Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 21-17482-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Die Stadt Braunschweig bietet eine vielfältige kulturelle Landschaft, im Bereich der hierfür benötigten Infrastruktur gibt es jedoch erkennbare Optimierungsbedarfe:

 

  • insbesondere Festivals und Open-Air-Veranstaltungen,
  • Bildende Kunst bzw. Ateliernutzung (Hier förderte die Stadt Braunschweig, explizit der FB 41, bereits viele Initiativen, die im Ergebnis jedoch keine infrastrukturelle Änderung herbeiführen können.),
  • Probenräume für Tanz und das Darstellende Spiel/Theater (Hier ist exemplarisch zu nennen, dass z. B. das LOT-Theater, das seit bereits 26 Jahren seinen Sitz in der Kaffeetwete hat, seit mehreren Jahren die Forderung nach mehr Platz formulierte. Erst jetzt sind mit dem Quartier St. Leonhardt erste infrastrukturelle Entwicklungen zu erkennen. Eine Flächeneinheit im Obergeschoss in der Petzvalstraße, welche aktuell vom FB 41 als Lagerraum genutzt wird, stand bereits im Gespräch als mögliche Atelierfläche. Sie könnte gegebenenfalls auch als Probenraum genutzt werden, müsste hierfür jedoch ertüchtigt werden.).

 

Dies vorangestellt wird die Anfrage der Fraktion Bündnis 90 – Die Grünen (Drs.-Nr. 21-17482) wie folgt beantwortet:

 

Zu 1.: Wie beurteilt die Verwaltung die aktuelle Flächen- und Raumsituation in Bezug auf kulturelle Nutzungsmöglichkeiten?

 

Es gibt in den folgenden, eingangs z. T. bereits genannten, Bereichen Bedarfe, die durch die vorhandenen Strukturen noch nicht abgedeckt sind:

 

  1. Festivalgelände

 

Gemäß der Bürgerumfrage als Teil des Kulturentwicklungsprozesses ist ein Bedarf an Festivals und einem hierfür geeigneten Gelände gegeben:

 

        Die Ergebnisse der Bürger-Umfrage zeigen, dass es in der Bürgerschaft ein großes Interesse an Musik und Konzerten gibt (86,7%).

        Dabei steht das Interesse an Rock und Pop-Musik mit 50,6% vor der klassischen Musik (35,4%) an erster Stelle.

 

Deutlich erkennbar ist, dass die Entwicklung eines Festivalgeländes bzw. eines Open-Air-Geländes für Musikveranstaltungen vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse fokussiert werden sollte, da die Befragten derartige Veranstaltungen nschen.

 

In der verwaltungsinternen Projektgruppe Open-Air wurde zu diesem Zweck ein Register aller Freiflächen mit Steckbriefen erstellt. Allerdings stellt es sich schwierig dar, eine geeignete Fläche zu finden.

Die Standortsuche und ermittlung dauert bereits seit mehreren Jahren an und beschäftigt Bau- sowie Kulturverwaltung. Vor allem müsste notwendigerweise eine Stadtrandlage gegeben sein, da der Immissionsschutz eingehalten werden muss. Außerdem sollte die Fläche groß genug sein, um mindestens 3.000 Besucher aufzunehmen.

 

 

  1. Ateliers und Räume für zeitgenössischen Tanz

 

Aus weiteren Ergebnissen des Kulturentwicklungsprozesses (Workshops mit Kulturschaffenden) kann abgeleitet werden, dass Ateliers für bildende Künstler*innen, kontinuierlich nutzbare Probenräume für zeitgenössischen Tanz sowie ein Ort, an dem sich die Braunschweiger Kunst- und Kultur präsentieren kann, um „sichtbarer“ zu werden („Kulturkiosk“, „Social Media Residency“), benötigt werden.

 

Im Jahr 2020 wurde eine Atelier-Umfrage unter den HBK-Studenten durchgeführt.

Ergebnis dieser war u. a., dass die Stadt Braunschweig in Kooperation mit dem Kunst- und Kulturverein das Projekt „creative boxes“ initiierte, welches Atelier-Container auf dem Gelände des KuK (Hamburger Straße 36) ins Leben rief.

 

  1. „Dritte Orte“

 

Sogenannte „Dritte Orte“ sind offene Orte für die Stadtgesellschaft, die ohne Konsumzwang die Möglichkeit eröffnen, dass Menschen unterschiedlichen Alters, sozialer Milieus und Berufe (also auch Kunst- und Kulturschaffende) zusammenkommen können. Es gilt zu prüfen, wo solche Orte etabliert werden könnten.

 

Die Stadtbibliothek hat sich dieser Aufgabe bereits seit längerer Zeit verschrieben und ihre Räumlichkeiten, ihr Angebot sowie ihr Veranstaltungsprogramm entsprechend angepasst und erweitert. Durch den Umzug ins Schloss steht der Stadtbibliothek seit 2007 ausreichend Raum zur Verfügung. Zwischen den Medien finden die Bürgerinnen und Bürger überall kleinere und auch größere Sitzgruppen und Arbeitsbereiche. Gruppenarbeit und Unterhaltungen in angemessener Lautstärke sind ausdrücklich erwünscht. Für die Arbeit in Stille gibt es den wissenschaftlichen Lesesaal.

 

  1. Outdoor-Präsentationsflächen:

 

Verstärkt durch Corona werden generell Flächen gesucht, um unter Berücksichtigung imissionsgesetzlicher Vorgaben Outdoor Kunst- und Kultur präsentieren zu können.

 

  1. Temporärer Architektur-Pavillon

 

Gesucht wird auch ein Ort für den temporären Architektur-Pavillon. Erste Ideen wurden mit dem BDA bereits diskutiert.

 

  1. Innerstädtischer Ort für eine Kulturraumzentrale

 

Ein solcher Ort könnte gegebenenfalls kombiniert werden mit Räumlichkeiten für Fortbildungen in den Themenfeldern Digitalisierung und Nachhaltigkeit und für Vernetzungstreffen genutzt werden.

 

Zu 2.: Welche Flächen und Räumlichkeiten stehen der Verwaltung grundsätzlich zur

kulturellen Nutzung zur Verfügung? (Wir bitten um Aufschlüsselung nach Örtlichkeit,

Nutzungsmöglichkeit und potenzial)

 

Die in der Projektgruppe Open-Air gelisteten und mit Steckbriefen versehenen Freiflächen, welche für Veranstaltungen grundsätzlich zur Verfügung stehen, finden sich unter www.braunschweig.de/veranstaltungsflächen. Hier ersichtlich sind auch die wichtigsten Eckdaten, aus denen sich die Nutzungsmöglichkeiten ergeben.

 

Weiterhin sind folgende Räumlichkeiten des Dezernats für Kultur und Wissenschaft zu nennen:

-          Roter Saal

-          KPW

-          Raabe Haus

-          halle267

 

Grundsätzlich bestehen auch in anderen, z. T. kommunalen Einrichtungen Möglichkeiten zur Durchführung von kulturellen Veranstaltungen. Exemplarisch seien genannt:

 

-          Gemeinschaftseinrichtungen in den Stadtteilen

-          Haus der Talente (Weststadt)

-          KufA-Haus

 

Zu 3.: Welche Flächen und Räumlichkeiten sind der Verwaltung darüber hinausgehend bekannt, die entwickelt werden können, und wie werden die jeweiligen Potentiale der Entwicklung und Realisierung beurteilt? (Wir bitten um Aufschlüsselung nach Örtlichkeit, Nutzungsmöglichkeit und potenzial, möglichen Kosten und zeitlicher Perspektive)

 

Grundsätzlich zur Verfügung stehen die bekannten Parkflächen, so z. B. der Bürgerpark oder auch das Außengelände der Städtischen Musikschule am Augusttorwall. Die Nutzung dieser Parkflächen kann jedoch nur punktuell genehmigt werden, da die Flächen zum einen aufgrund des Anwohnerschutzes (Immissionsschutz) nur für sog. „besondere Ereignisse“ freigegeben werden können und zum anderen auch zum Schutz der Parkflächen selbst nicht regelmäßig durch Veranstaltungstechnik und durchführung belastet werden sollen.

 

Vor diesen Hintergründen bestünden bei den folgenden vier Arealen, über die o. g. Flächen hinaus, Entwicklungs- bzw. Realisierungspotenzial:

 

Weststadt

 

In der Weststadt werden Freiflächen wie die Grünfläche an der Traunstraße oder Teile des Westparks bereits seit längerem auch für wiederkehrende Veranstaltungen (Sommerfest, Drachenfest) genutzt, die von kommunalen Organisationseinheiten mitgetragen werden. Inwieweit das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Zobel im Rahmen der stadtplanerischen Gestaltungsüberlegungen auch noch Veranstaltungs- resp. Freiflächen vorhalten könnte, ist derzeit noch nicht bekannt.

 

Bahnstadt

 

Das Großprojekt Bahnstadt beinhaltet Potenzialflächen für die kulturelle Nutzung. Eine erste Analyse der gesamten Potentialflächen für die Nutzung z. B. auch für Musikfestivals mit mehreren 1000 Teilnehmer*innen zeigt die bereits bekannten einschränkenden Parameter wie Schallimmission in den auch mit vorhandener oder zukünftig geplanter Wohnnutzung durchsetzten Arealen. Dennoch werden alle Teilsegmente der Bahnstadt auf die Verfügbarmachung von entsprechenden multifunktional zu nutzenden Freiflächen, die auch kulturellen/künstlerischen Nutzungen zugänglich gemacht werden können, im Einzelnen geprüft.

 

Die Nutzungsmöglichkeiten partizipativ nutzbarer, multifunktionaler Orte der Begegnung in den einzelnen Teilarealen der Bahnstadt werden im Zuge der Planungen aktiv bedacht.

 

Kennelweg

 

Es bestehen in der Kulturverwaltung Überlegungen, den zuletzt durch die Veranstaltungsplattform „Sommerecho“ genutzten Parkplatz des Kennelwegs, dauerhaft bzw. regelmäßig während der Sommermonate zu einer Veranstaltungsfläche umzufunktionieren. Hierfür bedarf es noch einer allgemeinen Konzeption sowie absehbar zusätzlicher finanzieller Ressourcen. Dieses Ersatzprojekt für ein echtes Festivalgelände kann aufgrund fehlender personeller Kapazitäten derzeit nicht vorangetrieben werden. 

 

Raffteichbad

 

Die Fläche am Raffteichbad könnte eine weitere Möglichkeit zur Open-Air-Nutzung darstellen. Aktuell wird diese Fläche vereinzelt vom Veranstalter Undercover genutzt.

Es müsste ein Schallgutachten erstellt werden. Außerdem müssten noch Parkmöglichkeiten als Voraussetzung zur Nutzung als Open-Air-Gelände geschaffen werden.


 

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