Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 21-15260-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Dringlichkeitsanfrage: akuter Corona-Ausbruch im Städtischen Klinikum
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 20 Fachbereich Finanzen
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Kenntnis
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16.02.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zu der Dringlichkeitsanfrage der CDU-Fraktion vom 05.02.2021 (DS 21-15260) hat SKBS wie folgt Stellung genommen:
Zu Frage 1:
Antigen-(AG)Schnelltests werden seit Längerem im SKBS eingesetzt, auch bei Neuaufnahmen. Das Klinikum hat in der Vergangenheit eine differenzierte Teststrategie verfolgt, bei der u.a. Neuaufnahmen in Abhängigkeit von der 7-Tagesinzidenz in Braunschweig und der Region mittels AG-Tests gescreent wurden. D.h. wir haben eine Teststrategie, die die Nationale Teststrategie und aktuelles Expertenwissen berücksichtigt und sich differenziert nach dem Infektionsrisiko orientiert. Zusätzlich werden Polymerasekettenreaktions-(PCR)Schnelltests zur Abklärung symptomatischer Covid-19 Verdachtspatienten bei Aufnahme eingesetzt. Die Aussage, dass AG-Testungen erst in der 6. Kalenderwoche starten sollen, ist deswegen nicht richtig. Die jüngst getroffene Entscheidung alle Neuaufnahmen unabhängig von der 7-Tages-Inzidenz zu testen, ist unabhängig von dem in Frage stehenden Ausbruch getroffen worden und hängt mit dem zusätzlichen Infektionsrisiko durch auftretende Mutationen zusammen. Mit einem Aufnahmescreening kann man den Eintrag von SARS-CoV-2 (in begrenztem Umfang) erkennen; Ausbrüche lassen sich dadurch nicht erkennen.
Zu Frage 2:
Übertragungen finden keineswegs nur zwischen Patienten und med. Personal statt, sondern auch vom Personal auf Patienten, innerhalb des med. Personals und zwischen Patienten. Eine kausale Sicherung von einzelnen Übertragungen lässt sich zurzeit nicht führen, da keine entsprechenden Typisierungsverfahren etabliert sind. Zu den Übertragungsketten können daher immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen anhand der Zeitachse und den näheren Umstanden der Exposition gemacht werden, die naturgemäß bei größeren und komplexeren Ausbrüchen versagen. Insofern können wir dazu leider keine allgemeine quantitative Aussage treffen, hier muss jeder Ausbruch separat betrachtet werden. Das geschieht im SKBS durch eine engmaschige Betreuung durch die Abteilung Krankenhaushygiene in Absprache mit den jeweiligen betroffenen Abteilungen.
Zur Quarantäne hat das Gesundheitsamt auf direkte Nachfrage der Beteiligungsverwaltung ergänzend mitgeteilt, dass im Rahmen des Ausbruchsgeschehens am Klinikum Braunschweig 61 Kontaktpersonen der Kategorie 1 ab dem 13.01.2021 in Quarantäne geschickt worden sind.
Zu Frage 3:
Das SKBS verfügt schon seit Längerem über ein Hygienekonzept, das in Absprache mit dem Krankenhaushygieniker erstellt und mittlerweile auch mehrfach angepasst worden ist. Die näheren Ausführungsbestimmungen werden durch eine Reihe von Verfahrensanweisungen geregelt, die jederzeit im Intranet abrufbar sind. Die darin enthaltenen Hygienemaßnahmen orientieren sich an den nationalen und internationalen wissenschaftlichen Empfehlungen und sollten daher „wirksam“ sein. Naturgemäß können aber mit keinem Hygienekonzept Ausbrüche vollständig ausgeschlossen werden.
Zusätzlich teilen wir Ihnen mit, dass gerade im Bereich der Nephrologie flächendeckende AG- bzw. PCTR-Testungen erfolgten. Auch dies konnte das Ausbruchgeschehen nicht verhindern. Weitere Analysen folgen.
