Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 21-15668

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor dem in der Vorlage bezeichneten Grundstück wird zugestimmt.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig

vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte

über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.

 

Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

 

Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu der Person

ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:

 

 

 

 

Werder 23

 

Irmgard Plättner, geb. Hildebrandt

Geboren:  07.01.1921 in Braunschweig  

Lebenslauf/ Schicksal:  Als Kind lebt I. Plättner abwechselnd bei der Mutter oder dem Vater, die Eltern lassen sich 1935 scheiden. Ab Oktober 1936 ist sie bei keinem Elternteil gemeldet. Zwischen 1936 und 1940 sind zehn verschiedene Adressen in Braunschweig sowie für ein Jahr eine Adresse in Hannover von ihr bekannt. Vermutlich bringt I. Plättner 1939 einen Sohn zur Welt, dessen Vater unbekannt ist und der nie bei ihr lebt. Ab August 1940 ist sie an der Adresse Werder 23 in Braunschweig gemeldet. Am 06.03.1942 heiratet sie Hermann Plättner, der ebenfalls dort wohnhaft ist.

Ausbildung/ Beruf:  Ihre Schulbildung ist unbekannt, ihr Beruf ist laut Meldekarte „Arbeiterin“, vermutlich ungelernt.

Wohnort:   Werder 23, 38100 Braunschweig.

Grund der Verfolgung: Als sogenannte Asoziale verfolgt.

Verfolgung: Am 02.04.1942 wird I. Plättner durch die Gestapo verhaftet wegen “Bruch der Dienstverpflichtung” (sie ist mutmaßlich zur Arbeit in der Kriegsindustrie verpflichtet worden); am 15.04.1942 erfolgt die Verurteilung zu 3 Monaten Haft wegen “Arbeitsverweigerung”. Am 07.03.1944 wird sie erneut verhaftet wegen “Arbeitsbummelei”. Es folgt die Internierung im Frauenlager Watenstedt und am 02.05.1944 die Überführung in das KZ Ravensbrück. Dort stirbt sie laut Sterbeurkunde Ende Februar 1945.             

Verlegungsort:  Werder 23

Grund der Verlegung Recherche: Ein aus Braunschweig stammender Student der Geschichte im Masterstudiengang an der Georg-August-Universität Göttingen               hat die Verlegung eines Stolpersteins angeregt.


 

 

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