Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 21-16232-01
Grunddaten
- Betreff:
-
COVID-19: Aus Angst vor Ansteckung nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Beteiligt:
- 0500 Sozialreferat
- Verantwortlich:
- Dr. Arbogast
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ausschuss für Soziales und Gesundheit
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
17.06.2021
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Beantwortung der Fragen zu o.g. Sachverhalt wurden drei Kliniken in Braunschweig sowie die KVN beteiligt.
Vor diesem Hintergrund beantwortet die Verwaltung die Anfrage der P² Fraktion vom 05.06.2021 (DS 21-16232) wie folgt:
Zu Frage 1:
Antwort Klinikum Braunschweig: Es gibt von Seiten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aktuelle Auswertungen von Abrechnungsdaten für den Krankenhaus-Report 2021, die die Auswirkungen der bisherigen Pandemiewelle auf die Versorgung deutscher Kliniken beleuchten. Danach ist in den Monaten Oktober 2020 bis Januar 2021 insgesamt ein etwas geringerer Fallzahlrückgang zu verzeichnen als im Frühjahr des letzten Jahres.
Anlass zur Sorge geben die Rückgänge bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfällen, aber auch bei Krebs-Operationen, bei denen die Fallzahlen in der zweiten Pandemiewelle wieder stark eingebrochen sind. Gleiche Auswirkungen gelten auch für das Klinikum Braunschweig. Den Krankenhaus-Report gibt es auch für 2020. In der ersten Welle war der Fallrückgang in den genannten Indikationen noch deutlicher.
Antwort HEH: Das HEH verzeichnet einen Rückgang bei elektiven Patienten. Eine Konzentration auf bestimmte Krankheitsbilder ist nicht messbar zu verzeichnen.
Antwort KVN: Richtig ist sicherlich, dass während der ersten Monate der Covid-19-Pandemie und in Verbindung mit den Lockdown-Maßnahmen die Inanspruchnahme der Arztpraxen und Kliniken spürbar zurückgegangen ist. Dies betraf alle Arten von Erkrankungen und Vorsorgemaßnahmen. Bereits im Herbst 2020 riefen verschiedene Ärzteverbände, Medien und Krankenkassen die Bürgerinnen und Bürger auf, alle notwenigen Arztbesuche wiederaufzunehmen.
Zu Frage 2:
Antwort HEH: Zahlen liegen direkt nicht vor. Einen Rückgang der Patienten können wir in unserem Fall (Darmkrebs) nicht verzeichnen.
Antwort KVN: Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen aktuell mit der operativen Pandemiebewältigung im Bereich des Impfmanagements sowie der abrechnungsseitigen Begleitung der Testzentren neben der üblichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit ärztlichen Leistungen mehr als ausgelastet ist und wir daher in der Kürze der Zeit nicht in der Lage sind, Auswertungen zum Vorsorgeverhalten in den Jahren 2019 und 2020 vorzunehmen.
Zu Frage 3:
Für das Klinikum Braunschweig kann festgehalten werden, dass es keine Ängste gibt, das Klinikum Braunschweig aufzusuchen. Die Notaufnahme ist stärker frequentiert denn je und die stufenweise Rückführung in die Versorgungshöhe, wie vor der Pandemie, wird operativ und konservativ zurzeit über die möglichen Kapazitäten genutzt.
Antwort HEH: Eine Aufklärungskampagne zum Thema „zeitnahes/sofortiges Aufsuchen eines Arztes im Bedarfsfall“ ist für das HEH nicht zielführend und mittlerweile auch in der Gesellschaft nicht mehr vertretbar.
Antwort KVN: Tatsache ist, dass die Vertragsärzteschaft erhebliche Anstrengungen unternimmt, um allen Patienten die erforderlichen Vorsorgen zu ermöglichen. Die KVN selbst hat u. a. anlässlich des Welt-Krebstages am 04.02.2021 mittels der beigefügten Pressemitteilung über die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennungsmaßnahmen informiert. Insofern sehen wir derzeit, auch vor dem Hintergrund der enormen Belastungen der Arztpraxen durch das Test- und Impfgeschehen, keine Notwendigkeit einer gemeinsamen Informationskampagne, zumal diese eher durch die Krankenkassen zu begleiten wären, die Ihre Versicherten gezielt und direkt informieren könnten.
Vor diesem Hintergrund sieht die Verwaltung aktuell keine Notwendigkeit einer kommunalen Aufklärungskampagne.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
29,9 kB
|
