Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 21-17033

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Mit Grundsatzbeschluss vom 04.07.2018 (Drs.-Nr. 18-08505) hat der Rat der Stadt Braunschweig die Verwaltung beauftragt, unter externer Begleitung in einem partizipativen Kulturentwicklungsprozess (KultEP) kulturpolitische Leitlinien für die zukünftige Kulturlandschaft Braunschweigs zu entwickeln. Die Strategie hierfür hat Dr. Patrick S. Föhl vom Netzwerk Kulturberatung vorgelegt, der auf der Basis seiner langjährigen Erfahrung als externer Projektleiter mit der Durchführung des Kulturentwicklungsprozesses beauftragt worden war. Am 19. Mai 2020 hat der Rat der Stadt Braunschweig seiner Strategie zur Durchführung des KultEP sowie einer Anpassung der Umsetzung des Kulturentwicklungsprozesses vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie zugestimmt (Drs.-Nr. 20-13224 und Drs.-Nr. 20-13224-01).

Das Netzwerk Kulturberatung hat nun seine Empfehlungen für kulturpolitische Leitlinien für die Stadt Braunschweig in einem ersten Entwurf vorgelegt. Im Folgenden werden die bisherigen Arbeitsschritte und -ergebnisse dargestellt, die ihrer Entwicklung vorausgegangen sind. Anschließend werden die Leitlinien vorgestellt und ein Ausblick auf das weitere Vorgehen gegeben.

 

1. Der Weg zu den Leitlinien und zum Maßnahmenkatalog

 

1.1 Rückblick auf den partizipativen Prozess / Die Themen der Workshops

Am 10.09.2020 fanden unter dem Vorsitz der Kulturdezernentin Frau Dr. Hesse die konstituierende Beiratssitzung sowie die Auftaktveranstaltung mit Kulturschaffenden statt, in der das Netzwerk Kulturberatung seine für Braunschweig entwickelte Herangehensweise vorstellte. Während diese Auftaktveranstaltungen unter Einhaltung von Hygienekonzepten noch analog stattfinden konnten, wurden alle folgenden Veranstaltungen pandemiebedingt digital durchgeführt. Der Braunschweiger Kulturentwicklungsprozess ist somit der erste partizipative Prozess, der digital umgesetzt wurde. Um dies realisieren zu können, wurden von der externen Projektleitung gemeinsam mit der Verwaltung digitale Arbeitsformen entwickelt, die den Austausch ermöglichten (Arbeitsgruppen, Umfragen, Chatauswertung). Wiewohl in den digitalen Formaten auf den direkten persönlichen Kontakt verzichtet werden musste, konnte auf diese Weise ein intensivier Austausch mit den Kulturschaffenden gewährleistet werden.

 

Insgesamt fanden, moderiert von der externen Projektleitung, elf Online-Workshops sowie vier Arbeitsgruppentreffen statt. Thematische Schwerpunkte waren „Kulturverwaltung der Zukunft“, „Sichtbarkeit“, „Digitalisierung“, „Teilhabe“ und „Nachhaltigkeit“. Darüber hinaus wurde die Veranstaltungsreihe „Chatten und Vernetzen“ ins Leben gerufen. Außerdem wurden zwei verwaltungsinterne Workshops durchgeführt. Zweimal wurde in dieser Phase der Beirat einberufen, der ebenfalls online tagte.

Am 15.06.2021 fand schließlich die Abschlusskonferenz statt, an der auch Frau Corinna Fischer, Abteilungsleiterin für Kultur und Erwachsenenbildung des Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), teilnahm. In dieser wurden die Ergebnisse der Workshops noch einmal vorgestellt, die bereits in den Protokollen zu den Workshops dokumentiert worden waren. Diese sind auf der Homepage zum Kulturentwicklungsprozess öffentlich zugänglich, ebenso wie die Protokolle zu den Beiratssitzungen. Zudem gab es diverse Impulsvorträge von Kulturschaffenden und Verwaltungsmitgliedern sowie digitale künstlerisches Einlagen zu den herausgearbeiteten Handlungsfeldern. Mit der Abschlusskonferenz begann die Phase der Ausarbeitung des Abschlussberichts, der derzeit noch in Arbeit ist.

 

Insgesamt haben sich am digitalen partizipativen Prozess rund 100 Personen aus Kultur, Politik und Verwaltung beteiligt. Nach der Abschlusskonferenz hat das Referat Stadtentwicklung und Statistik zur Onlinebeteiligung online eine Umfrage durchgeführt, an der sich 29 Personen beteiligt haben. Überwiegend wurden die Veranstaltungen gut bis sehr gut bewertet.

 

1.2  Zu den wissenschaftlichen Ergebnissen

Im Laufe des Prozesses kamen unterschiedliche wissenschaftliche Methoden zum Einsatz.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten werden in die Stärken-Schwächen-Analyse einfließen, die Teil des Abschlussberichts ist, der vom Netzwerk Kulturberatung derzeit erarbeitet wird.

 

1.2.1 Kulturumfragen

Die Kulturumfragen, die von der Verwaltung zur Grundlagenermittlung vorgeschlagen worden waren, sind im Auftrag des Fachbereichs für Kultur und Wissenschaft vom Referat für Stadtentwicklung und Statistik durchgeführt worden vom 05.11. bis zum 07.12.2018 eine repräsentative Bürgerumfrage, vom 04.02.bis zum 08.03.2019 eine Zielgruppenbefragung mit Fokus auf Führungskräfte, die in Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Braunschweig und im Gebiet des Regionalverbands Großraum Braunschweig tätig sind.

Die Ergebnisse der Umfragen waren dem Netzwerk Kulturberatung zur Auswertung und Implementierung in den KultEP zur Verfügung gestellt worden. Der Auswertungsbericht wurde dem AfKW in einer Mitteilung außerhalb von Sitzungen am 04.06.2021 übersandt (Drs.-Nr. 21-16171). Die Ergebnisse beider Umfragen haben bestätigt, dass die Braunschweiger Bürger*innen dem Kulturleben in ihrer Stadt eine hohe Bedeutung zumessen. Der Auswertungsbericht ist über die Homepage zum KultEP öffentlich zugänglich.

 

1.2.2 Expert*inneninterviews

Vom Netzwerk Kulturberatung wurden im Juni 2020 achtzehn leitfadengestützte Expert*inneninterviews online durchgeführt.

 

Folgenden Personen wurden interviewt:

        Florian Battermann, Geschäftsführer Komödie am Altstadtmarkt GmbH (Leiter einer privaten Einrichtung)

        Katharina Binder gemeinsam mit Simon Paul Schneider (1 Stimme) vom Theater Grand Guignol (aus dem Bereich der jüngeren freien Theatersszene)

        Heike Blümel, DRK Kaufbar (aus dem Bereich Integration/Migration)

        Dr. Elke Flake, Kulturpolitische Sprecherin Bündnis 90/die Grünen und Mitglied des Braunschweiger Kulturforums (wichtige Meinungsträgerin an der Schnittstelle zwischen Kulturpolitik und dem Braunschweiger Kulturforum)

        Sebastian Hallmann, Braunschweig Zukunft GmbH (aus dem Bereich Kulturwirtschaft/-tourismus)

        Hannah Hemsing, Schrill e. V. (als Vertreterin einer bekannten Kulturinitiative)

        Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig (Entscheidungsträgerin aus dem Bereich Kulturverwaltung und –politik)

        Dr. Peter Joch, Städtisches Museum Braunschweig (aus dem Bereich Museen)

        Tanja Klinger, Theater Feuer und Flamme (aus dem Bereich der alteingesessenen freien Theaterszene)

        Levi Lewandowski, Hansen-Werke (aus dem Bereich Soziale Medien/Influencer)

        Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer Volkshochschule Braunschweig GmbH (aus dem Feld der Kulturellen Bildung)

        Vanessa Ohlraun, die damalige Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig HBK (aus dem Bereich Bildung/Schulen/Wissenschaft)

        Thorsten Rinke, 1. Vorsitzender des Vorstands Internationales Filmfest Braunschweig (aus dem Bereich regelmäßig stattfindende Veranstaltungen)

        Monika Rohde, Begründerin Seniorentheater Wundertüte und Mitglied des Behindertenbeirats (aus dem Bereich Senior*innen)

        Nina Roskamp, Lebenshilfe Braunschweig gemeinnützige GmbH, GEYSO20 (aus dem Bereich Inklusion)

        Dagmar Schlingmann, Intendantin Staatstheater Braunschweig (Leiterin einer öffentlichen Kultureinrichtung)

        Henrike Wenzel, Die H_lle (für den Bereich Kunst im öffentlichen Raum)

        Anna-Lena Werner Vorstandsmitglied Stadtschülerrat BS, Schulform Berufsschulen (als Vertreterin für Jugendliche und junge Erwachsene)

 

Aus der Auswertung der Interviews konnte das Netzwerk Kulturberatung erste Erkenntnisse über die zentralen Stärken und die zentralen Herausforderungen der Kulturlandschaft der Stadt Braunschweig gewinnen. Die ersten thematischen Schwerpunkte der Workshops leiteten sich daraus ab.

 

1.2.3 Kulturförderbericht

Ziel der Analyse der öffentlichen Förderung der Kunst-und Kulturszene der Stadt Braunschweig ist es, eine Übersicht über die Höhe und Aufteilung der Kulturförderung der Stadt zu erhalten und die Förderinstrumente und -verfahren darzustellen. Auf diese Weise sollen die infrastrukturellen und spartenspezifischen Schwerpunktsetzungen der Kulturförderung der Stadt Braunschweig verdeutlicht sowie die Prozesse der Vergabe öffentlicher Mittel transparenter gemacht werden. Von Oktober 2019 bis April 2020 wurde vom Netzwerk Kulturberatung mithilfe des Fachbereichs für Kultur und Wissenschaft eine Erhebung entsprechender Daten durchgeführt. Zusätzlich wurden vom Verfasser des Kulturförderberichts die städtischen Haushaltspläne in die Untersuchung mit einbezogen. Nach Fertigstellung wird der Bericht dem AfKW vorgelegt.

 

1.2.4 Netzwerkanalyse

Im Herbst 2020 wurde vom Netzwerk Kulturberatung eine soziologische Netzwerkanalyse durchgeführt. Auf diese Weise wurden stichprobenartig nationale und internationale Kooperationsbeziehungen von Akteur*innen der Braunschweiger Kunst- und Kulturlandschaft erfasst. Im Rahmen der Netzwerkanalyse wurde an 305 Akteur*innen ein persönlicher Fragebogen-Link versandt. Hierfür war von Fachbereich Kultur und Wissenschaft ein Verteiler erstellt worden. Der Fragebogen wurde von 190 Personen aufgerufen und von 138 Personen abgeschlossen. Somit betrug die Rücklaufquote 45 %. Gemessen an anderen Empirischen Untersuchungen ist dies laut Netzwerk Kulturberatung als vergleichsweise hoher Wert einzuschätzen.

Die Studie zeigt, dass die Braunschweiger Kulturakteur*innen vielfältig vernetzt sind. Bei der Mehrzahl der Kooperationen handelt es sich um projektbezogene Austauschbeziehungen. Als vermittelnde Instanzen innerhalb der Kunst- und Kulturlandschaft werden von den Befragten vor allem der Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz SBK, die Braunschweigische Landschaft e. V. und das Staatstheater Braunschweig genannt. Der Fokus liegt auf lokalen und regionalen Kooperationen. Die Hälfte aller Kontakte ist in der Stadt Braunschweig ansässig. Bundesweite Zusammenarbeiten über Niedersachsen hinaus sind deutlich schwächer ausgeprägt.

Im Rahmen der Abschlusskonferenz am 15.06.2021 wurden Auszüge aus der Netzwerkanalyse präsentiert.

Der Auswertungsbericht wird den Teilnehmenden mit einem Dankesschreiben zugesandt und danach auf der Homepage des KultEP veröffentlicht werden.

 

1.2.5 Aktuelle Dialogformate

Nach der Abschlusskonferenz wurde der Dialog zwischen den Kulturschaffenden und der Verwaltung ohne Begleitung durch die externe Projektleitung fortgeführt. So haben sich in den Bereichen „Sichtbarkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „Teilhabe“ Arbeitsgruppen gebildet, die sich am 15.07.2021 erstmals getroffen haben. Am 19.07.2021 fand unter dem Motto „Projekte, Projekte“ die zweite digitale „Chatten und Vernetzen“-Veranstaltung statt. Die teilnehmenden Kulturschaffenden hatten die Möglichkeit, aktuelle Projekte vorzustellen, der Fachbereich Kultur und Wissenschaft stellte seine Fördermöglichkeiten vor und informierte rund um das Einholen von Genehmigungen für Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

 

Moderiert vom Netzwerk Kulturberatung fand am 09.09.2021 der erste Thinktank statt: Das Format „Thinktank“ wird auf Beschluss des Beirats durchgeführt (Beiratssitzung vom 03.05.2021). Themen sind „Kulturverwaltung der Zukunft“, Förderrichtlinien, Kulturbeirat und „Kulturkümmerei“. Die Thinktanks dienen dem Vordenken, dem Austausch, der Diskussion. Kulturverwaltung und Kulturschaffende arbeiten gemeinsam an den genannten Themen. Dabei wird der politischen Beschlussfassung nicht vorgegriffen, sondern die Energie aufgegriffen, die in den Workshops entstanden ist.

Thema des ersten Thinktanks war u. a. die „Kulturverwaltung der Zukunft“. Weitere Thinktanks sind in Planung.

 

2. Die kulturpolitischen Leitlinien

Auf der Basis der dargelegten wissenschaftlichen Studien und der Auswertung der durchgeführten Workshops wurden vom Netzwerk Kulturberatung Empfehlungen für kulturpolitische Leitlinien entwickelt.

 

2.1 Zur Zielsetzung des Prozesses: Was sind Leitlinien, und wofür werden sie gebraucht?

Kulturpolitische Leitlinien sind im politischen Handeln Wegweiser, um die zukünftige Ausrichtung der Braunschweiger Kulturlandschaft zu gestalten. Sie reagieren auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse als Stichworte seien hier nur Klimawandel, Digitalisierung, die sich verändernde Zusammensetzung der Stadtgesellschaft und die Folgen der Pandemie genannt. Sie geben der Kultur im politischen Raum mehr Gesicht, indem sie anderen Politikfeldern die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Wirkkraft von Kunst und Kultur vor Augen führen. Sie bringen Haltungen auf den Punkt und zeigen, wo es Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte gibt. Vor allem aber bilden sie das „Dach“r konkrete Maßnahmen, die Schritt für Schritt Beschlussvorlage für Beschlussvorlage umzusetzen sind.

 

2.2 „Das große Bild Empfehlungen für Kulturpolitische Leitlinien für die Stadt Braunschweig“

Wesentlicher Bestandteil der Strategie zur Entwicklung der Leitlinien war die Bildung eines Beirats. Dieser hat den partizipativen Prozess kritisch-konstruktiv begleitet und als beratendes Gremium die Stimmen der Kulturakteurinnen und -akteure sowie diverser Interessensgruppen der Stadtgesellschaft vertreten. In der vierten und letzten Sitzung des Beirats am 13.09.2021 wurden die vom Netzwerk Kulturberatung vorgeschlagenen kulturpolitischen Leitlinien mit den Beiratsmitgliedern diskutiert: Gegen die inhaltliche Ausrichtung wurden in der Beiratssitzung keine Änderungswünsche geäert. Insgesamt gab es zu den empfohlenen Leitlinien positive Rückmeldungen. Lediglich die formale Aufbereitung zog Diskussionen nach sich, da die Leitlinien Begrifflichkeiten aus den aktuellen kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Debatten aufgreifen, um der Komplexität der Thematik gerecht zu werden. Zwar werden diese vom Netzwerk Kulturberatung in einem Anmerkungsapparat ausführlich erläutert. Dennoch wurde darüber Übereinkunft erzielt, diese zusätzlich auch für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten und u. a. in leichte Sprache übersetzen zu lassen.

Im Folgenden werden die empfohlenen Leitlinien kurz dargestellt. Es handelt sich um fünf zentrale Aussagen:

 

2.3  Empfehlungen für kulturpolitische Leitlinien für die Stadt Braunschweig (Stand: September 2021)

 

r eine zeitgemäße, zukunftsorientierte Kulturpolitik für die Braunschweiger Stadtgesellschaft wird vom Netzwerk Kulturberatung empfohlen:

 

  1. Kunst und Kultur als prägendes Moment und Gegenstand der Braunschweiger Stadtentwicklung zu verstehen und vor diesem Hintergrund Akteur*innen und Bürger*innen bei kulturpolitischen oder kulturellen Entwicklungs- bzw. Veränderungsprozessen einzubinden, um möglichst bedarfsgerecht Entscheidungen treffen zu können:

„Kulturelle Stadtentwicklung – Kulturpolitik als Säule kooperativer Demokratie ausbauen“

 

  1. der Bewahrung und Förderung von Qualität sowie Vielfalt des Kulturangebots und der künstlerischen Ausdruckformen kulturpolitisch höchste Prioritäten einzuräumen und vor diesem Ziel Veränderungen zu wagen. Das heißt, kulturelle Infrastrukturen und Förderungen nicht nur zu bewahren, sondern gegebenenfalls neu zu erschaffen oder auch bisherige Praktiken zu beenden und die Akteur*innen dabei zu unterstützen, diese Veränderungen „auszuhalten“:

„Innovation, Exnovation und Resilienz – Transformatorische Kulturpolitik in den Mittelpunkt rücken“

 

  1. in der Kultur Chancengleichheit zu fördern und so Teilhabe und Teilnahme zu ermöglichen. Hierfür sind digitale bzw. digital-analoge Strategien einzusetzen vor dem Hintergrund eines transkulturellen Bildungsbegriffs, der in einer vielfältigen Gesellschaft gemeinsame Themen und Werte in den Mittelpunkt stellt.

„Teilhabe und Teilnahme – Förderung von Chancengerechtigkeit in der Kultur“

 

  1. Kunst und Kultur sichtbarer zu machen und aus dem Kulturbereich heraus mit digitalen und analogen Strategien identitätsstiftende Erzählungen und Projekte zu entwickeln:

„Sichtbarkeit und Identität – Braunschweig ein neues Gesicht geben!?“

 

  1. im Kulturbereich im Hinblick auf ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit in dreifacher Weise Verantwortung zu übernehmen: indem nachhaltige Ansätze durch künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik entwickelt werden; indem der Kulturbereich dazu angeregt wird, selbst nachhaltiger zu wirtschaften; indem das Prinzip der Nachhaltigkeit auch auf die Kulturförderung übertragen wird:

„Verantwortung übernehmen – Nachhaltigkeitsansätze fordern und fördern“

 

2.4 Leitlinien: Das konzeptionelle „Dach“r konkrete Maßnahmen

Die vorgeschlagenen Leitlinien bilden das Dach für die im Rahmen des Prozesses herausgearbeiteten Maßnahmen in den Handlungsfeldern „Kulturverwaltung der Zukunft“, „Sichtbarkeit“, „Teilhabe“, „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“. Es handelt sich hierbei um Ableitungen aus den Ergebnissen der Workshops und der wissenschaftlichen Studien.

Der Maßnahmenkatalog wird gegenwärtig zwischen der Verwaltung und dem Netzwerk Kulturberatung abgestimmt und anschließend dem Beirat mit der Bitte um schriftliche Stellungnahme zugesandt werden. Die Anmerkungen der Beiratsmitglieder werden geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet werden.

 

3. Ausblick: Vorbereitung der Beschlussfassung der kulturpolitischen Leitlinien durch den Rat der Stadt Braunschweig

Die Verwaltung plant, den neuzusammengesetzten Ausschuss für Kultur und Wissenschaft in seiner ersten Sitzung noch einmal grundsätzlich über die bisherige Beschlussumsetzung und die weiteren Umsetzungsschritte zu informieren, in Vorbereitung auf die im ersten Halbjahr 2022 zu erfolgenden Beschlussfassungen zu den Ergebnissen der Kulturentwicklungsplanung.
 

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