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ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 21-15288-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Zur Anfrage der Fraktion DIE LINKE (DS 21-15288) hat die Verwaltung den Vorstand von BS Energy um detaillierte Stellungnahmen gebeten. Diese sind in Zitatformen wiedergegeben.

Welche Investitionen sind bei BS/ENERGY notwendig, damit in diesem Winter als auch in folgenden die Versorgungssicherheit tatsächlich so, wie von BS|ENERGY versprochen, gewährleistet werden kann?

„Alle Bestandsanlagen wurden immer ordnungsgemäß und ohne Wartungsstau instandgehalten. Insgesamt wurden hierfür seit 2002 rund 200 Mio. Euro ausgegeben. 2010 wurden weitere 90 Mio. Euro in eine neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk investiert. Zur Zeit investiert BS Energy zudem mehr als eine Viertelmilliarde Euro in eine Biomasseanlage auf Altholzbasis und in eine Gasturbine. Zugleich werden die Heizwerke aus den sechziger Jahren vollständig modernisiert. Es sind keine Investitionen über die bereits vorgesehenen erforderlich. 

 

BS Energy betreibt das Braunschweiger Fernwärmenetz über Jahrzehnte, in denen es bisher noch zu keinem vergleichbaren Störfall gekommen ist. Die vorhandene N-1-Strategie beim Betreiben des Fernwärmenetzes bedeutet, dass beim Ausfall von Fernwärmeleistung eine andere Anlage diese kompensieren kann (Redundanz). Beim Ausfall mehrerer Anlagen gleichzeitig kann das grundsätzlich nicht gewährleistet werden, da andernfalls der Anlagenpark dreifach vorgehalten werden müsste. Auch die neuen Anlagen sind nach der N-1-Strategie geplant und werden so ausgeführt. Bei der letzten Störung handelte es sich nicht um einen Ausfall des Fernwärmenetzes, sondern um partielle Temperaturschwankungen im Netz, die bei der Heizleistung der Kunden zum großen Teil wahrgenommen wurde.

 

Ursächlich waren insbesondere Qualitätsprobleme bei den eingesetzten Brennstoffen Kohle und Öl mit zeitgleich auftretenden technischen Problemen an verschiedenen Anlagen bei außergewöhnlich tiefen Außentemperaturen. Weitere Investitionen hätten diese Verkettung der unglücklicherweise gleichzeitig auftretenden Umstände nicht verhindern können.“

Insgesamt zeigt der Vorfall aus Sicht der Verwaltung sehr eindringlich die Notwendigkeit des Ersatzes des bisherigen Kohlekraftwerkes durch moderne, leistungsstarke und ökologisch nachhaltige Energieträger sowie die entsprechende Technologie. Erfreulicherweise ist es gelungen, die damaligen Verantwortlichen des Mehrheitsgesellschafters von BS Energy für den Bau der Biomasseanlage zu gewinnen. Dieses bedeutet nicht nur einen großen Schritt zur Klimaneutralität, sondern auch zu einer erhöhten Versorgungssicherheit.

Haftet BS/ENERGY für mögliche Schäden, die durch die gestörte Fernwärmeversorgung bei den Kunden aufgetreten sind?

„Bei von Kunden gemeldeten Schäden wird sich BS|ENERGY kulant verhalten.“

 

 

Welche Maßnahmen hält der Oberbürgermeister – und Vorsitzender des

Aufsichtsrates von BS/ENERGY – für angezeigt, damit die Versorgungssicherheit ab sofort sichergestellt wird?

„BS Energy hat eine Vielzahl von Maßnahmen sofort eingeleitet und umgesetzt und somit zu einer schnellstmöglichen Normalisierung der Situation beigetragen.

 

Nachstehend eine Übersicht:

 

Der N-1 Status bei den Erzeugungsanlagen ist seit dem Wochenende wiederhergestellt. Die in Betrieb befindlichen Anlagen speisen ausreichende Fernwärmeleistung in das Netz ein und die Brennstoffversorgung ist in Menge und Qualität vor Ort sichergestellt. Wegen des Alters der Anlagen und der historisch gewachsenen Zusammenstellung des gesamten Anlagenparks können jedoch Störfälle niemals vollständig ausgeschlossen werden. Die Personalsituation ist angespannt, Unterstützung durch Kollegen/innen aus der Unternehmensgruppe, aus Projekt E 2030 (Neubau Kraftwerke) und externe Dienstleister wurde veranlasst.

Groß- und Sonderkunden wurden kontaktiert, um den Wärmebezug zu reduzieren bzw. eigene Anlagen einzusetzen.

Heizradiatoren wurden angeschafft und auf Nachfrage von Kunden und Institutionen verteilt (nicht proaktiv kommuniziert, da Menge nicht für alle Kunden ausreichend).

Mobile Heizzentralen wurden besorgt und befinden sich vor Ort, um bei Bedarf

Krankenhäuser oder Altenheime zu versorgen

Es wurde eine Hotline, die über 24 Stunden am Tag Erreichbarkeit gewährleistet, sowie eine eigene Info-Website eingerichtet.

 

Mittlerweile trägt die Tendenz zu einer Erhöhung der Außentemperaturen zur Entspannung der Störfallsituation bei.“


Damit sind alle erforderlichen und umsetzbaren Maßnahmen zeitnah realisiert worden. Den Mitarbeitenden des Unternehmens ist großer Dank für ihren mehrtägigen außergewöhnlichen Einsatz zu sagen. Dank gibt es auch für die Unterstützung der anderen Gesellschafter zu sagen, die in permanenter Abstimmung mit uns technische Hilfe geleistet haben.
 

 

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