Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 21-15509
Grunddaten
- Betreff:
-
Kinderbürgermeister für Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- FDP-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Vorberatung
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15.04.2021
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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11.05.2021
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Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird gebeten, ein Konzept für die Wahl und die Mitwirkungsmöglichkeiten von Kinderbürgermeistern in Braunschweig zu erstellen und dieses noch im Jahr 2021 zur Entscheidung vorzulegen. Ziel soll es sein, Kinder zur politischen Teilhabe zu motivieren. Orientierung bietet dazu das Programm der Stadt Bramsche. Der oder die Kinderbürgermeister:in (evtl. auch mehrere im Team) soll dabei die Belange von Kindern vertreten und bei Entscheidungen, die diese Belange berühren, altersgerecht mit eingebunden werden.
Zu diesem Zweck soll auch geprüft werden, ob die bisher vakante Stelle für Kinder- und Jugendbeteiligungen für die verwaltungsseitige Betreuung des Kinderbürgermeisterprogramms (teil-) genutzt werden kann.
Sachverhalt
Begründung:
Engagierte Bürger sind für eine Demokratie lebensnotwendig. Je früher Kinder mit demokratischen Prozessen in Berührung kommen und feststellen, dass sie selbst etwas bewegen können, umso größer wird ihre Motivation, sich auch im Jugend- und Erwachsenenalter zu engagieren. Die Erfahrung in der für dieses Programm mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichneten Stadt Bramsche zeigt, dass Kinder, die eine Amtszeit als Kinderbürgermeister hinter sich haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin aktiv bleiben, ob im Jugendparlament oder in Vereinen. Das ist sowohl ein Gewinn für das Ehrenamt in der Stadt als auch für die Kinder: Wenn sie mit ihren Bedürfnissen ernst genommen werden, stärkt das ihr Selbstwertgefühl und ihr Vertrauen in demokratische Prozesse.
Für die Arbeit der Stadtverwaltung aber ergeben sich ebenfalls Vorteile: Durch die Einbindung der Kinderbürgermeister wird der Verwaltung ein anderer Blickwinkel auf ihre Tätigkeiten zuteil; eine bisher eher leise Interessengruppe kann sich Gehör verschaffen, Ideen einbringen und damit die Stadt attraktiver machen.
Dazu ist es notwendig, dass die Kinderbürgermeister tatsächlich Möglichkeiten zur Mitwirkung haben. In Bramsche haben die Kinderbürgermeister beispielsweise Zugang zu einem Büro mit der Möglichkeit, Briefe an die Verwaltung zu schreiben. Sie werden im Sozialausschuss angehört und zu Gesprächen mit dem Bürgermeister eingeladen. Bei der Umsetzung von Anliegen der Kinderbürgermeister ist die Verwaltung zur Eile angehalten, um den kindlichen Zeithorizont nicht zu überschreiten und die Motivation nicht in Frustration umschlagen zu lassen. Auch Korrespondenz der Verwaltung mit den Kindern ist notwendig, um den Sachstand mitzuteilen oder gegebenenfalls zu begründen, warum Vorschläge nicht umgesetzt werden können.
Selbstverständlich kann das Bramscher Konzept nicht 1:1 übernommen werden – allein die unterschiedlichen Größen der Städte sprechen dagegen. Ob es daher einen gesamtstädtischen Kinderbürgermeister geben soll oder beispielsweise mehrere für unterschiedliche Bezirke, und wie die Wahlen ablaufen sollen, wird daher der Verwaltung überlassen.
In Bramsche ist die Wahl Teil der Ferienbetreuung, an der im Sommer rund 70 Kinder teilnehmen. Zwei Wochen werden dem Thema Demokratie gewidmet, kindgerecht aufbereitet. Freiwillige kandidieren als Bürgermeister (einzeln oder im Team) und versuchen, die anderen Kinder in einer Art Wahlkampf von ihren Ideen zu überzeugen. Am Ende steht eine Wahl in einem mit echten Kabinen und Urnen ausgestatteten Wahllokal. Bekanntgegeben wird nur der Sieger. Ansprechpartnerin zu dem Thema ist die Stadtjugendpflegerin Stefanie Uhlenkamp, die gerne Auskunft zur Praxis vor Ort gibt.
