Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 21-16325
Grunddaten
- Betreff:
-
Anlage des Westfriedhofs
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Beteiligt:
- 01 Fachbereich Zentrale Steuerung; DEZERNAT VIII -Umwelt-, Stadtgrün-, Sport- und Hochbaudezernat
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 221 Weststadt
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Anhörung
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16.06.2021
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Erledigt
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Grünflächenausschuss
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Entscheidung
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23.06.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Ende 2018 wurde für Braunschweig das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) 2030 durch den Rat der Stadt Braunschweig beschlossen.
Dieses Konzept beinhaltet u.a. das Ziel einer bedarfsorientierten Friedhofsrahmenplanung, bei der unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, dem Wandel in der Begräbniskultur mit den daraus resultierenden Auswirkungen auf den Bedarf an Friedhofsflächen und dem Bestreben, „gerade älteren Menschen einen Ort für die Grabpflege und Trauerarbeit in fußläufiger Entfernung ihres Wohnorts“ zu bieten, Friedhofsflächen stadtweit zu prüfen und im Bedarfsfall weitere Flächen zu entwickeln sind .
Da sich für den Westen Braunschweigs im ISEK Planungs- und Beteiligungsprozess ein Bedarf nach einem eigenen Stadtteilfriedhof herauskristallisiert hat, wurde zur Schaffung eines bedarfsorientierten Angebotes die Anlage eines lokalen Stadtteilfriedhofes im Westen der Stadt als ein ISEK-Projekt Braunschweigs definiert. Als Standort für dieses Projekt wurde durch die Verwaltung ein ca. 26.000 m² großes Grundstück im westlichen Stadtgebiet Braunschweigs, direkt neben dem Kleingartenverein `Am Lehmanger´, ausgewählt.
Bedingt durch Kündigungsfristen des bestehenden Pachtvertrages der betreffenden städtischen Fläche konnten erst im August 2020 die zugehörigen Flurstücke auf Kampfmittel sondiert und anschließend geräumt werden. Unmittelbar nach der Räumung wurden auf dem Grundstück Bodenproben für ein Gutachten zur Beurteilung der Standorteignung als Begräbnisstätte entnommen.
Anfang September 2020 wurde ein Planungsbüro, das auf Friedhofsplanungen spezialisiert ist, beauftragt, drei Vorentwürfe für die Entwicklung eines Stadteilfriedhofes an dem ausgewählten Standort zu erarbeiten.
Für die Planung eines Friedhofes inklusive Parkplatz auf der ausgewählten Standortfläche mit einem Einzugsgebiet, das im Wesentlichen den Stadtbezirk 221 umfasst, wurden von Seiten der Verwaltung folgende fachlichen Planungsparameter festgelegt:
• Standortvorgabe für eine Kapelle (ausgerichtet f. 60-70 Trauergäste) inklusive Nebengebäude (Pastorenzimmer, Lagerraum für z.B. Sargwagen, behindertengerechte Toilette etc.) durch den beauftragten Freiraumplaner in Abstimmung mit der Verwaltung
• ~ 2.000 m² Erschließungsflächen (ohne Parkplatz) für Kapellenvorplatz und Hauptwege (Breite= ~4 m) zzgl. Nebenwege
• ~ 719 lfm Außeneinfriedung inklusive Zugangstore und -türen
• 10 Wasserzapfstellen
• 10 Kompostsammelstellen
• ~ 22.456 m² Bestattungsfläche, aufgeteilt nach allen zu berücksichtigenden Grabstät-
tenarten wie z.B. Kindergrabstätten, Einzelgrabstätten, Doppelgrabstätten, Sonder-
grabstätten, Reihengräbern, Erdbestattungshain, Baumgrabstätten, Würfelgrabstätten,
Erd- und Urnengemeinschaftsgräbern, Urnenruhestätten, Außenkolumbarien etc.
• Schwerpunkt für Erdgrabstätten mit 60 % Anteil an der Gesamtbestattungs-
fläche, optional überplanbar mit veränderter Flächennutzung zur zukünftigen, bedarfs-
orientierten Anpassung des Bestattungsangebotes
• Parkplatz-Westfriedhof auf ~ 844 m² im Südosten der Standortfläche, ausgestattet mit
21 Stellplätzen, davon 4 behindertengerecht
• Erschließung (Verkehr, Strom, Frischwasser/Abwasser) über die Zuwegung von
der Straße `Am Lehmanger´
Auftragsgemäß waren unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Bodengutachtens zur Be-urteilung der Standorteignung als Begräbnisstätte drei unterschiedliche Vorentwürfe zum Neubau des Friedhofs anzufertigen, die der Verwaltung inklusive grober Baukostenschätzungen zwischenzeitlich vorliegen.
Um das Friedhofsflächenangebot möglichst auf den zu erwartenden Flächenbedarf abzustimmen, wurde darüber hinaus allen drei Vorentwürfen die Ergebnisse einer Friedhofsflächenbedarfsberechnung zugrunde gelegt. Diese ergab ein Flächenbedarf an Bestattungsflächen in Höhe von ca. 17.500 m², der bei allen 3 Vorentwürfen zu berücksichtigen war.
Erläuterung Variante 1 (Anlage 2)
Angebunden an die zentrale Zufahrt von der Straße `Am Lehmanger´ ist dem zukünftigen Friedhof im südöstlichen Randbereich der Standortfläche ein 825 m² großer Parkplatz mit 21 Stellplätzen (davon vier behindertengerecht) vorgelagert, von dem aus zwei Hauptwege auf den Friedhof führen.
Der erste Weg nördlich des Parkplatzes leitet den Friedhofsnutzer bzw. -besucher über den Haupteingang auf einen mit Bäumen gesäumten Vorplatz, an dessen Ende sich Standortflächen für eine Friedhofskapelle und ein Nebengebäude mit Pastorenzimmer, Lagerraum z.B. für Sargwagen und behindertengerechter Toilette etc. anschließen.
Nördlich dieser von der Verwaltung noch zu planenden Gebäudekörper schließt sich in Verlängerung der Mittelachse der zukünftigen Friedhofskapelle eine durch Baumgräber eingerahmte, halbkreisförmige Rasenfläche an.
Nordwestlich des Parkplatzes gelangt man über den Seiteneingang auf den 2. Weg, der sich nach wenigen Metern entlang von Vorhalteflächen in einen bogenförmig verlaufenden Nebenweg und einen in der Mittelachse der Standortfläche verlaufen Hauptweg aufteilt.
Beide Wegeführungen, die den Friedhofsbesucher durch ein weiträumiges Erbbestattungsfeld aus gleichmäßig angeordneten Einzelgrabreihen im Zentrum des Friedhofs leiten sowie an kleinräumigeren Teilbereichen wie bspw. einem anonymen Urnenhain vorbeiführen, enden in der zentralen Platzfläche eines kreisförmig gestalteten und mit Grünflächen eingerahmten Außenkolumbariums im Norden der Standortfläche.
Westlich und östlich des Außenkolumbariums fügen sich kreisförmig gestaltete Urnengemeinschaftsgräber an, die durch bogenförmig angeordnete Nebenwege erschlossen sind.
Als weitere Erschließung des Friedhofsraumes gehen von dem in der Mittelachse der Standortfläche verlaufenden Hauptweg Nebenwege nach Westen und Osten ab.
Zentrale Wegekreuzungen dieser Erschließungsflächen sind funktional zu kreisförmigen Plätzen erweitert und durch Beetflächen eingerahmt; ein Gestaltungsprinzip, dass sich auch in der zentralen Platzfläche im Norden der Standortfläche wiederholt.
Die Baukosten für den Außenbereich ohne Hochbauten belaufen sich nach der ersten groben Kostenschätzung bei der Variante 1 auf ca. 780.000 € brutto.
Erläuterung Variante 2 (Anlage 3)
Im Vergleich zur Variante 1 unterscheidet sich die Variante 2 gestalterisch in erster Linie durch eine andere Wegeführung.
Bei der Variante 2 sind die Wegeführungen sehr gradlinig, wodurch es ohne zusätzliche Wegeaufweiterungen in den Kreuzungsbereichen zu Problemen mit der Nutzbarkeit bzw. der Befahrbarkeit der Erschließungsflächen durch Verwaltung und Gewerbetreibende kommen könnte.
Die Baukosten für den Außenbereich ohne Hochbauten belaufen sich nach der ersten groben Kostenschätzung bei der Variante 2 auf ca. 810.000 € brutto.
Erläuterung Variante 3 (Anlage 4)
Im Vergleich zur Variante 1 unterscheidet sich die Variante 3 gestalterisch ebenso in erster Linie durch eine andere Wegeführung.
Bei der Variante 3 kommt es aufgrund der diagonalen und geschwungenen Wegeführungen zu Verlusten bei der Anzahl der Grabflächen.
Die Baukosten für den Außenbereich ohne Hochbauten belaufen sich nach der ersten groben Kostenschätzung bei der Variante 3 auf rd. 880.000 € brutto.
Bewertung der Varianten
Nach Sichtung der Vorplanungsergebnisse sowie der zugehörigen Baukostenschätzungen favorisiert die Verwaltung den Vorentwurf Variante 1 zum Neubau des Westfriedhofes auf der ausgewählten Standortfläche.
Aus Sicht der Verwaltung sind in der Variante 1 Funktionalität von Erschließungsflächen, maximale Bereitstellung von Bestattungsflächen (optimale Ausnutzung der vorhandenen Grundfläche) und Gestaltungsvielfalt am besten vereinigt.
Zudem ist diese Variante die kostengünstigste.
.
Darüber hinaus überzeugt die Vorentwurfsvariante 1 durch eine funktionale und klare Raumaufteilung des zukünftigen Friedhofs.
Eingebettet in diese Grundordnung fügen sich kontrastreich gestaltete Teilbereiche, die den einzelnen Grabarten zugeordnet sind, zu einem abwechslungsreichen und ansprechenden Gesamtbild.
Alle Vorentwurfsvarianten wurden bei einem Ortstermin am 13.04.2021 dem Stadtbezirksrat 221 - Weststadt vorgestellt. Der Stadtbezirksrat hat die Meinung der Verwaltung geteilt und favorisiert die Variante 1.
Die beschriebene und von der Verwaltung favorisierte Variante 1 soll dabei als Leitbild dienen, auf dessen Grundlage, unter Berücksichtigung auch zukünftiger Veränderungen im Bestattungsverhalten, der Westfriedhof entwickelt werden kann.
Zunächst gilt es wesentliche Infrastrukturen des Friedhofes wie u.a. die Hochbauten (Friedhofskapelle u. Nebengebäude), den Parkplatz und vorrangige Erschließungsflächen zu realisieren.
Darüber hinaus ist der neue Friedhof mit einer erforderlichen Grundbepflanzung auszustatten. Zukünftige Bestattungsflächen werden zunächst als Bienennährflächen eingesät und entwickelt.
Durch intensive Informationen und Mustergrabstellen für Hinterbliebenen sowie weitere Beratungsmaßnahmen ist die Verwaltung bestrebt, eine bienenfreundliche Bepflanzung der Grabstellen durch die Nutzungsberechtigten zu erreichen.
Somit steht bei der sukzessiven Entwicklung des Westfriedhofes neben der Bereitstellung bedarfsgerechter Bestattungsangebote auch die Nutzung ökologischer Potentiale des Standorts zum Erhalt der Biodiversität in Braunschweig im Vordergrund.
Im Ergebnis schlägt die Verwaltung die Variante 1 zur Umsetzung vor, für die im Teilhaushalt des FB 67 Haushaltsmittel in ausreichender Höhe zur Verfügung stehen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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3,2 MB
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2
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(wie Dokument)
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2,8 MB
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3
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(wie Dokument)
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233,5 kB
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4
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(wie Dokument)
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264,9 kB
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