Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 20-14815
Grunddaten
- Betreff:
-
Beauftragung eines Konzeptes zur Erstellung einer Open Data Plattform
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 0800 Stabsstelle Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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Vorberatung
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27.11.2020
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Für viele innovative und querschnittsübergreifende Projekte ist eine breite Datengrundlage unabdingbar, um objektive Entscheidungen zu treffen, Prognosen und Analysen zu erstellen und um neue Anwendungen und Services zu entwickeln. Um dies zu ermöglichen soll für die Stadt Braunschweig eine Open Data Plattform entstehen, welche öffentliche und private Daten auf einer zentralen Plattform bereitstellt und die für verschiedene Zwecke, Zielgruppen und Anwendungen nutzbar sein soll.
Das geplante Projekt zur Erstellung einer Open Data Plattform greift verschiedene Maßnahmen und Teilprojekte des ISEK und des vorliegenden Smart City Konzeptes auf. Es weist außerdem Schnittstellen zu anderen diversen Fachanwendungen auf. Für die Open Data Plattform soll ein Konzept entwickelt werden, um relevante Datensätze, Nutzer*innen, Szenarien, Rahmenbedingungen, eine fachliche Plattformlösung und eine spätere Projektumsetzung zu definieren. Priorisiert werden sollen die Punkte Datenschutz und Datensouveränität sowie Anwendungsfälle. Die Projektkoordination der Konzepterstellung soll durch die Stabsstelle Wirtschaftsdezernat vorgenommen werden. Eingebunden werden weitere Fachstellen der Stadtverwaltung, um fachspezifische Anforderungen in die zu erstellende Leistungsbeschreibung mit aufzunehmen.
Zielsetzung:
Ein perspektivisch großer, öffentlich verfügbarer Pool an Rohdaten unterschiedlicher Beteiligter soll Wirtschaftsunternehmen, StartUps und Forschungsinstituten für die weitere Verwendung und Anwendungsentwicklung zur Verfügung stehen. Auch für Bürgerinnen und Bürger könnte die Open Data Plattform verbesserte Informationsmöglichkeiten bieten. Beispiele könnten die aktuelle Auslastung öffentlicher Einrichtungen, ÖPNV-Services oder Ladestationen sein. Schließlich soll auch die Stadtverwaltung von dem Projekt profitieren, indem ein großer Pool an öffentlichen Daten eine bessere Entscheidungsgrundlage ermöglicht und die Entscheidungen der Verwaltung auch für Bürgerinnen und Bürger transparenter und besser nachvollziehbar macht. Generell sollen mehrwertstiftende Analysen und Prognosen ermöglicht werden.
Herangehensweise:
Aktuell liegen der Verwaltung Daten größtenteils unstrukturiert und in verschiedenen Datensilos bei den einzelnen Fachabteilungen vor. Für eine bessere Transparenz, Verfügbarkeit und Arbeitsgrundlage sollen zunächst die vorhandenen Datensätze der Stadtverwaltung und städtischer Beteiligungen zukünftig auf einer Datenplattform zentral gebündelt und datenschutzkonform vorgehalten werden. Im sukzessiven Aufbau der Plattform ist geplant, weitere bereits bestehende Daten verschiedener Akteure auch aus dem privaten Bereich zu bündeln und öffentlich verfügbar zu machen sowie neue, sensorgenerierte Daten zu erfassen. Die Datenplattform soll skalierbar sein und die Möglichkeit bieten, im Laufe des Projektes Daten aus unterschiedlichen Quellen unterschiedlicher Akteure aufzunehmen und in den vorhandenen Datenbestand zu integrieren.
Hinsichtlich der fachlichen Umsetzung der Plattform ist die Stadt Braunschweig offen für verschiedene Lösungsansätze. Ein regionaler Austausch und ein möglichst interoperables Konzept ist vorgesehen – ein enger Austausch mit der Stadt Wolfsburg erfolgt bereits.
Vorschlag zum weiteren Vorgehen:
Innerhalb der Stadtverwaltung sind die benötigten Kapazitäten und Fachkompetenzen zum Thema Open Data und Datenplattformen für dynamische Daten nicht umfassend vorhanden, sodass ein externes Beratungsunternehmen damit beauftragt werden soll, die Konzeptentwicklung für die Plattform und deren Errichtung zu unterstützen. Weiterhin werden eine Empfehlung zur technischen Plattformlösung erwartet sowie Leitlinien zur Nutzung der Plattform und Verwendung der Daten, zum Zugriffsmanagement, zur Sicherung der Datenqualität und ein Vorschlag zur Umsetzung des Projektes mit nötigen Strukturen und Ressourcen. Weiterhin sollen erste Anwendungsfälle definiert werden.
Die Ausschreibung des Konzeptes und die Erstellung der Leistungsbeschreibung wird durch die Stabsstelle Wirtschaftsdezernat koordiniert und vorbereitet.
Die Kosten werden sich am Umfang der Beratungstage orientieren, ausgeschrieben werden soll die Beratung in Tagessätzen. Eine konkrete Angebotssumme kann aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte noch nicht genannt werden. Haushaltsmittel sind im Haushaltsansatz der Stabsstelle Wirtschaftsdezernates i. H. v. rund 60.000 € vorhanden. Es ist beabsichtigt, unter dieser Summe zu bleiben und eine pragmatische und schlanke Vorgehensweise zu wählen. Über das Ergebnis der Ausschreibung werden die politischen Gremien informiert. Ggfs. erfolgt dann eine erneute Beschlussfassung in den zuständigen Ausschüssen über die Auftragsvergabe.“
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Covid-19-Pandemie sind aus Sicht des Wirtschaftsdezernates die personellen und finanziellen Ressourcen maßvoll für neue und freiwillige Projekte einzusetzen. Der Fortschritt des Projektes ist daher (wie auch beim Projekt „Kooperation mit der Digitalisierungsagentur KOM|DIA zu einem Forschungs- und Entwicklungskonzeptes IoT-Sensorik mit Schwerpunkt LoRaWAN“, 20-14812) ebenfalls stark von den vorhandenen Ressourcen abhängig. Die Beschlussfassung durch den Verwaltungsausschuss soll erfolgen, um weitere zielführende Schritte je nach vorhandenen Ressourcen vornehmen zu können.
Die betroffenen Fachausschüsse werden fortlaufend über den Projektfortschritt informiert.
