Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 21-16171

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Im Juli 2018 hatte der Rat zur Grundlagenermittlung für die Kulturentwicklungsplanung, auf Vorschlag der Verwaltung, die Durchführung von zwei Kulturumfragen beschlossen (Drs.-Nr. 18-08505). In der Folge wurden von Ref. 0120 im Auftrag des FB 41 folgende Umfragen durchgeführt:

        vom 5. November bis zum 7. Dezember 2018 eine repräsentative Bürgerumfrage

        vom 4. Februar bis zum 8. März 2019 eine Zielgruppenbefragung mit Fokus auf Führungskräfte, die in Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Braunschweig und im Gebiet des Regionalverbands Großraum Braunschweig tätig sind.

(zu den der jeweiligen Umfrage zugrundeliegenden Satzungen siehe Beschlüsse Drs.-Nr. 18-07165 und Drs.-Nr. 18-09351).

 

Hierzu wird mitgeteilt:

Die Ergebnisse der Umfragen wurden dem Netzwerk Kulturberatung, das mit der Durchführung des Kulturentwicklungsprozesses (KultEP) beauftragt worden war, zur Auswertung und Implementierung in den KultEP zur Verfügung gestellt. Der Auswertungsbericht liegt nun vor (Anlage).

 

Aus den Ergebnissen der Umfragen ist erkennbar, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Braunschweig ebenso wie die befragten Führungskräfte dem Kulturangebot der Stadt eine große Bedeutung und eine gute Qualität beimessen:

        30,6 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger halten die kulturellen Angebote in der Stadt Braunschweig für „sehr wichtig“, 47,9 Prozent für „wichtig“.

        56,5 Prozent beurteilen die Kulturangebote der Stadt Braunschweig als „sehr gut“ bis „gut“.

        Bei den Führungskräften lässt sich eine ähnliche Tendenz beobachten: 36,2 Prozent der Befragten finden das Kulturangebot der Stadt Braunschweig „sehr wichtig“, 48,0 Prozent „wichtig“.

        60,1 Prozent bewerten es als „sehr gut“ bis „gut“.

 

Über diese globalen Einschätzungen hinausgehend stellten die Umfragen u. a. auch differenzierende Fragen nach den favorisierten Veranstaltungsarten, -sparten und -orten sowie nach der Häufigkeit der Besuche von kulturellen Veranstaltungen. Im vorgelegten Bericht werden diese ausgewertet und die Ergebnisse der Führungskräftebefragung mit den Ergebnissen der Bürgerumfrage verglichen. Dabei werden zusätzlich auch Erkenntnisse aus der aktuellen Teilhabeforschung eingeflochten:

        In Braunschweig ist eine Entwicklung erkennbar, die in der Kulturforschung seit langem bekannt ist: Die heutigen Kulturnutzer*innen sind eher Vielnutzer*innen, die ein breites Spektrum von Kulturangeboten wahrnehmen, d. h. weniger Spezialist*innen bezogen auf nur eine Kultursparte.

        Bemerkenswert ist, dass die Führungskräfte das kulturelle Angebot fast genauso oft nutzen wie die Braunschweiger Bürger*innen und auch vergleichbare Präferenzen haben.

        Die Nutzungshäufigkeit steigt mit der Schulbildung kontinuierlich an.

        Hinsichtlich der kulturellen Präferenzen bilden bei beiden Befragungen die Angebote „Musik und Konzerte“, „Film / Kino“, „Theater“ und „Stadtfeste / Events“ im oberen Bereich der Skala die Spitzengruppe, während „Musiktheater / Tanz“ „Kunst im öffentlichen Raum“, „Geschichte“, „Literatur / Lesungen“ und „Bildende Kunst“ am unteren Rand der Skala zu finden sind.

        Die Ergebnisse der Bürger-Umfrage zeigen, dass es in der Bürgerschaft ein großes Interesse an Musik und Konzerten gibt (86,7%).

        Dabei steht das Interesse an Rock und Pop-Musik mit 50,6% vor der klassischen Musik (35,4%) an erster Stelle.

 

 

Verfasst wurde der Bericht von Herrn Dr. Norbert Sievers, dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und Leiter des Bonner Instituts für Kulturpolitik sowie Frau Dr. habil. Angelika Engelbert Sievers, die u. a. langjährig in Forschung und Lehre zum Thema „Familiensoziologie“ an der Universität Bielefeld tätig war mit wissenschaftlicher Unterstützung von Herrn Simon Sievers, wissenschaftlicher Assistent am Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

 

Die aus der Analyse der Erhebungsdaten gewonnenen Ergebnisse werden in die Stärken-Schwächen/Chancen-Risiken-Analyse der Braunschweiger Kulturlandschaft einfließen, die im Rahmen des Kulturentwicklungsprozesses in Vorbereitung der Formulierung der kulturpolitischen Leitlinien im Zusammenspiel von wissenschaftlichen Methoden und partizipativen Herangehensweisen entwickelt wird.



 

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Anlagen

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