Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 21-16305-02
Grunddaten
- Betreff:
-
Kunstraseninfrastruktur in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sportausschuss
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zur Beantwortung
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22.06.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Anfrage 21-16305 der CDU-Fraktion vom 9.Juni 2021 wird wie folgt beantwortet:
Zu Frage 1:
Kunststoffrasenspielfelder bestehen in der Regel aus einem Faserteppich, in den Verfüllstoffe wie Sand und Granulate aus unterschiedlichsten Materialien eingebürstet werden.
Die Verfüllstoffe stützen die synthetischen Grashalme und verleihen dem Rasen Eigenschaften, die z. B. für die Sportart Fußball benötigt werden. Sie spielen bspw. für das Ballrollverhalten und Ballsprungverhalten eine wesentliche Rolle.
Außerdem soll die Füllung ein hohes Maß an Elastizität aufweisen, um die Verletzungsgefahr für Sportlerinnen und Sportler zu minimieren.
Seit ca. 2 Jahren werden auf städtischen Freisportanlagen beim Tausch von Belägen sowie bei Neubauvorhaben ausschließlich Sand und Kork-Sand Gemische als Verfüllstoffe nach neuestem Stand und aktuellen Regeln der Technik verwendet.
Die Verwaltung hat kürzlich zwei Kunststoffrasenspielfelder herstellen lassen, die verschiedene Halmsorten miteinander kombinieren und die nahezu ohne Füllstoffe auskommen. Ausschließlich Sand wurde hier in den unteren Lagen zur Beschwerung des Teppichs eingebaut, um ein Verrutschen und Verschieben etwa durch Pflegemaßnahmen zu verhindern.
Eine Entscheidung der EU-Kommission, ob künftig die Verwendung von Granulaten aus Kunststoff verboten werden, steht derweil noch aus. Mit einer Entscheidung ist voraussichtlich zum Ende des Jahres 2021 zu rechnen.
Unabhängig von dieser Entscheidung hat sich die Verwaltung vor geraumer Zeit gegen jegliche Verfüllung von Kunststoffrasenspielfeldern mit Gummigranulaten entschieden, um den Austrag von Mikroplastik in die Umwelt deutlich zu reduzieren.
Der Einsatz von Kork statt Gummi bietet sowohl sportfunktional als auch ökologisch hinsichtlich des Austrags in die Umwelt und auch bei der Entsorgung eine nachhaltige Alternative und stellt unter sportfunktionellen Gesichtspunkten eine mindestens ebenso hochwertige Verfüllung dar wie die früher verwendeten Neugummigranulate.
Die Erfahrungen der Verwaltung mit den beiden oben beschriebenen Kunststoffrasen-systemen bzw. Verfüllstoffen sind durchweg positiv.
Zu Frage 2:
Aktuell gibt es keine Planung für einen weiteren Fußballkunstrasen. Sollte eine solche Planung zukünftig erfolgen, würden die unter 1.) beschriebenen Systeme bzw. Verfüllstoffe (Sand/Kork) Verwendung finden.
Zu Frage 3:
Zurzeit führt die Verwaltung keine Gespräche mit dem Stadtsportbund zum Bau neuer Kunststoffrasenspielfelder. Die in der Vergangenheit mit dem SSB und Sportfachverbänden zum Thema „Kunstrasenspielfelder“ geführten Gespräche sind seit geraumer Zeit abgeschlossen. Die Ergebnisse sind dem Sportausschuss zur Kenntnis gegeben worden.
In diesem Zusammenhang wird auf die in der Anlage angehängte Beschlusssache 19-11232, „Ökologische Alternativen für Verfüllungen auf Kunstrasenplätzen“ verwiesen, die im Rat der Stadt am 12.11.2019 in Teilen beschlossen wurde.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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132,4 kB
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