Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 20-14640
Grunddaten
- Betreff:
-
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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20.11.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
„Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2020 als zweistündige Sendung bei Deutschlandfunk“
Der diesjährige Wilhelm Raabe-Literaturpreis ist von der siebenköpfigen Jury der Schriftstellerin Christine Wunnicke für ihren Roman ´Die Dame mit der bemalten Hand` (erschienen 2020 im Berenberg Verlag) zuerkannt worden.
Preisträgerin:
Christine Wunnicke, geboren 1966, lebt in München. Sie schreibt Hörspiele, biografische
Literatur und Romane. 2002 erhielt sie für ihre Biografie des Kastratensängers Filippo Balatri, ‚Die Nachtigall des Zaren‘, den Bayerischen Staatsförderungspreis für Literatur.
Für den Roman ‚Serenity‘ bekam sie 2008 den Tukan-Preis. Bei Berenberg erschienen
u.a. ihre Romane ‚Der Fuchs und Dr. Shimamura‘ und ‚Katie‘, die beide auf der Longlist des Deutschen Buchpreises standen, sowie, im Taschenbuch, die Novelle ‚Nagasaki, ca. 1642‘.
2020 wurde sie mit dem Münchner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.
Ihr neuer Roman ‚Die Dame mit der bemalten Hand‘ stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
Die Begründung der Jury lautet:
„Christine Wunnicke hat über Jahrzehnte hinweg ein eigenständiges Werk geschaffen, in dem sich die Gattungen mischen. Gelehrte Groteske. Historischer Miniaturroman. Wissenschaftssatire. Sie beherrscht die Wissensjargons verschiedener Zeiten, mythologische und religiöse Idiomatiken und poetische Aufschwünge ebenso wie deren Parodien. Immer arbeitet sie auf der Grenze zwischen beiden. Am Kipppunkt von Wahn in Wissen und umgekehrt; von Bericht und Karikatur eines Berichts. Aus dem zufälligen Zusammentreffen einzelgängerischer Helden der Wissenschafts- und der Weltgeschichte schlägt sie helle Funken der Erkenntnis und der Komik. In ´Missouri` wird der Erneuerer der englischen Dichtung von einem Cowboy entführt. In ´Kati` versucht ein Experimentalwissenschaftler Messungen ein einem spiritistischen Medium vorzunehmen. Auch `Die Dame mit der bemalten Hand´ handelt von dem tragikomisch scheiternden Versuch, die Welt zu vermessen. Der persische Astrolabienbauer Musa al-Lahuri strandet auf einer struppigen Insel vor Bombay und trifft auf den deutschen Mathematiker Carsten Niebuhr. Ausgerechnet das Vermessungsgenie soll die Originalschauplätze der biblischen Heilsgeschichte studieren und ist vom Weg abgekommen. Der Perser und der Deutsche reden vielsprachig wortreich aneinander vorbei. Aus den Scherben eines Kommunikationsdesasters baut Christine Wunnicke neue bizarr-schöne Gebäude. Der clash of cultures ist hier ein Vergnügen für gebildete Zuschauer von Schiffbrüchen und sprachdionysische Aufklärungsskeptiker. Christine Wunnicke arbeitet den Wahnsinn am Grund unserer Erkenntnis und unseres Wissens heraus. Anschaulich, turbulent, komisch und deshalb schön.“
Verleihung:
Aufgrund der derzeitigen Situation konnte der von der Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk gestiftete und mit 30.000 Euro dotierte Wilhelm Raabe-Literaturpreis in diesem Jahr nicht wie gewohnt am ersten Sonntag im November im Kleinen Haus des Staatstheaters verliehen werden. Stattdessen wird die Preisverleihung im Rahmen einer zweistündigen Sendung im Deutschlandradio am Samstag, den 28. November, um 20:05 Uhr über UKW und DAB+ ausgestrahlt.
Neben der Laudatio von Michael Stolleis, der Rede der Preisträgerin Christine Wunnicke
und den Redebeiträgen von Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Deutschlandfunkintendant Stefan Raue besteht die zweistündige Sendung aus einer Lesung von Schauspieler Werner Eng. Zudem wird es eine Diskussion der Literaturkritiker*innen und Mitgliedern der Jury Katharina Teutsch, Thomas Geiger und Hubert Winkels geben. Die Moderation der diesjährigen Sendung übernimmt Tobias Lehmkuhl. Die Sendung wird am 29.11.2020 ab 00:05 Uhr in Deutschlandfunk Kultur wiederholt und ist jederzeit abrufbar unter: deutschlandfunk.de beziehungsweise in der Dlf Audiothek App.
Jury 2020:
Die Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises, die am 21. September tagte, setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.), Prof. Dr. Moritz Baßler (Germanisches Institut, Westfälische Wilhelms-Universität, Abteilung Neuere deutsche Literatur), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig), Dr. Michael Schmitt (3sat), Prof. Dr. Renate Stauf (Germanistisches Institut, TU Braunschweig), Katharina Teutsch (u.a. FAZ und ZEIT) und Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk).
