Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 21-16128-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Die Anfrage der BIBS-Fraktion wird wie folgt beantwortet:

 

Zu Frage 1

 

Es hat sich im Rahmen der Analyse zur Infektionsverteilung von Covid-19 in den Stadtteilen herausgestellt, dass den größten Aussagewert die Darstellung der reinen Infektionszahlen bzw. des Anteils dieser Zahl an der Anzahl der im Stadtbezirk lebenden Bevölkerung hat.

 

Grafik 1:

Infektionszahlen Covid-19 in der 3. Welle im Zeitraum 01.01. 26.05.2021 nach Planungsbereichen

 

Grafik 1 zeigt die Anzahl der Infektionen pro Planungsbereich in der 3. Welle 2021 vom 01.01. bis 26.05.2021.

8 Stadtteile (das sind 25 % aller 32 Planungsbereiche) (orange) liegen deutlich über dem Durchschnitt. Hier fanden 52 % (2.048) aller Infektionen 2021 statt.

 

Grafik 2:

Anteil der Infektionen in der 3. Welle im Zeitraum 01.01. 26.05.2021 nach Planungsbereichen

 

Grafik 2 zeigt die Gesamtübersicht in der 3. Welle vom 11.01.2021 bis zum 21.04.2021 als Verteilung der prozentualen Infektionsanteile je Stadtteilteil.

 

Betroffen waren durchschnittlich 1,6 % aller 250.495 Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger. Betroffen waren alle Stadtteile. Den geringsten Infektionsanteil verzeichnete das Östliche Ringgebiet (PB 03) mit 0,7 %. Der höchste Infektionsanteil entfiel auf die Weststadt Süd (PB 12) mit 3,2 %.

 

Die rot/orange eingetragenen Planungsbereiche (Westlicher Ring Süd, Bebelhof/ Haupt­friedhof/Hauptbahnhof, Gartenstadt/Rüningen, Weststadt Süd, Siegfriedviertel/Schwarzer Berg, Kralenriede/Schunter (wg. LAB) und Lamme signalisieren eine deutlich über dem Durchschnitt von 1,6 % liegende Betroffenheit in den entsprechenden Stadtteilen mit einer Spannweite von 2,0 % 3,2 % Infektionsanteilen.

 

7-Tages-Inzidenzen zu 2 unterschiedlichen Zeitpunkten in der 3. Welle

am 19.04. und 15.05. 2021

 

Die Darstellung der 7-Tages-Inzidenzen zeigt einen punktuellen zufälligen Ausschnitt genau zu diesem Zeitpunkt. Die Berechnung erfolgt nach der Formel Infektionen der letzten 7 Tage im Stadtteil dividiert durch die Anzahl der in dem Stadtteil lebenden Bevölkerung, multipliziert mal 100.000, um eine vergleichbare Aussage für die Planungsbereiche auf 100.000 zu erzielen.

 

Es können damit Stadtteile in den Blick geraten, die eine relativ kleine zufällige Häufung von zum Teil gegenseitigen Infektionen hatten, wie z. B. in Geitelde/Stiddien/Timmerlah (Inzidenz = 278,6), in dem aber vergleichsweise wenige Menschen wohnen. Die Inzidenz ist damit nicht allein geeignet, weitreichendere stadtquartierbezogene Handlungsimpulse zu begründen.


Grafik 3:

Verteilung der 7-Tages-Inzidenzen am 19.04.2021 nach Planungsbereichen

 

Die durchschnittliche Inzidenz am 19.05.2021 betrug für Braunschweig 109,8.

 

Eine überdurchschnittlich hohe 7-Tages-Inzidenz wurde analysiert für die rot dargestellten Planbereiche Bebelhof/Hauptfriedhof/Hauptbahnhof; Weststadt Süd, Ölper, Rühme/Vorwerk­siedlung und Geitelde/Stiddien/Timmerlah. In den Auswertungen des Schlaglichter­berichts 2020 werden die 3 letztgenannten Stadtteile unter sozialen Gesichtspunkten nicht genannt.

 

Grafik 4:

Verteilung der 7-Tages-Inzidenzen am 15.05.2021 nach Planungsbereichen

Die durchschnittliche Inzidenz am 15.05.2021 betrug für die gesamte Stadt 81,8.

Überdurchschnittlich hohe Inzidenzen wurden für die Innenstadt und die Weststadt Süd analysiert. Etliche Stadtteile lagen zum Teil weit unter dem Durchschnitt oder wiesen gar keine Betroffenheit aus, wie das Kanzlerfeld und Hondelage.

 

Zu Frage 2

 

Mit der generellen Öffnung der Priorisierungen zum 7. Juni 2021 ist, wie in anderen Kommunen auch, in Braunschweig sowohl die Warteliste als auch die Erwartungshaltung der Menschen, die bereits jetzt aufgrund der Priorisierung impfberechtigt sind und auf ein Impfangebot warten, angestiegen. Aktuell befinden sich rd. 30.000 Menschen auf der Warteliste, es bestehen bereits Wartezeiten von über sechs Wochen.

 

Da nach wie vor nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, mussten die vom Land gelieferten Impfdosen in den vergangenen Wochen nahezu ausschließlich für Zweitimpfungen verwandt werden. Erst ab Ende Juni werden wieder Erstimpfungen in größerem Maße in den Impfzentren durchgeführt werden können, wobei der Stadt Braunschweig nach derzeitigem Stand nach wie vor maximal 7.489 Impfdosen wöchentlich (für Erst- und Zweitimpfungen) zur Verfügung gestellt werden.

 

Insbesondere mit Blick auf die bislang beabsichtigte Schließung der Impfzentren zum 30. September 2021 besteht nach Auffassung der Verwaltung derzeit kein Spielraum dafür, Impfungen gezielt in einzelnen Stadtteilen durchzuführen. Berücksichtigt werden muss hierbei, dass die o. g. große Anzahl an Wartenden spätestens bis zum 8. Juli 2021 mit dem Impfstoff der Fa. AstraZeneca bzw. bis Mitte August 2021 mit einem mRNA-Impfstoff erstgeimpft werden muss, um die erforderliche Zweitimpfung in den Impfzentren noch sicherstellen zu können.

 

Soweit sich in dieser Zeit allerdings herausstellen sollte, dass einerseits die Warteliste schneller als bislang gedacht wurde abgearbeitet werden kann und bzw. oder andererseits weiterer Impfstoff durch das Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wird, wird die Verwaltung kurzfristig Umsetzungsschritte für Impfungen in den priorisierten Stadtteilen prüfen.

 

Unabhängig hiervon hat die Verwaltung bereits analysiert, wie sich die Infektionsverteilung in den einzelnen Stadtteilen darstellt.

 

Grafik 5:

Infektionsverteilung nach Stadtteilen

 

Die Auswertung zeigt hierbei u. a., dass rd. 52 % der Infektionen der 3. Welle in den genannten 9 Stadtquartieren anfielen.

 

 

 

Impfangebote in den Wohnstandorten für Geflüchtete

 

Mit hohem personellem Aufwand wurden bisher Impfungen in den Wohnstandorten für Geflüchtete angeboten und durchgeführt.

 

Grafik 6 zeigt, dass die Impf-Ergebnisse in den Standorten zwischen 26 % und 54 % angenommen wurden. Durchschnittlich sind 31,2 % geimpft. Um eine Herdenschutz­immunität zu erreichen, ist der Wert noch viel zu gering. Die Gründe sind vielfältig.

 

Beispiele für Impfbereitschaft oder Ablehnung:

 

Geflüchtete aus Afrika: Ablehnung vorrangig kulturell bedingt, ein Impfangebot wird beispielsweise als Angriff auf körperliche Kraft oder Stärke angesehen. Gleichzeitig gibt es eine große Angst vor Nebenwirkungen.


Geflüchtete aus Syrien/Irak/Iran: Impfbereitschaft erhöht u. a. aufgrund des teilweise höheren Bildungstandes.

 

Geflüchtete aus Osteuropa: allgemein geringe Impfbereitschaft; teilweise auch bedingt durch niedrigere Bildung, tendenziell grundsätzliche Ablehnung von Angeboten des Staates.

 

 

Grafik 6

Impfangebote in den Unterkünften für Wohnungslose


Den zwei städtischen Gemeinschaftsunterkünften für wohnungslose Menschen, dem Diakonieheim am Jödebrunnen und dem Betreuten Wohnen am Pippelweg der Parität wurden ebenfalls grundsätzlich/überwiegend sozialarbeiterisch begleitet Impfungen angeboten. Von 121 in den genannten Einrichtungen untergebrachten Wohnungslosen sind nun 71,1% erstgeimpft (= 86) (Stand: 19.05.2021).

 

In der ambulanten Tageseinrichtung Iglu wurde das Angebot von 96% (24 von 25) angenommen.

 

122 Menschen waren Stand 19.05.2021 dezentral untergebracht. Sie sind über die Impfmöglichkeiten durch das Impfzentrum informiert.

 

 

Die Analyseergebnisse können gern im AfSG vorgestellt werden.

 

 

Zu Frage 3

 

Hierzu liegen der Stadt keine Informationen vor.

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