Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 20-14792
Grunddaten
- Betreff:
-
Benennung Pfarrer Rudolph Merker Weg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- SPD Fraktion im Stadtbezirksrat 321
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 321 Lehndorf-Watenbüttel
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Entscheidung
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26.11.2020
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
Die Verwaltung wird gebeten zu einer der nächsten Sitzungen des Stadtbezirksrates eine offizielle Beschlussvorlage für die abschließende Benennung der in Nord-Süd-Richtung von der Sulzbacher Straße bis zur Verkehrsinsel/Querungshilfe an der Hannoverschen Straße durch die Grünfläche verlaufende Wegeverbindung als Pastor-Rudolf-Mercker-Weg zu einer der nächsten Sitzungen vorzubereiten.
Sachverhalt
Sachverhalt:
In insgesamt 25 Jahren seiner Amtszeit in der Kreuzkirchengemeinde in Lehndorf (1979 – 2004), hat Rudolf Merker hat die Gemeinde nachhaltig geprägt.
So sind auf seine Initiative und Anregung die meisten, heute noch existenten, Gemeindegruppen entstanden.
Hier besonders zu erwähnen sind die Erwerbslosengruppe "Zuversicht" (1986),
der Donnerstagstreff oder auch der Besuchsdienst. Die Pfarrscheune - Paul Schmieder-Haus wurde auf seine Initiative hin zum Gemeindezentrum umgebaut und 1995 eingeweiht. Er war maßgeblich an der Entwicklung der heutigen theologischen Ausrichtung der Kreuzkirchengemeinde beteiligt.
So wurde mit ihm gemeinsam 1989 ein gemeindeeigenes Glaubensbekenntnis erarbeitet, das bis heute für die Gemeinde Gültigkeit hat und fester Bestandteil des Gottesdienstes ist. Dieses Glaubensbekenntnis soll als Anlehnung an das Apostolische Glaubensbekenntnis verstanden werden, um den Menschen das eigentliche Wesen Gottes verständlicher machen, bzw. näherzubringen. Es stellt Jesus in den Mittelpunkt. Auch die heute im Gottesdienst der Kreuzgemeinde gefeierte Liturgie entwickelte er mit.
Er entwickelte das "Wegstreckenmodell" der Konfirmandenarbeit, das vom der traditionellen Konfirmandenarbeit abwich und welches später auch von vielen anderen Gemeinden innerhalb der Landeskirche übernommen wurde. Auch in der Jugendarbeit der Kreuzgemeinde setzte er wesentliche Akzente.
So entstand die Gruppe "Kinderkirchenkinder", welche von Eltern und anderen engagierten Erwachsen aus der Gemeinde ehrenamtlich organisiert wurde. So wurden beispielsweise Jugendfreizeiten geplant und durchgeführt. Rudolf Merker hatte eine Begabung darin, Menschen aus allen gesellschaftlichen und sozialen Schichten zur Mitarbeit in der Gemeinde zu motivieren. Er traute Menschen etwas zu und ermutigte sie, sich mit ihren Fähigkeiten und Begabungen in das Gemeindeleben einzubringen. Auch das noch heute für die Kreuzgemeinde besondere Gremium des Gemeindeforums, das bestehend aus Vertretern der einzelnen Gemeindegruppen, den Kirchenvorstand bei seinen Entscheidungen unterstützt, wurde durch ihn ins Leben gerufen. So sollte gewährleistet werden, dass möglichst viele Gemeindemitglieder bei allen wichtigen Entscheidungen mit eingebunden werden.
Er setzte sich für die Überwindung von Dogmen und das Verlassen alter tradierter Wege, hin zu gelebter und praktizierter Nächstenliebe ein. Er war für seine Zeit ein Querdenker und wird heute noch gerne rückblickend als "Revoluzzer" bezeichnet.
Neben der gelebten Nächstenliebe war für ihn auch die Bewahrung der Schöpfung ein zentrales Anliegen. So regte er auch die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Pfarrhauses an, die bis heute in Betrieb ist. Er setzte sich für die Rehabilitierung seines Vorgängers Paul Schmieder und dessen Andenken ein.
Sein Wirken in der Gemeinde und damit verbunden auch über die Gemeindegrenze hinaus hat für die heute immer noch bestehende hohe Wertschätzung von Pastor Rudolf Mercker gesorgt. Die Wegbenennung dieses Weges soll der Erinnerung an diese den Ortsteil Altlehndorf prägende Persönlichkeit und seinem Wirken dienen.
gez.
Jens Kamphenkel
Anlagen
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(wie Dokument)
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