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ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 21-15791

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Im Anhang dieser Mitteilung erhalten Sie den Jahresbericht Feuerwehr Braunschweig 2020.

 

Die Personalzahlen der Berufsfeuerwehr und die Mitgliederzahlen der Freiwilligen Feuerwehr sind im vergangenen Jahr erfreulicher Weise trotz der Corona-Pandemie sehr stabil geblieben.

 

Das Jahr 2020 war von einem Rückgang der Einsätze in allen Bereichen geprägt. Ursache hierfür ist die Pandemie und der damit verbundene Rückgang der Aktivitäten, insbesondere im ersten Lockdown.

 

Auffallend ist der deutliche Rückgang beim Schutzzielerreichungsgrad der Stufe 1 (10 Einsatzkräfte innerhalb von 9:30 Min. nach Notrufeingang). Er betrug im Jahr 2020 lediglich 67,9 % gegenüber 74,0 % im Jahr 2019. Damit ist der Schutzzielerreichungsgrad erstmalig seit Umsetzung der Maßnahmen aus dem Feuerwehrbedarfsplan wieder gesunken.

 

Die Feuerwehr macht den Rückgang an unterschiedlichen Ursachen fest:

 

  • Die Anzahl der auswertbaren Einsätze ist um über 5 % gesunken. Der Rückgang der Einsätze hat überproportional in der Innenstadt stattgefunden. Die Innenstadt ist der Bereich mit dem höchsten Schutzzielerreichungsgrad.
  • Durch die Bauarbeiten direkt vor der Hauptfeuerwache (Kanalbau und Vorplatzumbau) konnte zeitweilig die Hauptausfahrt über die Tunicastraße nicht genutzt werden. Die Einheiten mussten durch das Baufeld über den Hasenwinkel ausrücken, dies führte zu Verzögerungen bei allen Einsätzen der Hauptfeuerwache in diesem Zeitraum.
  • Die Ausrückezeiten (Zeit von der Alarmierung bis zum Ausrücken der Fahrzeuge) haben sich im Jahr 2020 um durchschnittlich 6 Sekunden verlängert. Diese Zeitzunahme begründet sich in den Hygienemaßnahmen auf den Wachen (u. a. Tragen einer Maske, Abstandsgebot)

 

Die Auswertung zeigt, dass der Schutzzielerreichungsgrad der Stufe 1 sehr sensibel auf Störungen reagiert. Die Feuerwehr geht davon aus, dass der Erreichungsgrad im Jahr 2021 wieder auf über 70 % steigen wird, nach Ende der Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen sind Werte zwischen 70 und 75 % wieder realistisch. Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) empfiehlt einen Schutzzielerreichungsgrad von 90%.

 

Die Inbetriebnahme der Feuerwache Süd-West wird zu einer Steigerung des Schutzzielerreichungsgrades (um ca. 7%) führen und ihn gleichzeitig auch widerstandsfähiger gegen einzelne Störungen wie z. B. Baumaßnahmen machen.

 

Der Schutzzielerreichungsgrad der 2. Schutzzielstufe (16 Einsatzkräfte innerhalb von 14:30 Min. nach Notrufeingang) ist mit 91,8 % (92,8 % in 2019) nahezu konstant geblieben und entspricht den Empfehlungen der AGBF (90%).

 

Dieser standardisierte, überwiegend auf Zahlen und statistischen Werten beruhende Jahresbericht gibt die zusätzlichen Herausforderungen der Feuerwehr Braunschweig im vergangenen Jahr aber nicht wieder.

 

Die Berufsfeuerwehr war maßgeblich in die Pandemiebekämpfung der Stadt Braunschweig eingebunden.

 

In der Gefahrenabwehrleitung wurden neben der stellvertretenden. Leitung des Stabes auch das Sachgebiet S2 „Lage“ und das Sachgebiet S4 „Versorgung“ durch die Berufsfeuerwehr komplett personell gestellt.

 

Die Arbeit in den Sachgebieten S1 „Personal“, S3 „Einsatz“, S5 „Presse- und Medienarbeit“ wurde durch Führungskräfte der Berufsfeuerwehr ebenfalls maßgeblich unterstützt. Zudem wurden in der GAL die Fachberater „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“, „Notfallseelsorge“ und „Bevölkerungsschutz“ gestellt.

 

Auch in den Task-Forces „Stationäre Versorgung“, „KiTa/Schule“, „Impfzentrum“ und „Testzentren“ haben Führungskräfte der Berufsfeuerwehr mitgewirkt. Seit Dezember 2020 stellt der Fachbereich Feuerwehr den Organisatorischen Leiter des Impfzentrums sowie weiteres Personal.

 

Auch im normalen Dienstbetrieb sowohl der Berufsfeuerwehr als auch der Freiwilligen Feuerwehr hatte die Pandemie erhebliche Auswirkungen. Zur Sicherstellung der ständigen Einsatzbereitschaft wurde umfangreiche Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen erarbeitet und laufend an den Pandemieverlauf angepasst. Im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr kam es über einen langen Zeitraum zu einer völligen Einstellung des Dienst- und Übungsbetriebes.

 

Wie in der Mitteilung 21-15674 bereits mitgeteilt, konnten diese Aufgaben nur durch Priorisierung der Pandemiebekämpfung und durch Mehrarbeit geleistet werden. So wurden u. a. konzeptionelle Arbeiten im Bevölkerungsschutz (z.B. Erstellung eines Katastrophenschutzkonzeptes, Konzept zur Warnung der Bevölkerung), in der Einsatzvorbereitung (z.B. Überarbeitung des Messkonzepts für Gefahrguteinsätze, Einsatzkonzept Kulturgutschutz) und der Bauplanungen (Abschluss des Investitionssteuerungsverfahrens für die Süd-West-Wache) nicht im eigentlich notwendigen Maße umgesetzt. Diese Aufgaben müssen nach der Pandemie dringend nachgeholt werden.

 

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