Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 21-17403
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstandsbericht zum Baumspendenprogramm
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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02.12.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Am 18. Februar 2020 wurde im Rat der Stadt das Baumspendenprogramm „Mein Baum für Braunschweig“ einstimmig beschlossen. Daraufhin begann die Verwaltung mit der Umsetzung des Konzeptes. Dieses sieht vor, drei Spendenmodule anzubieten:
- Mit dem Spendenmodul Stadtbäume können leere Baumstandorte wiederbepflanzt werden.
- Die Spende für Ereignisbäume bietet die Möglichkeit, zu einem besonderen Anlass einen Baum zu spenden.
- Mit der Spendenoption für den Aufbau eines Klimawaldes soll eine zusätzliche Waldfläche mit heimischen Bäumen im Stadtgebiet geschaffen werden.
Im Folgenden werden die Entwicklungen des Baumspendenprogramms seit dem Ratsbeschluss vorgestellt.
Stadtbäume
Als Spendenbäume stehen gegenwärtig rund 750 Baumstandorte zur Verfügung, die zurzeit sukzessive in die interaktive Baumspendenkarte eingepflegt werden. Pro Baum sind Spenden von mind. 250 € bis max. 1.800 € möglich.
Seit dem Start des Baumspendenprogramms sind Spenden für 116 Stadtbäume mit einer Spendensumme von insgesamt 49.140 € eingegangen.
Bei Einführung des Baumspendenprogramms wurden lediglich die leeren Baumstandorte als potenzielle Spendenbäume im Baumkataster ausgewiesen. Aufgrund von eigenen Erfahrungen und aus Erfahrungsberichten anderer Städte (z. B. Leipzig) ist die Verwaltung dazu übergegangen, zukünftig die Baumstandorte bereits erfolgter Neupflanzungen bis zum zweiten Standjahr und fest geplanten Pflanzungen als potenzielle Spendenbäume anzubieten.
Dieses Verfahren bietet insbesondere verwaltungstechnische und arbeitsorganisatorische Vorteile gegenüber dem bisherigen Ablauf. So kann die Bereitstellung von Spendenbäumen von erfahrungsgemäß auftretenden örtlichen, situativen und logistischen Schwierigkeiten entkoppelt werden. Die Baumspendenstandorte mussten in der Vergangenheit immer wieder kurzfristig geändert werden, weil z. B. nicht verzeichnete Leitungen vor Ort aufgefunden wurden oder Lieferengpässe bei der Baumschulware die Baumauswahl einschränkte. Mit dem modifizierten Vorgehen wird es den Spendern und Spenderinnen ermöglicht, ihren persönlichen Spendenbaum zuvor zu begutachten und sich so schneller mit dem Baum zu identifizieren. Es ist vorgesehen, dieses Vorgehen ab November 2021 umzusetzen.
Ereignisbäume
Für die Pflanzung von Ereignisbäumen stehen zwei Flächen in Braunschweig zur Verfügung: Im Kieffeld im Stadtteil Volkmarode steht eine Obstbaumwiese mit insgesamt 16 freien Baumstandorten zur Verfügung.
Für die Fläche im Westpark wird das am 11.12.2020 im Grünflächenausschuss beschlossene Gestaltungskonzept (DS 20-14810) derzeit umgesetzt. Änderungen vom ursprünglichen Gestaltungskonzept gibt es bei den vorgesehenen Erlen (Alnus), die aufgrund ihrer besseren Eignung durch Sumpfeichen (Quercus palustris) ersetzt werden. Auch die geplante Anlage eines wassergebundenen Wegesystems konnte aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht umgesetzt werden. Gegenwärtig ist die Fläche als Rasenwegesystem angelegt. Im Westpark wurden von den insgesamt 44 für Spendenbäume zur Verfügung stehenden Standorten im Herbst 2021 sieben Ereignisbäume gepflanzt.
Die Gesamtspendensumme der Pflanzungen für Ereignisbäume beläuft sich auf 4.500 €.
Zudem wurde das Spendenkonzept erweitert, indem es nun auch möglich ist, für Bänke an den beiden Flächen einen Betrag zu spenden. Dabei handelt es sich um Massivholzbänke, die mit einem Spendenschild versehen werden können. Die Kosten in Höhe von ca. 1.100 € (inkl. Montage) für eine Bank mit Lehne und ca. 900 € (inkl. Montage) für eine Bank ohne Lehne können ab einem Mindestbetrag von 450 € vollständig oder anteilig durch die Spender und Spenderinnen übernommen werden. In diesem Jahr konnten zwei Bänke durch entsprechende Spenden in Höhe von insgesamt 950 € aufgestellt werden.
Klimawald
Für die Anlage eines Klimawaldes durch Spenden, die zu jedem Betrag möglich sind, prüft die Verwaltung derzeit einige Flächen, ob diese für eine solche Nutzung in Frage kommen. Außerdem steht die Verwaltung in Kontakt mit den Niedersächsischen Landesforsten, um diese als Partner für die Umsetzung des Waldaufbaus zu gewinnen.
Für den Klimawald wurden bereits zwei Spendenbeiträge von insgesamt 130 € eingenommen.
Öffentlichkeitsarbeit
Wesentlicher Bestandteil für den Erfolg des Baumspendenprogramms wird in der Gestaltung einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit gesehen, die breite Bevölkerungsgruppen anspricht und daher auch niedrigschwellige Angebote umfassen sollte. Die wichtigsten Bestandteile der Öffentlichkeitsarbeit sind im Konzept zum Baumspendenprogramm dargelegt. Im Folgenden wird der derzeitige Entwicklungsstand der Öffentlichkeitsarbeit wiedergegeben.
Internetseite
Das Baumspendenprogramm wird auf der städtischen Homepage unter www.braunschweig.de/baumspende beworben. Hier finden die Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Informationen, um sich für ein oder auch mehrere Spendenmodule zu entscheiden. Darüber hinaus bietet die Internetseite die Möglichkeit, über eine interaktive Baumspendenkarte einen konkreten Standort für einen Stadtbaum oder einen Ereignisbaum auszuwählen und die Spende direkt anzumelden. Die freien Baumstandorte werden derzeit sukzessive in die Baumspendenkarte eingepflegt. Geplant ist, zukünftig auch den Klimawald in der interaktiven Baumspendenkarte abzubilden.
Spendenschilder
Die Baumspenden für Stadtbäume und Ereignisbäume erhalten jeweils ein Spendenschild, auf dem sowohl der Name des Spenders (bei Wunsch) als auch die Baumart vermerkt ist und das auf das Baumspendenprogramm hinweist. Über einen QR-Code können Interessierte die wesentlichen Informationen zum Baumspendenprogramm auf der entsprechenden Internetseite abrufen.
Flyer
Die Verwaltung hat einen Flyer entwickelt, der an zentralen Orten mit Publikumsverkehr (z. B. Stadtbibliothek) ausliegt.
Presseberichte
Über das Baumspendenprogramm wurde regelmäßig in der lokalen Presse (Braunschweiger Zeitung) berichtet. Dabei wurden insbesondere zu bestimmten Anlässen wie z. B. beim Startschuss für die interaktive Baumspendenkarte und bei der Großspende für die Uhlandstraße die Bürgerinnen und Bürger über die Möglichkeiten für Baumspenden in der Stadt Braunschweig informiert.
Soziale Medien
Das Baumspendenprogramm war Thema mehrerer Posts auf den städtischen Social Media-Kanälen. Auch auf regionalen Nachrichtenplattform wurde über das Baumspendenprogramm berichtet.
Veranstaltungen
Das Baumspendenprogramm sollte der Bevölkerung im Rahmen von mehreren Veranstaltungen (z. B. „Tag des Baumes“, „Langer Tag der Stadtnatur“) bekannt gemacht werden. Jedoch wurden diese Veranstaltungen pandemiebedingt sowohl 2020 als auch 2021 abgesagt, sodass hier das Baumspendenprogramm nicht beworben werden konnte.
Evaluation
Seit der Beschlussfassung zum Baumspendenprogramm wurde insgesamt eine Spendensumme von 54.720 € eingenommen. Mit diesen Spenden wurden im Jahr 2020 und 2021 125 Bäume gepflanzt, zwei Bänke angeschafft und ein erstes Budget für den noch zu entwickelnden Klimawald eingenommen.
Die Verwaltung bewertet das Baumspendenprogramm nach den ersten beiden Jahren positiv. Mit der Umstellung der Verfahrensweise von bisherigen Spenden für leere Baumstandorte zur zukünftigen Spende für geplante und jüngst gepflanzte Bäume erwartet die Verwaltung eine höhere Effizienz durch weniger Verwaltungsaufwand sowie ein steigendes Interesse seitens der Bevölkerung für Baumspenden.
