Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 21-17368

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

Der Gebäudesektor hat im Moment einen Anteil von rund 30 Prozent an den Gesamttreibhausgasemissionen in Deutschland. Im Bericht zum Richtungsbeschluss für das Klimaschutzkonzept 2.0 (DS.-Nr. 21-16510) wird in der Grafik auf Seite 24 darüber hinaus ausgeführt, dass ca. 68 % des Energieverbrauches von Wohngebäuden auf Raumwärme entfallen. Bereits aus diesen Zahlen lässt sich ableiten, dass in diesem Bereich unseres täglichen Lebens großes Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasemissionen liegt.

Hinzu kommt, dass laut Umweltbundesamt in Deutschland etwa 36 % der Wohngebäude unsaniert und weitere 52 % der Wohngebäude lediglich teilsaniert sind. Die jährliche Sanierungsquote liegt bei nur ca. 1 Prozent des Gebäudebestandes.

Es ist daher am Effizientesten, bei Sanierungen insbesondere den Hauptverursacher von Emissionen, nämlich die Raumwärme, zu betrachten und hier die Sanierungsbemühungen zu konzentrieren. Woher weiß man jedoch, bei welchen Gebäuden ein besonders hoher Energieverbrauch vorliegt und eine Sanierung daher dringend angezeigt ist? Andere Kommunen – bspw. die Stadt Münster, zurückgehend auf einen gemeinsamen Antrag der dortigen Fraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen und CDU – setzen auf eine so genannte Thermografiebefliegung. Bei dieser, durchführbar an einigen kalten Tagen im Winter im Stadtgebiet, wird mithilfe einer Drohne bzw. eines Spezialflugzeugs ein Kataster erstellt, welches bestehende Energieverluste an Gebäuden lokalisiert. Hieraus kann abgeleitet werden, welche Gebäude am Dringendsten saniert werden sollten. Auch, um eine mögliche finanzielle Unterstützung von Sanierungen zielgerichtet einzusetzen.

Weil die Stadt Braunschweig auch dem Pariser Abkommen verpflichtet ist und mit dem Klimaschutzkonzept 2.0 auch das 1,5-Grad-Ziel bei der Erderwärmung möglichst nicht überschritten werden soll und der Anteil am Endenergieverbrauch von Gebäuden bei der Raumwärme von jetzt 65 % auf 16 % in 2050 reduziert werden soll, gibt es großen Handlungsbedarf.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Welche Prozesse – ergänzend zur bereits bestehenden Energieberatung – sind vorgesehen, um Energieverluste in städtischen und privaten Gebäuden (insbesondere Wohngebäuden) zu lokalisieren?

2. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, um insbesondere die privaten Eigentümer bei der Auswahl der effizientesten Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen?

 

3. Hält die Verwaltung den Einsatz einer thermografischen Befliegung geeignet, um anschließend die Ergebnisse einerseits für die Bewertung der Sanierungsmaßnahmen städtischer Gebäude zu verwenden und andererseits den privaten Eigentümern mit dem Angebot einer Energieberatung zur Verfügung zu stellen? 

Loading...

Erläuterungen und Hinweise