Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 21-17189
Grunddaten
- Betreff:
-
Darstellung der Kolonialgeschichte in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion BIBS im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Braunschweig
|
zur Beantwortung
|
|
|
|
16.11.2021
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Ende Mai 2021 hat die Bundesregierung die Kolonialverbrechen an den Herero und Nama im heutigen Namibia offiziell als Völkermord anerkannt.
Auch in Braunschweig wird vor dem Hintergrund der 'Black Lives Matter'-Debatte nach neuen Perspektiven auf die kolonialgeschichtliche Vergangenheit gesucht. So hat die Stadtverwaltung eine Neubewertung des Kolonialdenkmals an der Jasperallee durch die Initiierung eines künstlerischen Wettbewerbs unter Einbeziehung Betroffener angestoßen.
Über einen QR-Code auf einer dort angebrachten Informationstafel erfährt man außerdem über die Kolonialverbrechen an den Herero und Nama auf der städtischen Homepage:
"2015 wurden die Ereignisse vom deutschen Auswärtigen Amt erstmals als Völkermord bezeichnet, ein Jahr später erkannte die deutsche Regierung erstmals auch in einem offiziellen Dokument die Massaker an den Herero und Nama als Völkermord an.“
https://www.braunschweig.de/kultur/erinnerungskultur/kolonialdenkmal.php
(unter dem Punkt Briefe aus Afrika nach Braunschweig, Der Aufstand der Herero und Nama)
Auch an anderen Orten in Braunschweig scheint eine solche Neubewertung der kolonialgeschichtlichen Vergangenheit nötig. Am „Erinnerungsort historische Garnisonsstadt Braunschweig“ am Möncheweg im Südosten der Stadt wird auf einem Gedenkstein der ‚Schutztruppe Deutsch-Südwest‘ gedacht. Diese ist für den Völkermord an den Herero und Nama verantwortlich – auch Braunschweiger Regimentsführer haben in leitender Position an diesem Völkermord mitgewirkt.
Auf der Informationstafel, die am Erinnerungsort weitere Informationen liefert, werden diese Kriegsverbrechen nicht benannt, die Braunschweiger Kolonialgeschichte damit unvollständig wiedergegeben.
Für den Fall einer offiziellen Anerkennung der Kriegsführung der 'Schutztruppe Deutsch-Südwest' als Völkermord, hatte die Verwaltung bereits im September 2015 in einer Mitteilung (Ds. 15-00503-01) folgendes angekündigt:
"Etwaige Ergänzungen auf der Informationstafel z.B. um den Begriff „'Völkermord' würde den Gremien vorgelegt. Ggf. sind auch Textänderungen nach Abschluss der Recherchen der Historiker des Braunschweigischen Landesmuseums vorzunehmen."
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Plant die Stadt nun vor dem Hintergrund der offiziellen Anerkennung der deutschen Verbrechen an den Herero und Nama als Völkermord durch die Bundesregierung und das Auswärtige Amt eine ergänzende Informationstafel am Standort 'Historische Garnisonsstadt Braunschweig', auf der dieser Völkermord erläutert wird?
2. Werden in die für diesen Fall in Aussicht gestellten Textänderungen und -ergänzungen auch Braunschweiger Historiker:innen einbezogen werden?
3. In welchem Zeitrahmen könnte voraussichtlich ein solcher ergänzter und geänderter Textentwurf für die Tafel den Ratsgremien vorgestellt werden?
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
484,9 kB
|
|||
|
2
|
(wie Dokument)
|
441,2 kB
|
|||
|
3
|
(wie Dokument)
|
410,8 kB
|
