Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 21-15635
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstandsbericht Gedenkstätte Buchhorst
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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16.04.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft wurde letztmalig in der Sitzung am 15. April 2016 im Rahmen einer mündlichen Mitteilung über den Sachstand zur würdigen Darstellung der Gedenkstätte Buchhorst unterrichtet.
Zwischenzeitlich wurde von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel (SNG/JVA WF) und unter Beteiligung der Vereine „AK Andere Geschichte e. V.“ und des Vereins „Friedenszentrum Braunschweig e. V.“ das Konzept zur Würdigung des Gedenkortes Buchhorst fortgeschrieben. Die Planungen wurden im Februar 2021 den oben namentlich genannten Mitgliederorganisationen des „Arbeitskreises Buchhorst“ sowie dem Fachbereich Kultur und Wissenschaft als beobachtendem Mitglied in dem o. g. Arbeitskreis vorgestellt. Im Ergebnis wird der Gedenkort zukünftig in das Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ einbezogen sein.
Das von der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten 2018 gestartete Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ erforscht und dokumentiert die Außenorte des zentralen Strafgefängnisses Wolfenbüttel, um die Vernetzung dieser Haft-, Hinrichtungs- und Beerdigungsorte im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik aufzuzeigen. Sichtbar gemacht werden diese vernetzten Orte durch die Aufstellung von optisch identischen Stelen mit jeweils über den Aufstellungsort erklärendem Text an 10 regionalen und überregionalen Standorten.
Mit Unterstützung der Mitgliederorganisationen des o. g. Arbeitskreises und mit Zustimmung der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Eigentümerin des Areals des Gedenkortes in der Buchhorst, wurde als ein outSITE-Standort der Gedenkort Buchhorst als ein Hinrichtungsort von Häftlingen des Strafgefängnisses Wolfenbüttel im Nationalsozialistischen Unrechtsstaat festgelegt.
Weitere Informationen zum Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ sind im Internet abrufbar unter: https://wolfenbuettel.stiftung-ng.de/de/forschen-recherchieren/outsite-wolfenbuettel-das-strafgefaengnis-wolfenbuettel-und-sein-netzwerk-im-land-braunschweig/.
Zukünftige Gestaltung des Gedenkortes:
Das zukünftige Konzept für den Gedenkort Buchhorst sieht vor, eine Stele vor der Einzäunung des ehem. Schießstandes an dem hier vorbeiführenden Pilgerweg „Braunschweiger Jakobsweg“ aufzustellen. (Anlage 1) Sie informiert den Besucher in deutscher und englischer Sprache über die an diesem Ort vollzogenen Hinrichtungen und die Opfer. Die Stele wird mit einem QR-Code ausgestattet, über den Übersetzungen der
Stelentexte in weiteren Sprachen im Internet abrufbar sind. Ein Entwurf der Stele, die im Juni 2021 aufgestellt werden soll, liegt dieser Mitteilung bei (Anlage 2). Vor der Stele wird ein Platz zum Aufenthalt für Gruppen eingerichtet.
Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz hat unter Einbeziehung des Referates Stadtbild und Denkmalpflege sowie der Unteren Naturschutzbehörde entschieden, dass der abgängige alte Zaun, der das Gelände des ehemaligen militärischen Schießübungsplatzes umschloss und im Herbst 2020 durch die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz abgebaut wurde, voraussichtlich im Oktober 2021 durch einen neuen Zaun ersetzt wird (Anlage 3).
Um die Authentizität des Ortes zu erhalten, sind keine Neugestaltungen des Areals im Wald und innerhalb des Zaunes vorgesehen. Sofern am Gedenkort Buchhorst von dem im Jahr 2009 auf Zeit angelegten Projekt „Rote Seile“ (HBK, Leitung: von Petra Förster) noch Reste vorhanden sind, werden diese im jetzigen Zustand belassen.
Konzepte für Projekte am und für den Gedenkort „Schießstand Buchhorst“, darunter pädagogische Angebote sowie ein Konzept als Lernort, werden derzeit von den verantwortlichen Pädagogen der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel ausgearbeitet. Auch Konzepte für zukünftige künstlerische Projekte als Beiträge der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten sind nach Auskunft der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümerin des Areals des Gedenkortes in der Buchhorst nicht ausgeschlossen.
Die Konzeptangebote sollen zeitlich entsprechend auf den für das Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel betriebenen Internetseiten eingestellt werden.
Vom Parkplatz des Hotels Aquarius wird ein Leitsystem mit Hinweistafeln zum Gedenkort Buchhorst führen.
Zusätzliche Informationen:
Die ehemalige Schießstand-Anlage in der Buchhorst wurde inzwischen als sog. Gruppe baulicher Anlagen in das Denkmalverzeichnis des Landes Niedersachsen aufgenommen.
Im Mai 2020 erfolgte eine Nutzungsübertragung für das Areal des Gedenkortes an die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.
