Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 20-14715

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

Der Anlage einer Streuobstwiese im Rahmen des Förderprojektes „Biologische Vielfalt“ im Stadtbezirk 211 auf der in dem als Anlage beigefügten Plan gekennzeichneten städtischen Fläche wird zugestimmt.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Im Rahmen des Projektes „Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig“ sind Maßnahmen zur Biodiversität, des Biotopverbundes, des Artenschutzes im urbanen Raum sowie Gestaltungsmaßnahmen unter ökologischen Gesichtspunkten geplant. Das gesamte Projekt wird aus Mitteln des Landes Niedersachsen sowie aus EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) - Programmgebiet SER (Stärker entwickelte Regionen) mit 80 % gefördert.

Als eine Maßnahme sollen sechs Streuobstwiesen über das gesamte Stadtgebiet verteilt mit insgesamt 270 Bäume entstehen. Diese werden in verschiedenen Stadtbezirken in der sogenannten „Gebietskulisse“, das heißt in unmittelbarer Nähe urbaner Bereiche angelegt. Die Größen der Wiesenflächen variieren zwischen 5 000 bis 18 000 m².

Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität, auf denen hunderte verschiedener Tier- und Pflanzenarten leben können. Vom Wurzelbereich über den Stamm bis zu den Blättern, Blüten und Früchten in der Baumkrone dienen die Obstbäume mit zunehmendem Alter Bienen, Hummeln und vielen anderen Insekten, Schmetterlingen, Vögeln wie dem Buntspecht, dem Gartenbaumläufer oder dem Gartenrotschwanz und Säugetieren wie der Garten-Spitzmaus oder dem Dachs als Speisekammer oder Wohnort.

Neben der Pflanzung von alten Obstsorten oder seltenen Obstgehölzen ist eine Initialsaat mit gebietsheimischem Saatgut als Blühstreifen geplant. Die Wiesenfläche wird nach der Herstellung je nach Typ ein- bis dreimal jährlich gemäht.

Auf der städtischen Grünfläche, die momentan als Pufferfläche zwischen den unterschiedlichen Nutzungen Wohnen und Gewerbe sowie als Teil des vernetzenden Grünzugs vom Springbach/Stöckheimgraben weiter in die freie Landschaft südlich von Stöckheim führt, ist eine naturnahe Anlage mit ca. 30 Obstbaumpflanzungen und einem ca. 1 500 m2 großen Blühstreifen vorgesehen.

Es werden überwiegend historische Sorten gepflanzt, um damit einen Beitrag zum Erhalt der noch bekannten 3 000 Sorten zu leisten. Außerdem erhalten die Bäume in den ersten Jahren einen jährlichen Erziehungsschnitt und später alle zwei Jahre einen Erhaltungsschnitt.

Der Abstand der Obstbäume in den Reihen wird dabei ca. 10 m betragen, damit sich die Bäume zu stattlichen, gesunden Obstgehölzen entwickeln können.

Der Blühstreifen zwischen den Obstgehölzen und der vorhandenen Vegetation dient nicht nur als Pufferzone zur angrenzenden Bebauung und Bepflanzung, sondern soll als artenreiche Blumenwiese mit einer hohen Artenvielfalt angelegt werden. Die Saatgutmischung wurde gemeinsam mit dem Julius-Kühn-Institut entwickelt und ist speziell auf den Braunschweiger Vegetationsraum abgestimmt. Neben der Erhöhung der floralen Artenvielfalt soll mit dieser Kräutermischung das Nahrungsangebot der in Braunschweig vorkommenden Wildbienenarten verbessert werden.

 

Mit 39 verschiedenen Pflanzenarten wie Glockenblumen, Löwenzahn und Gelbklee lockt sie mit ihrem Blütenreichtum bis zu 66 Wildbienenarten an. Im ersten Jahr kommen eher wenige Arten wie Ackersenf, Kornblume oder Klatschmohn sicher zur Blüte. Im zweiten Standjahr erscheint ein ungefähres Bild der Blühwiese. Die volle Wirkung des Blühaspekts der Mischung ist dann im dritten/vierten Standjahr zu erwarten.

 

Die Mähintervalle und -zeitpunkte werden auf die Anforderungen zur Entwicklung der Wildbienenpopulationen abgestimmt.

Die Kosten der geplanten Anlage belaufen sich auf ca. 24.600 €. Haushaltsmittel in ausreichender Höhe stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün und Sport zur Verfügung.

Die Ausführung der Pflanzung ist für das Winterhalbjahr 2020/2021 geplant.

 

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Anlagen

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