Bestandteil des Beschlusses sind die Projektteile 3.1 „Salzdahlumer Straße/Heidberg“ und 3.2 „Campusbahn/Querum. Beide Projektteile bilden aufgrund der Zusammenhänge im Stadtbahn- und Busliniennetz gemeinsam das Teilprojekt 3 und  befinden sich derzeit in der Projektphase der Machbarkeitsuntersuchung mit  begleitender Öffentlichkeitsbeteiligung. Bei beiden Projektteilen wurden bisher jeweils zwei Bürgerworkshops durchgeführt.

 

Für den Projektteil Campusbahn/Querum haben sich aus den zwischenzeitlichen Untersuchungen neue Erkenntnisse ergeben. Diese haben Auswirkungen auf das Zielnetz 2030 und sind für die Erstellung des Rahmenantrags  berücksichtigt worden. Desweiteren ergeben sich Auswirkungen auf das Teilprojekt Volkmarode mit der Wendeanlage Gliesmarode.

 

Projektteil 3.2 „Campusbahn/Querum“:

 

Beim nördlichen Projektteil des Teilprojektes 3 wurden im Rahmen des ersten Bürgerworkshops sehr viele alternative Streckenführungen von den Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen. Diese Vorschläge  wurden auf bauliche Machbarkeit hin untersucht, bewertet und in Form von Matrizen miteinander verglichen. Diese Ergebnisse sind in einem zweiten Bürgerworkshop der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert worden.

 

Insbesondere eine alternative Stadtbahnanbindung für den Stadtteil Querum über die Querumer Straße statt über den Campus Nord der TU-Braunschweig wurde als Vorschlag benannt. Verwaltung und BSVG haben diese vertiefend untersucht. Die Herausforderung bestand darin, einen sinnvollen Endpunkt in Querum auszumachen, der einen höchstmöglichen Nutzen für die Fahrgäste bei gleichzeitig tragbaren Betriebskosten für das ÖPNV-Gesamtangebot bietet. Eine von Gliesmarode kommende Stadtbahnlinie kann entweder an der Kreuzung Bevenroder Straße / Dibbesdorfer Straße nach Westen in Richtung Neubaugebiet Holzmoor-Nord, nach Osten in Richtung Neubaugebiet Dibbesdorfer Straße - Süd oder weiter in Richtung Norden entlang der Bevenroder Straße geführt werden. Mögliche Endpunkte wären dann entlang der Essener Straße oder nördlich der Schunter im Bereich Forststraße. Allen diesen genannten Streckenführungen ist gemein, dass sie für die ÖPNV-Erschließung in Ergänzung zum Bus nur Teile Querums mit kurzen Wegen an die Stadtbahn anbindet. Es muss immer eine ergänzende Busanbindung innerhalb des Stadtteils geben. Somit ist der nachzuweisende Nutzen für die Fahrgäste zu gering. Darüberhinaus wurden weitere verkehrliche und infrastrukturelle Aspekte und unterschiedliche Optionen dieser Führung bewertet und führten im Zusammenspiel mit den nicht ausreichenden Nutzenkomponenten zum dargelegten Zwischenergebnis. Bei diesen durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt, dass bei einer Stadtbahnanbindung des Stadtteils Querum über die Querumer Straße Fahrzeugmehrbedarfe im Stadtbahn- und Busnetz entstehen, da an einer ungünstigeren Stelle im Gesamtnetz die Anbindung Querums erfolgt.

 

In Summe führen alle betrachteten Aspekte dazu, dass   die durchgeführten Abschätzungen des NKI für diese alternative Stadtbahnanbildung Querums keinen NKI > 1,0 ergaben. Eine wirtschaftliche und förderfähige Umsetzung der genannten alternativen Streckenführung nach Querum über die Querumer Straße ist unter den aktuellen Rahmen- und Förderbedingungen daher für das Projekt Stadt.Bahn.Plus ausgeschlossen und wird nicht weiterverfolgt.

 

Im Vergleich dazu stellt die von Verwaltung und BSVG vorgestellte Gleisführung vom Campus Ost der TU-Braunschweig über die Eisenbahnstrecke Braunschweig - Gifhorn nach Querum eine ergänzende ÖPNV-Erschließung für den Stadtteil dar, bei dem Busleistung kompensiert wird. Die in West-Ost-Richtung verkehrende Stadtbahn ergänzt die Nord-Süd-Erschließung des Stadtteils durch Buslinien optimal. Es entsteht am Knotenpunkt der Stadtbahnlinie und der Buslinien eine Umsteigebeziehung. Fahrgästen werden außerdem zusätzliche umsteigefreie Fahrbeziehungen angeboten, die laut Verkehrsmodell eine hohe Nachfrage haben. Damit entstehen für viele ÖPNV-Nutzer neue attraktive Verbindungen, die gleichzeitig auch  neue Fahrgäste akquirieren. Genau dieses Ziel soll mit dem Ausbau des Stadtbahnnetzes erreicht werden. Auch für diese Führung wurden verkehrliche und infrastrukturelle Aspekte entsprechend betrachtet und führten zum dargelegten Zwischenergebnis.

 

Außerdem bewertet wurde der vorgeschlagene Lückenschluss zwischen den Gleisanlagen der geplanten Campusbahn und den Gleisanlagen der Siegfriedstraße. Baulich ist der Lückenschluss möglich.

 

Es haben sich also für den nördlichen Projektteil die Ergebnisse der vorhergehenden Untersuchungen des Stadtbahnausbaukonzepts bislang weitgehend bestätigt. Dies betrifft, wie dargestellt,  auch die bereits in der Drucksache 17231/14 genannten  Argumente  zur alternativen Streckenführung nach Querum über Gliesmarode.

 

Liniennetz Projektteil 3.2

 

Die Untersuchungen führten in Summe zu einem weiterentwickelten und verbesserten Stadtbahn- und Busliniennetz. Ein Liniennetz mit Lückenschluss ins Siegfriedviertel führt zum Ergebnis, dass ein Mehrwert für Fahrgäste generiert werden kann, wenn zwei Stadtbahnlinien entlang der Campusbahn verkehren. Die Nordstadt entlang der neuen Haltestellen weist eine ähnliche Einwohnerdichte auf, wie das östliche Ringgebiet entlang der Gliesmaroder Straße, die ebenfalls mit zwei Stadtbahnlinien bedient werden soll. Deshalb wird für die weiteren Untersuchungen und das Zielnetz vorgeschlagen, den Lückenschluss zu berücksichtigen.

 

Weiteres Vorgehen:

 

Die Verwaltung und die Verkehrs-GmbH werden unter Berücksichtigung der genannten Randbedingungen die Machbarkeitsuntersuchungen zu den einzelnen Projektteilen fortsetzen. Die dargelegten  Ergebnisse werden der Öffentlichkeit im Rahmen von weiteren Bürgerworkshops erläutert. Zur weiteren Diskussion werden Verwaltung und BSVG neue Vorschläge für Brückenvarianten und mögliche Lagen der jeweiligen Gleistrassen unterbreiten.

 

Auf dieser Grundlage leitet die Verwaltung jetzt die Vor- und Entwurfsplanung für die Wendeanlage Gliesmarode in Höhe der Haltestelle Querumer Straße ein.


 

 

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