Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 20-14732
Grunddaten
- Betreff:
-
Anlage einer Obstwiese im Stadtbezirk 112 - Bevenrode
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Beteiligt:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach
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Entscheidung
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18.11.2020
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Im Rahmen des Projektes „Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig“ sind Maßnahmen zur Biodiversität, des Biotopverbundes, des Artenschutzes im urbanen Raum sowie Gestaltungsmaßnahmen unter ökologischen Gesichtspunkten geplant.
Das gesamte Projekt wird aus Mitteln des Landes Niedersachsen sowie aus EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) - Programmgebiet SER (Stärker entwickelte Regionen) mit 80 % gefördert.
Als eine Maßnahme sollen sechs Streuobstwiesen über das gesamte Stadtgebiet verteilt mit insgesamt 270 Bäume entstehen. Diese werden in verschiedenen Stadtbezirken in der sogenannten „Gebietskulisse“, das heißt in unmittelbarer Nähe urbaner Bereiche angelegt. Die Größen der Wiesenflächen variieren zwischen 5 000 bis 18 000 m².
Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität, auf denen hunderte verschiedener Tier- und Pflanzenarten leben können. Vom Wurzelbereich über den Stamm bis zu den Blättern, Blüten und Früchten in der Baumkrone dienen die Obstbäume mit zunehmendem Alter Bienen, Hummeln und vielen anderen Insekten, Schmetterlingen, Vögeln wie dem Buntspecht, dem Gartenbaumläufer oder dem Gartenrotschwanz und Säugetieren wie der Garten-Spitzmaus oder dem Dachs als Speisekammer oder Wohnort.
Neben der Pflanzung von alten Obstsorten oder seltenen Obstgehölzen ist eine Initialsaat mit gebietsheimischem Saatgut unter den Bäumen geplant. Die Wiesenflächen werden nach der Herstellung je nach Typ und abhängig vom tatsächlichen Aufwuchs ein- bis dreimal jährlich gemäht.
Im Zuge der Umsetzung des Förderprojektes ist geplant, auf einer insgesamt circa fünf Hektar großen städtischen Fläche in Bevenrode, die bis Ende September 2020 an einen Landwirt verpachtet war, eine Kurzumtriebsplantage (KUP) aus verschiedenen Pappeln und eine 1,5 ha große Streuobstwiese mit rund 86 Obstgehölzen anzulegen. Auf der ganzen Fläche sowie auf der vierzig Meter breiten Abstandsfläche unter der Hochspannungsleitung zwischen Streuobstwiese und KUP wird eine Blühwiese eingesät, sodass die Kurzumtriebsplantage das Wachstum und die Entwicklung der Obstgehölze nicht beeinträchtigt. Die Bearbeitung der Ackerfläche durch pflügen und grubbern erfolgt im Herbst 2020, um die Fläche in Schwarzbrache zu bringen und für die Ansaat der Blühmischung im Frühjahr 2021 vorzubereiten. Bis zur Pflanzung der Obstgehölze im Herbst 2021 kann sich die Fläche zu einer artenreichen Wiese entwickeln.
Bei der Saatgutmischung handelt es sich um die Braunschweiger Mischung, die sich aus gebietsheimischen Blumen- und Kräutersamen zusammensetzt und optimal auf Braunschweigs Boden und das hiesige Wildbienen-Vorkommen abgestimmt ist. Mit 39 verschiedenen Pflanzenarten wie Glockenblumen, Löwenzahn und Gelbklee lockt sie mit ihrem Blütenreichtum bis zu 66 Wildbienenarten an. Im ersten Jahr kommen eher wenige Arten, wie Ackersenf, Kornblume oder Klatschmohn sicher zur Blüte. Im zweiten Standjahr erscheint ein ungefähres Bild der Blühwiese. Die volle Wirkung des Blühaspekts der Mischung ist dann im dritten/vierten Standjahr zu erwarten.
Die Mischung ist Teil des Projekts „Bienenstadt Braunschweig“ und auf Initiative der Stadt Braunschweig in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des Julius-Kühn-Instituts sowie mit Botanikerinnen und Botanikern der Technischen Universität Braunschweig entstanden.
Die Wiesen werden zweimal jährlich im Juni und September/Oktober gemäht. Das Mähgut wird je nach Witterung nach zwei bis drei Tagen zu Ballen gepresst und von den Flächen abgefahren. Soweit möglich bleiben einzelne Streifen alternierend über das Jahr stehen, sodass stängelbewohnende Insekten Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten geboten werden.
Die Obstbäume werden in einem Abstand von 10 m untereinander in Reihen gepflanzt, die jeweils 15 m Abstand zueinander haben. Damit sich die Bäume zu stattlichen, gesunden Obstgehölzen entwickeln, erhalten die Bäume in den ersten Jahren einen jährlichen Erziehungsschnitt und später alle zwei Jahre einen Erhaltungsschnitt. Bei der Obstsortenauswahl werden vorwiegend Apfelsorten ausgewählt, die sich zur Herstellung von Saft besonders gut eignen.
Die Kosten der geplanten Anlage belaufen sich auf ca. 98.000 €. Haushaltsmittel in ausreichender Höhe stehen im Teilhaushalt des Fachbereichs Stadtgrün und Sport zur Verfügung.
Die Ausführung der Pflanzung ist für den Herbst 2021 geplant.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,2 MB
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