Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 21-15667
Grunddaten
- Betreff:
-
Projekt "Stolpersteine 2021"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet
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Entscheidung
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05.05.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig
vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte
über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.
Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.
Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu der Person
ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:
Bismarkstraße 4
Dr. med. Ernst-Hermann Waldvogel
Geboren: 01.05.1900 in Villingen, Baden
Lebenslauf/ Schicksal: Dr. Waldvogel ist seit 1931 verheiratet mit Anneliese Vornbäumen, mit der er drei Kinder hat. Er ist seit 1933 wohnhaft in Braunschweig.
Ausbildung/ Beruf: Er beendet sein Medizinstudium mit der Approbation 1925 und wird Facharzt für Chirurgie, Gynäkologie und Radiologie. Er wird Oberarzt und später erster Chefarzt des Krankenhauses St. Vinzenz in Braunschweig.
Wohnort: Bismarkstraße 4, 38102 Braunschweig
Grund der Verfolgung: Dr. Waldvogel dokumentiert die Verletzungen des SPD-Politikers Matthias Theisen, der am 10. April 1933 durch die SS ermordet wird und dem Umfeld der Rieseberg-Mordopfer zuzuordnen ist. Dr. Waldvogel wird von einem Kollegen beobachtet und denunziert.
Verfolgung: Am 13.01.1945 wird Dr. Waldvogel von einer Hausangestellten erschossen aufgefunden. Es wird Suizid aus Angst vor Verhaftung vermutet.
Verlegungsort: Bismarkstraße 4
Grund der Verlegung Recherche: Die Enkelin von Dr. Waldvogel hat die Verlegung eines Stolpersteins für ihren Großvater angeregt.
