Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 21-16966

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am 10. Dezember 2019 beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, welche Verfahrensschritte notwendig sind, um einen Schul­radwegeplan für Braunschweig zu erarbeiten. Dabei sollen evtl. entstehende Kosten eben­falls beziffert werden (Ds 19-12320).

Der Schulradwegeplan soll in Anlehnung an den Schulwegplan für Grundschulen dazu beitragen, die Sicherheit der Radfahrenden Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg zu erhöhen.

 

Prüfung

Die Verwaltung hat unterschiedliche Möglichkeiten der Realisierung geprüft.

Die Erstellung eines digitalen Programmes zum Schulradwegeplan wurde diskutiert, z. B. als Routenplaner-App. Eine Akzeptanz des Planes in der anvisierten Zielgruppe durch die Nut­zung digitaler Techniken erschien höher, die Nutzung attraktiver.

Jedoch kann ein solches Vorhaben nicht mit den stadtinternen personellen Ressourcen um­gesetzt werden, ein externer Auftrag incl. regelmäßiger Aktualisierung müsste erteilt werden. Für die Erstellung der App sind abhängig von Funktionen mit Kosten von 20.000 bis 50.000 Euro zu rechnen. Aktualisierung, Pflege sowie Personalkosten innerhalb der Verwal­tung kämen noch hinzu.

hrend der Diskussion stellte sich heraus, dass jenseits der Kostenfrage weitere Argu­mente gegen den Einsatz einer interaktiven Karte sprechen:

Zum einen wird davon ausgegangen, dass der quantitative Einsatz des Planes sehr gering sein wird. Die meisten Nutzerinnen und Nutzern würden einmalig ihren passenden Schul­weg heraussuchen und diesen auf lange Zeit nutzen. Außerdem kommt hinzu, dass diverse Routenplaner-Apps verfügbar sind, die meisten auch einstellbar auf Radfahrende.

Gegen eine von Seiten der Stadt empfohlene Nutzung einer Routenplaner-App spricht zu­dem der Schutz der Schülerinnen und Schüler, denn jede Ablenkung durch Sprache und/oder Bild bedeutet eine Gefährdung im Straßenverkehr. Zwar ist es nicht verboten, das Handy in einer Halterung am Lenkrad zu befestigen und kurz auf das Display zu schauen jedoch nur, wenn Wetter und Verkehrsverhältnisse es erlauben. Während der Fahrt wird deshalb aus Gründen der Verkehrssicherheit davon abgeraten, da jede Nutzung elektro­nischer Geräte wie Handys oder Navigationsgeräte zu unkalkulierbaren Risiken führen kann.

Aus diesen Gründen wurde die Realisierung des Schulradwegeplans als Karte als vorteil­hafter erachtet.


Umsetzung

Der Schulradwegeplan wurde in einer verwaltungsinternen Kooperation der Fachbereiche Schule sowie Tiefbau und Verkehr entwickelt.

Als Zielgruppe wurden die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden und berufs­bildenden Schulen gewählt. Erst mit ca. 9 Jahren entwickeln die Kinder die Fähig- und Fertigkeiten, Entfernungen und Geschwindigkeiten einzuschätzen und dadurch voraus­schauend im Straßenverkehr zu handeln. Die Radfahrprüfung mit polizeilicher Unter­stützung findet in der Regel in der 4. Klasse statt.

Die vorhandenen zwei Karten Fahrradstadtplan und Schulstandorte wurden kombiniert zu einem Plan. Mit Unterstützung der weiterführenden sowie der berufsbildenden Schulen wurde eine sinnvolle Anbindung der Schulgebäude an das Radwegenetz vorgenommen. Die Prüfung dieses Ergebnisses durch die Polizei und die Verkehrswacht und sich daraus er­gebende Korrekturen wurden vorgenommen.

Der Schulradwegeplan wird im Internet veröffentlicht und so den weiterführenden und berufsbildenden Schulen, ihren Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern und Er­ziehungsberechtigten zur individuellen Planung und Nutzung zur Verfügung gestellt.

Er ist auf der Homepage der Stadt Braunschweig unter dem Reiter „Leben in Braunschweig“ zu finden und zwar unter den Stichworten „Schule und Bildung“ sowie „Stadtplan und Verkehr“.

Der Schulradwegeplan wird zunächst im Bildformat jpg veröffentlicht. Nach den Herbstferien wird die Verwaltung eine Lösung über das Geoportal FRISBI realisiert haben. Dann wird das Zoomen bis ins Detail möglich.

 

Ausblick

 

Der Runde Tisch „Sichere Schulwege in Braunschweig“, zu dem auch die Verwaltung der Stadt Braunschweig (Fachbereiche Schule sowie Tiefbau und Verkehr) gehört, erarbeitet eine Fortbildung für Mobilitätsbeauftragte der weiterführenden sowie der berufsbilden­den Schulen und flankiert dadurch die Einführung des Schulradwegeplans. Die Fortbildung wird in Form eines „Marktes der Möglichkeiten“ Programme unterschiedlicher Anbieter vorstellen, welche unter anderem die Sicherheit von Fahrradfahrerinnen und -fahrern im Straßenverkehr oder die gegenseitige Rücksichtnahme von Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern thematisieren und so die Fahrradnutzung von Schülerinnen und Schülern fördern.

Der Fachbereich Schule erstellt eine Liste dieser und weiterer Programme sowie ihrer An­bieter, aus denen Schulen individuell passende Lösungen auswählen können.

 

 

Anhang 1:

 

Ein Ausschnitt aus der Arbeitsversion des Schulradwegeplans beschreibt das Vorgehen:

Schulen, deren Standort sich direkt am Radwegenetz der Stadt Braunschweig befinden, sind grün markiert.

Schulen, die an das Radwegenetz angeschlossen wurden, sind rot markiert. Die Anschluss­routen werden nicht durch eine Linie, sondern durch einen Pfeil dargestellt. So wird auf den ersten Blick ersichtlich, dass die Anbindung selbst kein Bestandteil des Radwege­netzes ist.


 

Anhang 2:

Link zur Studie des ADAC zum Gebrauch des Handys im Straßenverkehr:

https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/unterwegs/ablenkung/

 

 

 

Anhang 3:

 

Link zur Verkehrswacht warum Grundschülerinnen und Grundschüler noch nicht mit dem Fahrrad zur Schule kommen sollen:

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/grundschule/mein-schulweg-kl-1/schulweg/mit-dem-rad-zur-grundschule/

 

 

 

 

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Anlagen

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Erläuterungen und Hinweise