Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 21-16973-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Ausreichendes Spielplatzangebot auch in stark verdichteten Gebieten der Stadt
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Beteiligt:
- 51 Fachbereich Kinder, Jugend und Familie; 0617 Referat Stadtgrün-Planung und Bau
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
01.12.2021
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Umwelt- und Grünflächenausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
02.12.2021
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Verwaltungsausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Braunschweig
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
21.12.2021
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Im vorliegenden Antrag (DS 21-16973) wird die Verwaltung aufgefordert, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und den Gremien vorzustellen, mit dem städtische Flächen in mit Spielfläche unterversorgten Gebieten für die Einrichtung von Spielplätzen zur Verfügung gestellt werden können.
Die Schaffung neuer Spielflächen in den hochverdichteten Stadtteilen ist schwierig, da frei verfügbare Flächen hier i. d. R. nicht zur Verfügung stehen. Daher muss auf alternative Möglichkeiten zur Schaffung zusätzlicher Spielangebote zurückgegriffen werden.
Die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs bedarf einer sorgfältigen Maßnahmenkonzeption und der verwaltungsinternen Abstimmung der Ergebnisse. Erste interne Gespräche wurden auf Grundlage des Antrags bereits geführt. Im Ergebnis konnten Ideen und grundsätzliche Möglichkeiten gesammelt werden, die dazu dienen könnten, das bestehende Spielangebot zu ergänzen. Diese Ideensammlung wird im Folgenden vorgestellt. Auf Basis einer noch zu erfolgenden weitergehenden Prüfung und Maßnahmenkonzeption werden konkretere Ergebnisse den Gremien zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.
Der Fachbereich Stadtgrün und Sport hat im Jahr 2019 eine Spielraumanalyse anfertigen lassen, um ein konzeptionelles Instrument für die bedarfsgerechte Planung und Sanierung der Bestandsspielplätze in der Stadt Braunschweig zur Verfügung zu haben. Die Ergebnisse wurden im Grünflächenausschuss präsentiert und wurden bzw. werden sukzessive auch in den Stadtbezirksräten vorgestellt.
In der Spielraumanalyse ist eine erhebliche Unterversorgung mit öffentlichen Kinderspielflächen insbesondere für die Stadtteile Innenstadt und Viewegsgarten-Bebelhof (Stadtbezirk Mitte), Östliches Ringgebiet und Nordstadt (südlicher Teil des Stadtbezirks Nordstadt-Schunteraue) festgestellt worden.
Bei diesen Stadtteilen handelt es sich um hochverdichtete Siedlungsbereiche, die einem hohen Flächendruck unterliegen.
In der Innenstadt besteht eine hohe Flächenkonkurrenz, insbesondere von Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsflächen, die die Bereitstellung zusätzlicher Flächen für Kinderspiel erschwert. Hier könnten bspw. der Ausbau der Spielfährte, die Einrichtung von kleinräumlichen Spielpunkten sowie die verstärkte Nutzung des Wallrings für Spiel- und Bewegungsangebote geprüft werden. Auch bei der geplanten Anlage sogenannter Pocketparks sollen die mögliche Integration punktueller Spielstationen und Aspekte einer allgemeinen Bespielbarkeit jeweils planerisch untersucht werden.
In Viewegsgarten-Bebelhof könnte die Entwicklung der Bahnstadt Potenziale für die zusätzliche Versorgung des Stadtteils mit Spielflächen bieten und wird als wesentliches Bedarfsthema in die Planung eingebracht. Dabei wäre es wünschenswert neben den klassischen Spielplätzen auch innovative Konzepte, z. B. multifunktionale Nutzung von Parkplatzflächen, Nutzung von Dachflächen etc., mitzudenken.
Als weiterer möglicher Ansatz, den es zu prüfen gilt, könnten insbesondere im Stadtteil Bebelhof und südlich des Hauptfriedhofs - aber auch darüber hinaus - möglicherweise Grünflächen im Siedlungsbestand in Trägerschaft von Wohnbaugesellschaften durch entsprechende Kooperationen als Spielräume entwickelt werden.
Im Stadtteil Viewegsgarten ist als konkrete Maßnahme die Entwicklung eines großzügigen und zeitgemäßen „Waldspielplatzes“ in der Parkanlage Viewegsgarten projektiert (Planungsbeginn: 1. Quartal 2022), der den in seiner Grundkonzeption veralteten Spielplatz an der Ottmerstraße ablösen und das Spiel- und Bewegungsangebot quantitativ wie qualitativ verbessern soll.
Im Östlichen Ringgebiet steht insbesondere der Prinz-Albrecht-Park als Spiel- und Bewegungsraum zur Verfügung. Weiterhin könnte ein zu prüfender Ansatz die Einrichtung von temporären Spielstraßen sein, um weitere Flächen für Kinderspiel bereitzustellen. Eine solche Maßnahme lässt jedoch durch damit bedingte Parkverbote erhebliche Nutzungskonflikte mit individualmotorisierten Anwohnern erwarten. Dieser Ansatz bedarf daher der Ausarbeitung eines Konzeptes einschließlich weiterer verwaltungsinterner Abstimmungen, bevor daraus eine konkrete Handlungsoption werden könnte. Ein solches Konzept könnte als zeitlich befristetes Pilotprojekt mit anschließender Evaluierung umgesetzt werden und damit wichtige Erkenntnisse für die Etablierung temporärer Spielräume als zusätzliches Instrument für die Verbesserung des Spielraumangebotes in hochverdichteten Wohngebieten liefern. Das Konzept könnte dann ggf. auch auf andere Stadtteile übertragen werden.
In der Nordstadt sind im Zusammenhang mit der Siedlungsentwicklung „Nördliches Ringgebiet“ aktuell bereits zusätzliche Kinderspielflächen am Nordanger hergestellt worden. Diese waren noch nicht in den der Spielraumanalyse zugrundeliegenden Daten enthalten. Des Weiteren entstehen im kommenden Jahr weitere Spielflächen für Kinder und Jugendliche im Nordpark. Für die Herstellung des Nordparks mit den integrierten Spielflächen war Anfang November gerade der offizielle erste Spatenstich. Perspektivisch sei noch auf die Zielstellungen für eine Sanierung und Neuordnung des Kleingartenkomplexes in dem Bereich zwischen Nordstadt und Siegfriedviertel hingewiesen (ISEK-Maßnahme im Rahmenprojekt „Grüne Infrastruktur“). Im Rahmen der hier angestrebten Entwicklung zu einem Kleingartenpark sollen auch Möglichkeiten für die Integration öffentlicher Spiel- und Bewegungsangebote untersucht werden.
Die Öffnungen von Schulhöfen als Spielplätze werden von der Verwaltung eher kritisch bewertet. Besonders geeignete Schulaußenanlagen von Grundschulen stehen im Rahmen des Ausbaus des Ganztagsangebotes zeitlich nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Aus bisheriger Erfahrung der Verwaltung mit den bereits als Spielplätzen genutzten Schulhöfen treten hier häufiger Nutzungskonflikte und Vandalismusschäden auf.
Mit den aufgezeigten Maßnahmen besteht ein breites Spektrum an Handlungsansätzen, um in den genannten Stadtteilen das Spielraumangebot erheblich zu verbessern und Defizite abzubauen.
