Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 21-15332

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, wie sich eine Biologische/Ökologische Station nach dem Vorbild entsprechender Einrichtungen in NRW realisieren lässt, die ausschließlich für das Stadtgebiet Braunschweig zuständig ist. Dabei sollen u.a. Fragen wie Organisationsstruktur/Trägerverein, Personal- und Sachmittelbedarf, geeignete Unterbringung, Aufgabenbeschreibung, etc. behandelt werden. 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die ökologischen Stationen in Niedersachsen basieren auf einem Anfang der 90er Jahre in NRW entwickelten "Naturräumlichen Fachkonzept Biologische Stationen" des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV). Die Aufgaben reichen von der Erfassung und der Dokumentation von Daten zu Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten bis hin zu Maßnahmen für die Entwicklung der Natur. Schwerpunkte sind dabei die Schutzgebietsbetreuung, Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen sowie natur- und umweltbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Insbesondere soll auf Bestandsschwankungen bei den wichtigen Arten vor Ort geachtet werden, um rechtzeitig Hilfsmaßnahmen einleiten zu können.
Dieses Konzept ist erst vor wenigen Jahren von Niedersachsen weitgehend übernommen worden. Aufbauend auf einigen vorhandenen Stationen, die 2013 z.B. von NABU und BUND zunächst ehrenamtlich im Arbeitskreis "Ökologische Stationen" gegründet wurden,
soll ein Netz an Ökologischen Stationen mit hauptamtlichen MitarbeiterInnen entstehen.
Im ersten Schritt wurden jedoch zunächst die bestehenden Einrichtungen ertüchtigt. Folglich hat die NABU-Station Aller/Oker auch erst einmal die Betreuung des Stadtgebietes von Braunschweig mit übernommen. Die Einrichtung einer eigenen Ökologischen Station für Braunschweig würde jedoch der o.g. Erklärung des Landes und der Kommunen folgen, die wenigen vorhandenen Stationen Schritt für Schritt um weitere Stationen zu erweitern.
Denn das von der Ökologischen Station Aller/Oker (ÖNSA) zu betreuende Gebiet umfasst große Teile Ostniedersachsens (Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel sowie die kreisfreien Städte Wolfsburg und Braunschweig) und ist damit so groß, dass mit nur zwei Fachkräften eine fundierte und flächendeckende Wahrnehmung der zugewiesenen Aufgaben auch bei großem persönlichen Engagement der MitarbeiterInnen der Station nicht möglich ist.
Entsprechend überschaubar sind die Aktivitäten, die seit 2018 durch die ÖNSA auf Braunschweiger Stadtgebiet stattfinden konnten (20-14531-01: Erhebungen zu Laubfroschvorkommen in der Okeraue sowie Zufallsfunde an Neophyten).
Würde man mit diesem Zustand zufrieden sein, hätten die Ökologischen Stationen nur eine Feigenblattfunktion. Dies ist aber sicherlich nicht die Intention des Landes und insbesondere auch nicht die der Stadt Braunschweig.
Der oben beschriebene Zustand zeigt, wie dringend die Stadt Braunschweig eine eigene Ökologische Station braucht, um den skizzierten gesetzlichen Aufgaben in fachlich adäquatem Umfang gerecht zu werden.
Die Einrichtung einer Ökologischen Station nur für Braunschweig würde die Wirksamkeit der „Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten“ auch vor dem Hintergrund, dass in Braunschweig neue Naturschutzgebiete ausgewiesen werden sollen, mehr als bisher auf einen naturschutzfachlich akzeptablen Umfang anheben. Ebenso findet vor dem Hintergrund der Klimakrise und der Corona-Pandemie der Zusammenhang immer breitere Zustimmung, dass für Erhalt, Förderung und Sicherung der biologischen Vielfalt im Allgemeinen und für den Schutz seltener bzw. gefährdeter Arten deutlich mehr investiert werden muss.

 

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