Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 21-16374
Grunddaten
- Betreff:
-
Aufstellen einer Freundschaftsbank am Burgundenplatz
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Herr Schadt (BIBS) im Stadtbezirksrat 331
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Gestoppt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 331 Nordstadt
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Entscheidung
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24.06.2021
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30.09.2021
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
Der Stadtbezirksrat 331 stellt Mittel in Höhe von bis zu 1500 Euro zur Verfügung, um die Aufstellung einer farblich gekennzeichneten „Freundschaftsbank“ am Burgundenplatz zu veranlassen. Das Konzept der Bank wird mit einem Schild erklärt: „Dies ist eine Freundschaftsbank, wo sich auch fremde Menschen begegnen, um freundlich miteinander zu reden.“
Sachverhalt
Sachverhalt:
Der traurige Anlass für diesen Antrag ist der Suizid einer jungen Mutter und ehemaligen Bezirksratskandidatin aus der Nordstadt, die sich für das Aufstellen einer Bank am Burgundenplatz am Siegfried-Denkmal eingesetzt hat.
Seelische Krisen sind leider Alltag in unserer Gesellschaft, und es gibt leider viel zu wenig Orte, wo sich Fremde begegnen und einfach offen ihr Seelenleid sprechen können. In Zimbabwe gibt es daher das Konzept der Freundschaftsbänke, auf denen sich vorher unbekannte Menschen begegnen, um miteinander zu reden.
Ich zitiere aus einem Artikel über diese Freundschaftsbänke:
„Die Fragen von Großmutter Shery sind meistens neu für ihre Besucher. Sie wurden ihnen noch nie gestellt, im ganzen Leben nicht. Viele weinen, wenn sie die erste hören. "Was lastet auf dir?", fragt Shery Ziwakayi, 67, und wartet ab. Und bei einem Zögern: "Ich werde es niemandem verraten." Das reicht. Dann kommen die Geschichten. Und die Tränen.[…] Wer Probleme hat, kann sich neben sie setzen und reden. Ohne Anmeldung. Ohne Angst, verspottet zu werden. Das Projekt, das die Großmütter ausgebildet hat, nennt sich "Friendship Bench", übersetzt "Freundschaftsbank". […]Hunderte Leben hat sich Ziwakayi in den vergangenen drei Jahren angehört. Manchmal sind es Leben, in denen ein geliebter Mensch oder der Job verloren gegangen sind. Manchmal welche, in denen das Geld fehlt. In denen die Schwiegermutter Probleme macht. Die beste Freundin ein Geheimnis verraten hat. Die Kinder Sorgen bereiten. Der Mann oder die Frau fremdgehen. Meistens sind es aber Leben, in denen vieles davon zusammenkommt und dann alles noch schlimmer wird. Wo die Kraft fehlt weiterzumachen. Oder die Hoffnung.[…]
Chibanda, der ehrenamtlich tätig ist, reist derzeit sehr viel, um von dem Erfolg zu erzählen. Berlin, Kapstadt, London, Toronto und San Francisco. Erst am Vortag ist er wieder in Harare gelandet. "Ich habe die Hoffnung, dass irgendwann überall auf der Welt solche Bänke stehen", sagt Chibanda.
Anfangs hatte er Angst, dass die Großmütter unglücklich werden könnten. Dass die schlimmen Geschichten zu viel sind. Das Gegenteil ist der Fall. "Es ist schön für uns, gebraucht zu werden", sagt Shery Ziwakayi. "So sind wir bis ins hohe Alter ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Wer will schon gern allein sein?" Das ist in Harare nicht anders als im Rest der Welt.“
Dieses Konzept aus Simbabwe lässt sich sicherlich nicht eins zu eins auf Braunschweig übertragen. Eine Freundschaftsbank als Begegnungsort fehlt jedoch auch bei uns im Viertel als Ort, wo Menschen offen miteinander ins Gespräch kommen können, die sich vielleicht sonst nie begegnet wären. Eine solche Bank trägt auch zum sozialen Zusammenhalt im Viertel bei und kann sich mit geeigneter Berichterstattung zu einem Treffpunkt des offenen Dialogs im Viertel entwickeln.
gez.
Dirk Schadt
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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241,3 kB
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